Papst Franziskus widmete das Heilige Jahr 2025 einem entscheidenden Thema: der Hoffnung. Doch was bedeutet es heute wirklich, zu hoffen, in einer Welt, die uns oft auf eine harte Probe stellt? Monsignore Bruno Forte bietet uns in seinem Hirtenbrief „Die Hoffnung, die rettet“ eine tiefgründige und zugleich zugängliche Betrachtung - perfekt für alle, die wie du mitten im Leben stehen und sich Gedanken über die Zukunft machen.
Liebe und Hoffnung: eine unauflösliche Verbindung
Oft ist Hoffnungslosigkeit ein Zeichen für einen Mangel an echter Liebe. Doch woher entspringt dieses Bedürfnis nach Hoffnung? Aus einem angeborenen Verlangen nach Liebe, einer Erwartung, die menschliche Erfahrungen manchmal nicht erfüllen können und die uns dadurch desillusioniert. Die Herausforderung der Hoffnung anzunehmen bedeutet, unsere Menschlichkeit mit all ihren Verletzlichkeiten und Sehnsüchten anzunehmen. Auf Hoffnung zu verzichten bedeutet letztlich, auf ein erfülltes Leben zu verzichten. Monsignore Forte erklärt unter Berufung auf Benedikt XVI., dass „die Gegenwart, auch eine beschwerliche Gegenwart, gelebt und angenommen werden kann, wenn sie auf ein Ziel hinführt und wenn wir uns dieses Ziels sicher sein können“.
Nicht alle Hoffnungen sind gleich
Es gibt zwei Arten von Hoffnung:
• Eine Hoffnung, die allein auf unseren eigenen Kräften beruht, auf der Fähigkeit, die Welt mit unseren Händen zu verändern. Doch Vorsicht! Die Geschichte lehrt uns, dass dieser Weg zu gefährlichen Entwicklungen wie Totalitarismus und Völkermorden führen kann. Tatsächlich ist „die Hoffnung, die allein auf den menschlichen Protagonisten gesetzt und von ideologischen Weltanschauungen übernommen wurde, in vielen Fällen in die Hölle des Totalitarismus, der Völkermorde und der Einsamkeit gemündet, in der der andere auf einen zu beseitigenden Gegner oder auf einen bloßen „moralischen Fremden“ reduziert wurde, den man ignorieren kann“.
• Die andere, die christliche Hoffnung, sieht die Hoffnung als ein Geschenk Gottes, als etwas, das uns von oben zuteilwird. Diese Hoffnung gründet auf Jesus Christus, auf seinem ersten Kommen und auf der Erwartung seiner Wiederkehr. „Der Glaube an das ‚Schon‘ des ersten Kommens des Herrn ist untrennbar mit der Erwartung des ‚Noch nicht‘ verbunden, wenn der Sohn am letzten Tag wiederkommen und die Verheißungen Gottes sich vollständig erfüllen werden.“
Wie wir die Hoffnung jeden Tag nähren
Monsignore Forte zeigt uns drei konkrete Wege, um die Hoffnung in unserem Leben zu pflegen:
Das Gebet: keine bloße Liste von Bitten, sondern „der Raum, in dem sich das Herz - indem es sich von Gott lieben lässt - für die Überraschungen Seiner Ankunft öffnet und selbst zur Anrufung, zum Verlangen und zur Erwartung wird“.
Der Dienst: ein konkreter Weg, unseren Egoismus zu überwinden und uns für andere zu öffnen, indem wir den Nächsten lieben und uns vom Herrn führen lassen. Er ist die „konkrete Form des Auszugs aus sich selbst ohne Wiederkehr, die das Herz befreit und es lehrt, den anderen zu lieben, indem es sich vom Herrn führen lässt“.
Das Gericht Gottes: keine Strafe, sondern „das Feuer der Wahrheit, das uns für Seine Zukunft öffnet und die Leere jeder Entscheidung oder jedes Vorhabens sichtbar macht, die ausschließlich nach den Maßstäben unseres Egoismus und unserer Ängste ausgerichtet sind“.
Maria, Vorbild der Hoffnung
Die Hoffnung erhellt jeden Aspekt unseres Daseins und spornt uns an, Gutes zu tun, barmherzig zu sein und das Gemeinwohl zu suchen. Lernen wir von Maria, dem Vorbild der Hoffnung, und vertrauen wir uns ihr im Gebet an.
Die wahre Hoffnung ist keine Illusion, sondern ein Geschenk, das jeden Tag angenommen und gelebt werden will. Und diese Seiten sprechen mit ihrer Tiefe und ihrem authentischen Ton von Herz zu Herz, so wie es ein Hirte tun würde, der seinem Volk in die Augen schaut und sich persönlich an jeden Einzelnen wendet.
Falls du es noch nicht getan hast, empfehlen wir dir, eines der schönsten Bücher von Mons. Bruno Forte zu lesen.
Und du, wie lebst du die Hoffnung in deinem Glaubensleben?
