Andachten vom 2. bis zum 8. August 2021
„Wer glaubt, hat das ewige Leben“, werden wir am Sonntag im Evangelium lesen. An diesen Worten Jesu wollen wir unsere Schritte ausrichten.
Papst Franziskus betont: „‚Wer glaubt, hat das ewige Leben.‘ Dieses Wort des Herrn erstaunt uns und lässt uns nachdenken. Es führt in die Dynamik des Glaubens ein, die eine Beziehung ist: die Beziehung zwischen dem Menschen – uns allen – und der Person Jesu, wobei der Vater eine entscheidende Rolle spielt und natürlich auch der Heilige Geist – der hier unausgesprochen bleibt. Es genügt nicht, Jesus zu begegnen, um an ihn zu glauben, es genügt nicht, die Bibel, das Evangelium zu lesen – das ist wichtig!, aber es genügt nicht –; es genügt auch nicht, ein Wunder mitzuerleben, wie die Brotvermehrung. Viele Menschen waren in engem Kontakt mit Jesus und glaubten nicht an ihn, ja, sie verachteten und verurteilten ihn sogar. Und ich frage mich: Warum ist das so? Ließen sie sich nicht vom Vater anziehen? Nein, das geschah, weil ihr Herz dem Wirken des Geistes Gottes verschlossen war. Und wenn dein Herz verschlossen ist, findet der Glaube keinen Eingang.“ Lassen wir uns von diesen Worten Papst Franziskus’ ansprechen und schauen wir auf das Leben der Heiligen, an die wir in dieser Woche denken. Gehen wir entschlossen auf dem Weg voran, der uns zu Gott führt, und lernen wir, die Beziehung zu ihm zu pflegen!

MONTAG, 2. AUGUST
Beginn der Novene zur heiligen Klara von Assisi
„Wie lebendig ist die Kraft dieses Lichtes und wie stark der Glanz dieser leuchtenden Quelle. Wahrhaftig, dieses Licht hielt sich verborgen im Verborgenen des klösterlichen Lebens und strahlte nach außen leuchtende Schimmer aus; es sammelte sich in einem engen Kloster und ergoss sich nach außen über die Weite der Welt. Im Inneren wurde es bewahrt und nach außen verbreitet. Klara verbarg sich zwar, doch ihr Leben wurde allen offenbart. Klara schwieg, aber ihr Ruf erhob sich laut.“ So heißt es in der Heiligsprechungsbulle der heiligen Klara. In diesen Tagen, in denen wir uns auf ihr Fest vorbereiten, wollen wir ihre Fürsprache anrufen, damit auch wir wie sie Licht ausstrahlen und den Menschen, denen wir auf unserem Weg begegnen, Frieden bringen können.
Zur Vertiefung:
• Betet, betet, betet
• Novene zum heiligen Franziskus und zur heiligen Klara
• Gebete des heiligen Franziskus und der heiligen Klara

MONTAG, 2. AUGUST
Ablass von Assisi
Der von Papst Honorius III. auf Bitten des heiligen Franziskus gewährte Ablass brachte eine außergewöhnliche Neuerung mit sich: Er war kostenlos, das heißt, er verpflichtete zu keinerlei Geldzahlung. Erforderlich waren die Beichte der Sünden und anstelle der langen Pilgerreisen nach Rom, Santiago de Compostela oder ins Heilige Land der Besuch der Kirche von Portiunkula. Der Ablass von Assisi war somit nach den Vorstellungen des heiligen Franziskus der „Ablass der Armen“.
Dieser Ablass bringt viele geistliche Wohltaten mit sich: Die Gläubigen werden nämlich dazu angeregt, zur Beichte und zur Eucharistiekommunion zu gehen und so auf dem Weg des Glaubens immer weiter voranzuschreiten, indem sie den Spuren des heiligen Franziskus folgen.
Zur Vertiefung:
• Der Ablass von Assisi
• Messalino „Auf dein Wort“ Juli-August 2021

MITTWOCH, 4. AUGUST
Der heilige Jean-Marie Vianney
„Im pastoralen Dienst, ebenso einfach wie außerordentlich fruchtbar, gelang es dem heiligen Jean-Marie Vianney (1786-1859), diesem unbekannten Pfarrer eines abgelegenen Dorfes im Süden Frankreichs, so sehr mit seinem Amt eins zu werden, dass er … zum ‚alter Christus‘, zum Abbild des Guten Hirten wurde … Nach dem Beispiel des Guten Hirten gab er in den Jahrzehnten seines priesterlichen Dienstes sein Leben hin. Sein Dasein war eine lebendige Katechese, die eine ganz besondere Wirksamkeit erlangte, wenn die Menschen ihn sahen, wie er die Messe feierte, vor dem Tabernakel in Anbetung verweilte oder viele Stunden im Beichtstuhl verbrachte … Er war in Christus ‚verliebt‘, und das wahre Geheimnis seines pastoralen Erfolgs war die Liebe, die er für das eucharistische Geheimnis hegte, das verkündet, gefeiert und gelebt wurde“ (Benedikt XVI.).
Ahmen wir das Beispiel des heiligen Jean-Marie Vianney nach und rufen wir ihn an, damit er besonders für alle Priester Fürsprache einlegt.
Zur Vertiefung:
• Der heilige Pfarrer von Ars. Ich habe Gott in einem Menschen gesehen

