27. November 2020 – Selige Jungfrau Maria von der Wundertätigen Medaille
Alles nahm seinen Anfang mit den Erscheinungen der heiligen Jungfrau vor einer jungen Novizin der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul, Katharina Labouré, im Heiligtum unter der Hausnummer 140 der Rue Du Bac. Ihr vertraute die Madonna die Anfertigung einer sogenannten „Wundertätigen Medaille“ an, die mit ihren unzähligen Gnaden und Wundern die ganze Welt erobert hat.

So erzählt die heilige Katharina von der Erscheinung, bei der die Jungfrau sie beauftragte, die Medaille prägen zu lassen: Am 27. November 1830 um 17:30 Uhr „meinte ich, ein Geräusch zu hören, das dem Rascheln eines Seidenkleides glich. Ich hob den Kopf und sah, als ich in diese Richtung blickte, die allerseligste Jungfrau. Ihre Gestalt war von mittlerer Größe, und ihre Schönheit war so groß, dass es mir unmöglich ist, sie zu beschreiben.“ Die Königin des Himmels erschien ihr stehend auf einer von einer gelb gesprenkelten grünlichen Schlange umwundenen Kugel. In ihren auf Brusthöhe erhobenen Händen hielt sie eine weitere, kleinere Kugel, die sie Gott mit flehendem Gestus darbrachte.
Plötzlich füllten sich ihre Finger mit Ringen, die mit Edelsteinen geschmückt waren und Strahlenbündel mit tausend Reflexen aussandten. Diese umgaben die heilige Jungfrau mit einem solchen Glanz, dass ihre Füße nicht mehr zu sehen waren. Während Schwester Katharina ganz in die wunderbare Vision versunken war, senkte die allerseligste Jungfrau ihre Augen zu ihr und sagte: „Die kleine Kugel, die du siehst, stellt die ganze Welt und jeden einzelnen Menschen dar. Die Strahlen der Ringe sind das Sinnbild der Gnaden, die ich über die Menschen ausgieße, die mich darum bitten.“ Plötzlich erschien die schöne Gestalt der heiligen Jungfrau in ihrem oberen Teil von einem Oval umrahmt, das aus den folgenden in goldenen Buchstaben geschriebenen Worten gebildet wurde: „O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen!“ Dann senkten sich die mit Gnaden beladenen Hände Marias, die durch die Strahlen symbolisiert wurden, und streckten sich aus. Dabei nahmen sie die anmutige und mütterliche Haltung ein, die auf der Medaille dargestellt ist.
Plötzlich drehte sich das Bild um, und die Schwester sah die Rückseite der Medaille. Darauf befand sich der Buchstabe „M“ (der Anfangsbuchstabe des Namens Maria), überragt von einem Kreuz, dessen Grundlage der Buchstabe „I“ (der Anfangsbuchstabe des Namens Iesus, Jesus) bildete. Darunter waren zwei Herzen zu sehen: eines von Dornen umgeben (das Herz Jesu), das andere von einem Schwert durchbohrt (das Herz Marias). Schließlich umgaben zwölf Sterne das Ganze. Die Madonna sagte zu ihr: „Lass eine Medaille nach diesem Muster prägen; die Menschen, die sie tragen, werden große Gnaden empfangen, besonders wenn sie sie um den Hals tragen; reichlich werden die Gnaden für jene sein, die sie voll Vertrauen tragen.“

Die Bekehrung von Alfonso Ratisbonne
Zwei Jahre später wurde die Medaille mit der Genehmigung des Erzbischofs von Paris geprägt. Von da an verbreitete sie sich rasch in der ganzen Welt, und durch sie wurden unzählige Gnaden der Heilung und Bekehrung erlangt, wie im berühmten Fall von Alfonso Ratisbonne, weshalb sie als „Wundertätige Medaille“ bezeichnet wurde.
Alfonso Ratisbonne war ein junger Jude, Atheist und Verächter der christlichen Religion, der plötzlich von der Schönheit einer Vision Marias in der römischen Kirche Sant’Andrea delle Fratte überwältigt wurde. Er war zufällig dort eingetreten, um auf einen Freund zu warten, der ihn wenige Tage zuvor überzeugt hatte, die Medaille vor einer großen Reise, die der junge Mann antreten sollte, um den Hals zu tragen. Währenddessen betete der Freund gemeinsam mit anderen katholischen Freunden innig für seine Bekehrung. Diese Bekehrung wurde später zum Gegenstand eines persönlichen, öffentlichen und ausführlichen „Bekenntnisses“, das 1842 allgemeine Ergriffenheit auslöste. Alfonso Ratisbonne wurde getauft und zum christlichen Apostel, der in seinem eigenen Land, in Jerusalem, wirken wollte. In Rom, in der „Kapelle des Wunders“ der Basilika Sant’Andrea delle Fratte, wo sich der Jude Alfonso Ratisbonne bekehrte, kann man neben dem großen Bild, das die Erscheinung darstellt, folgende Worte lesen: «Am 20. Januar 1842 kam Alfonso Ratisbonne aus Straßburg hierher, ein hartnäckiger Jude. Die Jungfrau erschien ihm, genau so, wie du sie siehst. Als Jude niedergeworfen, erhob er sich als Christ. Fremder, trage diese kostbare Erinnerung an die Barmherzigkeit Gottes und an die Macht der Jungfrau mit dir.»

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Die Wundertätige Medaille und Caterina Labouré
Die Wundertätige Medaille
Ein Monat mit der Wundertätigen Medaille
Für Kinder ist außerdem ein Text erhältlich, der mit lustigen und farbenfrohen Bildern - im Comicstil - die Geschichte von Alfonso Ratisbonne erzählt:
Die Madonna des Wunders und Alfonso
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