abbiamo lasciato il campo cantando

Editrice Shalom

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Autore: Editrice Shalom

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„Wir haben das Feld singend verlassen“

Etty

Die Worte, die Sie gleich lesen werden, wurden 1941 von Etty Hillesum geschrieben.
Jüdisch, jung, intelligent, leidenschaftlich und voller Begeisterung; obwohl sie sich bewusst war, dass die Dunkelheit der Geschichte ganz Europa überschattete, hörte sie nie auf, die Schönheit des Lebens zu bewundern.
Im Gegenteil: Je mehr die Dunkelheit sie umhüllt, desto mehr sieht sie überall Licht.
Im März 1941 beginnt sie, ein Tagebuch zu schreiben; den geheimen Zeugen ihres therapeutischen Weges, den sie gemeinsam mit dem Psychochirologen Julius Spier geht. Dieses Tagebuch wird zu ihrer schönsten Poesie und zu einem Geschenk für uns alle, die wir privilegierte Leser ihrer Worte sind.

Etty lernt, dort aufzublühen, wo das Leben sie hingestellt hat, und obwohl sie keiner Religion angehört, wird sie Gott kennenlernen und sich bis Auschwitz von Ihm begleiten lassen. Auf ihrem letzten Zettel, den sie aus dem Zug warf und der später in die richtigen Hände gelangte, schreibt sie: «Gott ist meine Zuflucht … Wir haben das Lager singend verlassen».
Sie stirbt am 30. November 1943.
Am 31. Dezember 1941 schreibt sie, während die Niederlande bereits von den Nationalsozialisten besetzt sind:

«Jetzt ist es fast halb neun Uhr abends: der letzte Abend eines Jahres, das für mich das reichste und fruchtbarste und zugleich das glücklichste von allen gewesen ist. Und wenn ich in einem Wort erklären müsste, warum dieses Jahr so gut gewesen ist … dann müsste ich sagen: wegen meiner großen Bewusstwerdung.
Das bedeutet auch, über meine tiefsten Kräfte verfügen zu können.
Nun kommt es vor, dass ich plötzlich vor meinem Bett niederknien muss, sogar in einer kalten Winternacht. In sich hineinhören. Sich nicht mehr von dem leiten lassen, was von außen auf einen zukommt, sondern von dem, was im Inneren aufsteigt. Es ist erst ein Anfang, das ist mir bewusst. Aber es ist kein unsicherer Anfang mehr, er hat seine Grundlagen.
Ich fühle mich so „normal“ und so gut – ohne diese furchtbar tiefen und quälenden Gedanken und diese schweren Gefühle –, einfach ganz normal, aber voller Leben und sehr tiefgründig, eine Tiefe, die ich ebenfalls als „normal“ empfinde.»

Ettys Tagebuch ist eines der wenigen Bücher, die einen Menschen, der es liest, wirklich verändern können. Es ist ein „Ort“, an den man jedes Mal zurückkehren kann, wenn wir aus einer Quelle des Lebens trinken müssen. Es ist eine „Landschaft“, die man bewundern kann, wenn wir einen „höheren“ Standpunkt betrachten möchten.
Eine so „hohe“ Sichtweise, dass wir sie nur deshalb als „möglich“ akzeptieren können, weil ein junges Mädchen sie uns erzählt und selbst erlebt hat. 

„Oft regen sich die Leute auf, wenn ich sage: Es macht keinen großen Unterschied, ob ich oder jemand anderes aufbrechen muss; entscheidend ist, dass Tausende von Menschen aufbrechen müssen. Es ist auch nicht so, dass ich mit einem ergebenen Lächeln dem Tod in die Arme laufen möchte. Es geht um das Gefühl des Unausweichlichen und seine Akzeptanz, um das Bewusstsein, dass man uns letztlich nichts nehmen kann. Es ist nicht so, dass ich um jeden Preis aufbrechen möchte, aus einer Art Masochismus heraus, oder dass ich mir wünsche, aus dem eigentlichen Fundament meiner Existenz herausgerissen zu werden - aber ich bezweifle, dass ich mich gut fühlen würde, wenn mir erspart bliebe, was so viele andere erleiden müssen. 
Man sagt mir: Eine Person wie du hat die Pflicht, sich in Sicherheit zu bringen, du hast noch so viel im Leben zu tun, du hast noch so viel zu geben. Aber das Wenige oder Viele, das ich zu geben habe, kann ich ohnehin geben, sei es hier in einem kleinen Freundeskreis oder anderswo, in einem Konzentrationslager. Und mir scheint, dass es eine merkwürdige Selbstüberschätzung ist, sich für zu kostbar zu halten, um mit den anderen ein „Massenschicksal“ zu teilen.
Wenn Gott beschließt, dass ich so viel zu tun habe, gut, dann werde ich es tun, nachdem ich all die Erfahrungen durchgemacht habe, die auch andere durchmachen können. Und der Wert meiner Person wird sich gerade darin zeigen, wie ich mich in der neuen Situation zu verhalten weiß. 
Und wenn ich nicht überleben kann, dann wird man daran, wie ich sterbe, sehen, wer ich bin.“
(11. Juli 1942)

Maria Cristina Corvo


„In ein paar Jahren wird eine Zeile in den Geschichtsbüchern stehen
und dann nicht einmal mehr das.“
Aus dem Zeugnis von Liliana Segre.


„Wir haben das Feld singend verlassen“

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