Der selige Carlo Acutis hatte eine wunderschöne Wanderausstellung über die eucharistischen Wunder konzipiert und realisiert. Diese Ausstellung reist weiterhin durch Italien und die Welt; alle in der Ausstellung präsentierten eucharistischen Wunder wurden in dem Buch Die eucharistischen Wunder der Welt zusammengetragen, dem dieser Text entnommen ist.

In Offida (AP) werden in der Kirche Sant’Agostino die Reliquien des eucharistischen Wunders aufbewahrt, das sich 1273 ereignete und bei dem sich die Hostie in blutendes Fleisch verwandelte.
Zahlreich sind die Dokumente, die das Wunder beschreiben, darunter eine beglaubigte Kopie einer Pergamenturkunde aus dem 13. Jahrhundert, die 1788 vom Notar Giovanni Battista Doria verfasst wurde.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Bullen von Päpsten, beginnend mit jener von Bonifatius VIII. (1295) bis hin zu jener von Sixtus V. (1585), Eingriffe römischer Kongregationen, bischöfliche Dekrete, Gemeindestatuten, Votivgaben, Gedenktafeln, Fresken und Zeugnisse bedeutender Historiker, unter denen wir Antinori und Fella nennen.
Im Jahr 1273 näherte sich in Lanciano eine Frau namens Ricciarella auf den Rat einer Zauberin der Kommunion, um eine konsekrierte Hostie zu stehlen und so die Zuneigung ihres Mannes Giacomo Stasio zurückzugewinnen. Zu Hause legte sie sie auf einem Ziegelstein ins Feuer, um sie zu pulverisieren und anschließend dem Essen ihres Mannes beizumischen. Die Hostie verwandelte sich jedoch in blutendes Fleisch. Ricciarella, von den Ereignissen erschreckt, wickelte den Ziegelstein und die blutende Hostie in ein Leinentuch und vergrub sie anschließend in einer Grube unter dem Mist im Stall ihres Mannes. Im Stall folgten seltsame Ereignisse aufeinander: Jedes Mal, wenn Giacomos Stute den Stall betrat, sank sie in Richtung des Ortes, an dem die wundersame Hostie vergraben war, auf die Knie, sodass Giacomo vermutete, seine Frau habe das Tier verhext.



Sieben Jahre später bekannte Ricciarella, von Gewissensbissen geplagt, dem damaligen Prior des Augustinerklosters von Lanciano, Giacomo Diotallevi, einem gebürtigen Einwohner von Offida, ihr schreckliches Sakrileg. Wie die ältesten Chroniken berichten, begann die weinende Frau, dem Priester entgegenzuschreien: „Ich habe Gott getötet! Ich habe Gott getötet!“ Der Priester begab sich zum Ort des Geschehens und fand das Bündel mit den Reliquien unversehrt vor; später wurden sie ihren Mitbürgern geschenkt.
Zur Aufbewahrung der heiligen Hostie ließen die Einwohner von Offida ein kreuzförmiges Reliquiar anfertigen. Wie eine alte Chronik berichtet, wurden Bruder Michele und ein Mitbruder nach Venedig zu einem Goldschmied geschickt. Dort angekommen, ließen sie sich von dem Goldschmied unter einem Treueeid versprechen, „dass er niemandem verraten würde, was er gleich sehen und in das Kreuz einsetzen sollte. Danach wollte der Goldschmied die Pyxis mit der wundertätigen Hostie an sich nehmen, doch von einem plötzlichen Fieber befallen, rief er aus: ‚Was hast du mir gebracht, mein Bruder?‘.


Der Ordensmann fragte ihn daraufhin, ob er sich in Todsünde befinde. Nachdem der Goldschmied dies bejaht hatte, legte er vor demselben Mönch seine Beichte ab. Als das Fieber verschwunden war, nahm er ohne jede Gefahr die Pyxis, entnahm ihr die Hostie und schloss sie zusammen mit dem heiligen Holz in dasselbe Kreuz ein, darüber ein Kristallglas, wie deutlich zu sehen ist.“ Die Reliquiare des Gefäßes und des mit Blut befleckten Tuchs sowie das Kreuz mit der wundertätigen Hostie sind in der Kirche Sant’Agostino in Offida ausgestellt. Das Haus der Ricciarella in Lanciano wurde hingegen in eine kleine Kapelle umgewandelt. 1973 wurde das siebenhundertjährige Jubiläum des Wunders gefeiert, und jedes Jahr am 3. Mai begehen die Bürger von Offida den Jahrestag des Wunders.
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