Es will der Zufall, dass Carlo Acutis am 12. Oktober von der Kirche gedacht wird, also genau in der Mitte des traditionell dem Rosenkranz gewidmeten Monats.
Wer daran gewöhnt ist, das Leben und die Ereignisse mit einem Blick zu betrachten, der von oben ausgeht und nach oben strebt, weiß: Zufälle gibt es nicht, wohl aber die Pläne Gottes, die manchmal wahre Stickereien sind, wie der Diener Gottes Don Dolindo Ruotolo sie gern nannte.
Und eine solche Stickerei verbindet Carlo Acutis, der 2025 heiliggesprochen werden soll, mit der Jungfrau Maria und dem Rosenkranz.

«Wir beteten den Rosenkranz gemeinsam»
Im Vorwort zu dem von Don Michele Munno für uns geschriebenen Buch Die kürzeste Leiter, um in den Himmel zu gelangen erinnert Kardinal Marcello Semeraro an einige wichtige Begebenheiten, die diese Verbindung bezeugen: «Carlo liebte das Rosenkranzgebet: ein altes Gebet, das auf seinen Lippen jeden Tag neu erblühte; ein Gebet, das er von frühester Kindheit an gelernt und geliebt hatte, wie Beata Sperczynska bezeugte, das sehr junge Kindermädchen, das sich gerade in Pompeji - einem Ort, den Carlo liebte und in dessen Nähe er die Sommerferien verbrachte - dafür entschied, sich um ihn zu kümmern und ihn drei Jahre lang begleitete, also bis der Junge sechs Jahre alt war. Die Verbindung zu Carlo hielt jedoch bis zu seinem Ende. Sie bezeugte: “Zwischen Carlo und mir war es Liebe auf den ersten Blick … Unsere Beziehung war bis zu seinem Tod innig … Wir beteten den Rosenkranz gemeinsam, und das ist für ein Kind nicht gewöhnlich, und er war stolz darauf, seinen Schulkameraden, wenn ich ihn begleitete, den Rosenkranz als Zeichen eines überzeugten Glaubens zeigen zu können, und doch war er ein Kind! … Ich erinnere mich, dass der Rosenkranz das tägliche Gebet jeden Abend war, sodass es oft vorkam, dass man morgens beim Bettenmachen den Rosenkranz zwischen den Laken fand, weil er beim Beten eingeschlafen war”».
Und weiter: «Beim Rosenkranz der seligen Jungfrau war unser Seliger zudem ein wahrer Apostel. Rajesh Mohur, ein junger Mann, der als Hausangestellter im Haus der Familie Acutis arbeitete, erinnert sich: «Abends, nach dem Abendessen und vor dem Zubettgehen, holte er mich in der Küche ab und brachte mich ins Schlafzimmer der Eltern, und wir alle beteten gemeinsam den Rosenkranz. Carlo war es wichtig, dass auch ich bei diesem gemeinsamen Gebet zur Madonna dabei war». Dank Carlos Beispiel entschied sich Rajesh - gebürtig von den Maskarenen und hinduistischen Glaubens - taufen zu lassen».

«Nicht ich, sondern Gott»
Dies ist einer der bekannten Sätze Carlos, und es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass er ihn gerade am Beispiel Marias gelernt und gelebt hat, die mit ihrem „Siehe, ich bin die Magd des Herrn“ Gott erwählte und sich selbst zurücknahm. Don Michele Munno schreibt: «Carlo konnte sich nur wünschen, Maria ähnlich zu sein. Schon als ganz kleines Kind hatte er sich ihr mehrmals geweiht. Jeden Tag betete er den Rosenkranz und versuchte, sein Herz im Einklang mit dem Herzen der Mutter Jesu schlagen zu lassen. Er bezeichnete sie als „die einzige Frau seines Lebens“. Carlo bekannte dies mit klarer Einfachheit: «Wer könnte uns besser als die Jungfrau Maria lehren, in die Vertrautheit mit den drei Personen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit einzutreten, da sie die Mutter Jesu ist? Sicherlich wird Gott ihr niemals etwas verweigern, da sie das Geschöpf ist, das er mehr als jedes andere liebt».
Für Carlo war die Begegnung mit dem Rosenkranz „der galanteste Termin seines Tages“, ein Termin, bei dem «die einzige Frau seines Lebens» ihm Jesus zeigte! Sorgen wir dafür, dass in diesem Monat und in den kommenden Monaten auch für uns der Rosenkranz zur Begegnung mit der Mutter wird, die uns liebt und uns zu ihrem Sohn führt.