DONNERSTAG, 5. AUGUST
Erster Tag der Novene zum heiligen Maximilian Kolbe
„Hass ist keine schöpferische Kraft. Nur die Liebe schafft.“ So sprach Pater Kolbe zu denen, die inmitten des Grauens und der Absurdität des Vernichtungslagers Auschwitz ein Wort des Trostes suchten.
„Märtyrer der Liebe“ nannte ihn Papst Paul VI., der ihn 1975 seligsprach. Durch sein Martyrium, sagte später Papst Johannes Paul II., der ihn 1982 heiligsprach, habe er „den Sieg durch die Liebe und den Glauben an einem Ort errungen, der zur Leugnung des Glaubens an Gott und den Menschen errichtet worden war“.
Rufen wir die Fürsprache des heiligen Maximilian Kolbe an, damit wir alles aus unserem Leben entfernen können, was uns daran hindert, vollkommen zu lieben. Dabei möge uns die Jungfrau Maria beistehen, die der heilige Märtyrer so sehr liebte.
Zur Vertiefung:
• Im Gebet mit dem heiligen Maximilian Kolbe

FREITAG, 6. AUGUST
Verklärung des Herrn
In der Verklärung offenbart Jesus den Aposteln seine Herrlichkeit. Der Aufruf des Vaters: „Dieser ist mein geliebter Sohn: Hört auf ihn!“ (Mk 9,7) gilt nicht nur Petrus, sondern den Jüngern aller Zeiten. Um in das ewige Leben einzutreten, muss man auf Jesus hören und ihm auf dem Weg des Kreuzes folgen. Auf ihn hören wie Maria, auf ihn in seinem Wort hören, das in der Heiligen Schrift bewahrt ist; auf ihn in den Ereignissen unseres Lebens hören und versuchen, darin die Botschaften der Vorsehung zu lesen. Schließlich auf ihn in den Brüdern und Schwestern hören, besonders in den Kleinen und Armen, durch die Jesus selbst um unsere konkrete Liebe bittet. Im Grunde war die Verklärung Jesu wesentlich eine Erfahrung des Gebets: Im Gebet tauchte er in Gott ein, der Liebe, Licht und das Leben selbst ist.
Zur Vertiefung:
• Messalino „Auf dein Wort“ Juli-August 2021

SONNTAG, 8. AUGUST
Der heilige Dominikus von Guzmán
Über die Persönlichkeit des heiligen Dominikus wurde gesagt, sie „sei ganz im Licht verborgen“. Auch wenn es nicht viele biografische Nachrichten über ihn gibt und von seinen Schriften fast nichts erhalten ist, wird sein leuchtendes Beispiel in seinem Werk sichtbar: dem Predigerorden, der zu Beginn des 13. Jahrhunderts gegründet wurde.
Dominikus wird um 1175 in Caleruega in Kastilien geboren. Noch als Student gründet er während einer Hungersnot in seiner Region ein Hospiz für Bedürftige und verkauft sogar seine Bücher, um den Armen zu helfen. Mit 20 Jahren tritt er dem Kapitel von Osma bei, dessen Chorherren nach der Regel des heiligen Augustinus lebten.
Aus seiner Liebe zur Kirche und zum Evangelium gehen zwei Initiativen hervor, die Spuren hinterlassen sollten: Bei der Kirche von Prouille am Fuß der Pyrenäen sammelt er eine Gruppe von Frauen, die sich nach einem vollkommeneren Leben sehnen und sich in den Dienst der heiligen Verkündigung stellen möchten, wie die frommen Frauen des Evangeliums. Für sie gründet Dominikus ein Kloster, in dem sie sich dem Gebet widmen und bedürftige Missionare zur Pflege oder zur Erholung aufnehmen können. Der erste Keim des Ordens entsteht mit dem weiblichen Zweig. Die andere Initiative betrifft eine kleine Gemeinschaft von Priestern, die von demselben evangelischen Ideal angezogen sind und die der Heilige beseelt. Gemeinsam beginnen sie zu predigen, ziehen in ärmlicher Kleidung durch Dörfer und Städte der Provence und erzielen gute Ergebnisse.
Eine wichtige Rolle in der Spiritualität der Dominikanerbewegung spielt die Verehrung der heiligsten Maria, der Dominikus zutiefst ergeben ist. Während seines Aufenthalts in Toulouse hat der Heilige, wie uns der selige Alanus de Rupe berichtet, eine Vision der Jungfrau Maria, die ihm den Rosenkranz als das wirksamste Gebet empfiehlt, um Häresien gewaltlos zu bekämpfen. Und gerade Dominikus ist die große Verbreitung des Rosenkranzes zu verdanken, dessen Gebetspraxis er festlegt.
Er stirbt am 6. August 1221 in Bologna.
Zur Vertiefung:
• Messalino „Auf dein Wort“ Juli-August 2021
„Wenn wir wüssten, wie sehr unser Herr uns liebt, würden wir vor Freude sterben!“ Das sagte der heilige Johannes Maria Vianney. Gott liebt uns, und je mehr wir die Beziehung zu ihm pflegen, desto überzeugter werden wir von dieser großen Wahrheit und atmen schon hier das ewige Leben. Möge uns diese Gewissheit auf jedem Schritt unseres Lebens begleiten!
Guten Weg!
