Am 6. Januar feiert die Kirche den Missionssonntag der Kinder (GMR), der früher als Weltkindertag der missionarischen Kindheit bekannt war. Er bietet die Gelegenheit, durch die Sterndeuter auch unseren Weg zu Christus und unser Engagement für die Mission neu zu entdecken.
Für die missionarischen Kinder ist dies ein sehr wichtiger Tag. Ihn zu feiern bedeutet, die Verpflichtungen, die sie übernehmen, ganz konkret umzusetzen: das Gebet und die Solidarität mit Kindern auf der ganzen Welt. Papst Franziskus bezeichnete den Tag als „ein Fest der Kinder, die mit ihren Gebeten und Opfern ihren bedürftigeren Altersgenossen helfen, indem sie zu Missionaren und Zeugen der Geschwisterlichkeit und des Teilens werden“. Die Kinder sind aufgerufen, diese Einladung konkret werden zu lassen, indem sie zu Protagonisten des missionarischen Handelns der Kirche werden und ihre Altersgenossen geistlich sowie durch das Teilen unterstützen - Kinder in fernen Ländern, die Jesus noch nicht kennen oder in Armut, Krieg, Gewalt oder unter der Verweigerung grundlegender Rechte leben. Wie jeder Getaufte haben auch sie die Aufgabe, die Frohe Botschaft über jede „Grenze“ hinauszutragen! Don Valerio Bersano, Nationaler Sekretär von Missio Ragazzi, schreibt in der Einleitung des Dokuments für den GMR 2021: „Der Missionssonntag, der auf der ganzen Welt gefeiert wird, ist eine wertvolle Gelegenheit zum menschlichen und christlichen Wachstum. Jedes Jahr versuchen wir, ein Thema zu vertiefen, das uns hilft, Gottes Ruf zu leben. Wir alle sind von Gott in die Welt gesandt (das war das Thema des außerordentlichen Missionsmonats 2019). Nun sind wir auch durch die anstrengende Erfahrung, die durch die Pandemie des ‚Coronavirus‘ verursacht wurde, bewusster geworden, dass die heutige Herausforderung gerade darin besteht, Isolation und Egoismus zu überwinden - das ‚Virus‘, das uns vorgaukelt, gut zu leben, wenn wir allein sind (Wohlbefinden bedeutet nicht, isoliert zu leben …). Die Geschwisterlichkeit in unserem Lebensumfeld mutig zu erfahren und uns für andere einzusetzen, hilft uns zu verstehen, dass man das Evangelium lebt, wenn man zu ‚Gestaltern von Geschwisterlichkeit‘ wird. Die missionarischen Kinder verbinden den Ausdruck ‚Gestalter von Geschwisterlichkeit‘ mit ‚Lasst uns die Geschwisterlichkeit orchestrieren‘, das heißt: Wir stimmen unser Leben auf das Leben unserer Brüder, Schwestern und Freunde ab und schaffen so die Melodie der weltweiten Verbundenheit zwischen Männern und Frauen, die füreinander Sorge tragen!“

Auf den Spuren der Sterndeuter
Es ist kein Zufall, dass der GMR auf das Hochfest der Erscheinung des Herrn fällt. Die Lesung des Evangeliums stellt uns nämlich die Gestalten der Sterndeuter vor, geheimnisvolle, schwer zu identifizierende Personen: Sie sind „Wanderer“, die einem Stern folgen, Suchende, die aus der Ferne gekommen sind, um den Messias zu finden. Männer, die ihre Schritte anhalten und sich vor Jesus in Anbetung niederwerfen, bewegt von tiefen Fragen und einer Hoffnung, die in ihren Herzen pocht. Sie haben ein Zeichen gesehen, einen Stern: Sie haben sich auf den Weg gemacht und sich auf die Suche begeben. Und sie haben gefunden!
Viele Menschen auf der Welt leben heute in Suche und Erwartung! Es ist die Aufgabe der Kirche, ein Zeichen zu sein, „Stern zu sein“, um jeden Bruder und jede Schwester zu Christus zu führen! Deshalb feiern die Missionarischen Kinder der fünf Kontinente am Fest der Erscheinung des Herrn ihr Engagement für die Mission.

Der GMR 2021: „Lasst uns die Geschwisterlichkeit orchestrieren“
Der Missionssonntag der Kinder 2021 trägt den Titel „Gestalter von Geschwisterlichkeit“, ein Thema, das in verschiedenen Wegen und Ausdrucksformen entfaltet wird, die den unterschiedlichen Altersgruppen entsprechen, an die sich die missionarische Bildungsarbeit richtet.
Ausgehend vom gewählten Thema wurde das GMR-Plakat 2021 entwickelt, das die Möglichkeit bietet, die Inhalte des Bildungswegs für Kinder und Vorpubertierende sichtbar zu machen.
Saverio Penati, Illustrator für Missio Ragazzi, erklärt die Bedeutung des Plakats so: „Für Kinder und Vorpubertierende wurde ein konkretes Bild gewählt, das den Begriff der Geschwisterlichkeit bestmöglich vermitteln kann: ein kleines Orchester unter der Leitung eines besonderen Dirigenten, Jesus.
Musik gilt seit jeher als universelle Sprache, die es ermöglicht, Gefühle auszudrücken, viele Unterschiede zu vereinen und für alle verständlich zu sein; in Orchestern erzeugen viele Musikinstrumente mit oft sehr unterschiedlichen Klängen eine einzige Harmonie. Und vor allem muss in jedem Orchester jeder seinen musikalischen Part, sein Instrument spielen, um das Werk zu vollenden. Auf dieser Idee beruhen die Illustrationen des Plakats: Die Kontinente werden lebendig und zu Musikinstrumenten in den Händen von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Nationalität, die gemeinsam eine einzige Melodie spielen, die einem einzigen Notenblatt entnommen und von einem einzigen großen Meister dirigiert wird. So entstand auch das Motto für den Missionssonntag der Kinder 2021: Lasst uns die Geschwisterlichkeit orchestrieren; eine Einladung, keine einsamen Spieler zu sein, sondern Förderer von Gesten der Solidarität, Nähe und Geschwisterlichkeit, indem wir den Weisungen Jesu, des Freundes und Meisters, folgen.“ In diesem Jahr haben wir Orientierungslosigkeit und Isolation erlebt, und das Thema des Tages „Lasst uns die Geschwisterlichkeit orchestrieren“ erinnert daran, dass jeder gemeinsam mit seinen Brüdern und Schwestern ein einzigartiges Instrument sein kann, das imstande ist, eine authentische Melodie und zusammen mit den anderen Instrumenten die Harmonie der gesamten, in Gott erneuerten Menschheit zu schaffen.
Abschließend schlagen wir allen das Gebet des GMR 2021 vor, das von den Kindern des ersten Katechesejahres der Pfarrei San Lino Papa in Rom vorbereitet wurde.
Gebet des GMR 2021
Lieber Jesus,
du hast uns als Erster gelehrt, dass Gott unser Vater ist und wir alle Geschwister sind.
Darum bitten wir dich inständig:
Hilf uns, diese Geschwisterlichkeit zu leben
mit allen Kindern in unserer Nähe und in der Ferne.
Lass uns einander kennenlernen, einander zuhören und einander verstehen.
Schenke uns in unserem Herzen stets den Wunsch und das Gebet,
dass alle Kinder der Welt glücklich sind und nicht leiden.
Hilf uns zu verstehen, dass unsere Verschiedenheit
ein Reichtum und kein Grund ist, nicht miteinander auszukommen.
Jesus, hilf mir, mich in die Lage des anderen zu versetzen,
um wirklich zu verstehen, was er braucht,
damit ich ihm helfen kann.
Danke, Jesus, denn es ist wirklich schön, wenn wir als Geschwister zusammen sind.
Amen.
Frohe Erscheinung des Herrn und einen guten Weg!
