Andachten vom 28. Juni bis 4. Juli 2021
Lassen wir uns von der Liebe Gottes herausfordern, lassen wir uns von dem Herrn befragen, der uns auf Wege ruft, die wir nicht für uns bestimmt glaubten und nicht für möglich hielten: Das ist die Botschaft der Woche zwischen Juni und Juli, in der wir der heiligen Apostel Petrus und Paulus gedenken und das Kostbarste Blut Jesu feiern.
Tatsächlich ist nicht nur der 1. Juli (der Festtag), sondern der ganze Monat nach volkstümlicher Überlieferung der Betrachtung des Kostbarsten Blutes Christi gewidmet, einem unergründlichen Geheimnis der Liebe und Barmherzigkeit.
Mit der Reform des liturgischen Kalenders im Jahr 1970 wurde diese Feier mit dem Hochfest des Leibes und Blutes Christi verbunden. Dennoch sollte die Verehrung des Kostbarsten Blutes nicht in Vergessenheit geraten, sondern unter den Gläubigen gefördert werden. Nehmen wir in diesem Monat Juli die Einladung an, den Preis unserer Erlösung und den unendlichen Wert dieses Blutes wiederzuentdecken und eingehender darüber nachzudenken, von dem «ein einziger Tropfen die ganze Welt von aller Schuld erlösen kann» (Johannes XXIII.), und häufiger zum Sakrament der Eucharistie zu treten sowie auch zu jenen Frömmigkeitsübungen zurückzukehren, die von den Päpsten maßgeblich anerkannt wurden.

DIENSTAG, 29. JUNI
Heilige Petrus und Paulus, Apostel
Papst Franziskus bietet eine kraftvolle Meditation über das heutige Hochfest der heiligen Apostel Petrus und Paulus. Lassen wir zu, dass seine Worte unser Herz und unser Leben erreichen: „Einheit und Prophetie. Unsere Apostel wurden von Jesus herausgefordert. Petrus wurde gefragt: ‚Du aber, für wen hältst du mich?‘ (vgl. Mt 16,15). In diesem Augenblick verstand er, dass den Herrn nicht allgemeine Meinungen interessieren, sondern die persönliche Entscheidung, ihm zu folgen. Auch das Leben des Paulus veränderte sich nach einer Herausforderung durch Jesus: ‚Saul, Saul, warum verfolgst du mich?‘ (Apg 9,4). Der Herr erschütterte ihn im Innersten: Mehr als ihn auf dem Weg nach Damaskus zu Boden fallen zu lassen, ließ er seinen Hochmut als religiöser und angesehener Mann fallen. So wurde aus dem stolzen Saulus Paulus: Paulus, das bedeutet ‚klein‘. Auf diese Herausforderungen, auf diese Umwälzungen des Lebens folgen die Prophezeiungen: ‚Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen‘ (Mt 16,18); und an Paulus: ‚Er ist das von mir erwählte Werkzeug, um meinen Namen vor die Völker zu tragen‘ (Apg 9,15). Die Prophetie entsteht also, wenn man sich von Gott herausfordern lässt: nicht wenn man seine eigene Ruhe verwaltet und alles unter Kontrolle hält. Sie entsteht nicht aus meinen Gedanken, sie entsteht nicht aus meinem verschlossenen Herzen. Sie entsteht, wenn wir uns von Gott herausfordern lassen. Heute brauchen wir Prophetie, aber echte Prophetie: nicht Worte, die das Unmögliche versprechen, sondern Zeugnisse dafür, dass das Evangelium möglich ist. Wir brauchen Leben, die das Wunder der Liebe Gottes sichtbar machen. Nicht Macht, sondern Konsequenz. Nicht Worte, sondern Gebet. Nicht Aufrufe, sondern Dienst. So haben Petrus und Paulus Jesus verkündet, als Verliebte. Petrus denkt, bevor er gekreuzigt wird, nicht an sich, sondern an seinen Herrn, und da er sich für unwürdig hält, wie er zu sterben, bittet er darum, mit dem Kopf nach unten gekreuzigt zu werden. Paulus denkt, bevor er enthauptet wird, nur daran, sein Leben hinzugeben, und schreibt, dass er ‚als Opfergabe ausgegossen‘ werden möchte (2 Tim 4,6). Das ist Prophetie. Nicht Worte. Das ist Prophetie, die Prophetie, die die Geschichte verändert“ (Vgl. Papst Franziskus, Predigt, 29. Juni 2020).
Zur Vertiefung:
• Mit lebendigem Wasser– Mai/Juni
• Auf dein Wort hin – Mai/Juni

MITTWOCH, 30. JUNI
Beginn der Novene zur heiligen Veronika Giuliani
„Ich habe die Liebe gefunden! Sagt es allen. Das ist das Geheimnis meiner Freuden und meiner Leiden: Die Liebe hat sich finden lassen.“ Dieser Satz fasst das ganze Leben der heiligen Veronika Giuliani treffend zusammen, einer Frau, die sich von der Liebe Gottes herausfordern ließ.
Bereiten wir uns auf ihr Fest (9. Juli) vor, indem wir die Novene beten. Das Gebet ist nämlich ein hervorragender Weg, uns dieser großartigen Gestalt der Heiligkeit zu nähern und sie besser kennenzulernen!
Zur Vertiefung:
• Novene zur heiligen Veronika Giuliani

DONNERSTAG, 1. JULI
Fest des kostbarsten Blutes
Eine Art offizieller Ursprung der Spiritualität des Blutes Christi lässt sich auf die organisierte Bewegung innerhalb der Kirche zurückführen, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts rund um eine mutmaßliche Passionsreliquie entstand, die in der Basilika San Nicola in Carcere (heute San Giuseppe a Capo le Case) aufbewahrt wird.
Der Initiator war ein frommer Priester und spätere Bischof, Don Francesco Albertini, der eine Versammlung ins Leben rief, die später zur Bruderschaft vom kostbarsten Blut wurde. In ihrem Kreis bildeten sich große Geister, die sein Werk und seine Frömmigkeit fortführten und verbreiteten. Unter ihnen ragt der Name des heiligen Kaspar del Bufalo hervor. Als römischer Priester widmete er sich dem Apostolat und der Unterstützung der Armen und schloss sich der Erzbruderschaft vom kostbarsten Blut an.
Zur Zeit des heiligen Kaspar und auch noch viele Jahre danach wurde das Fest des kostbarsten Blutes am ersten Sonntag im Juli gefeiert; später wurde es auf den ersten Juli verlegt. Für den Heiligen war dieses Fest gleichsam der triumphale Abschluss eines ganzen Monats der Betrachtung und des Gebets. Den ganzen Tag über blieb das Allerheiligste auf dem Thron des Hauptaltars ausgesetzt, umgeben von Lichtern und Blumen, und in den Nachmittagsstunden betete man die Sieben Ausgießungen, abwechselnd mit kurzen Ansprachen, Gesängen sowie dem Beten von Pater und Gloria. Schließlich folgte der eucharistische Segen. An jenem Tag rief der heilige Kaspar voller Freude aus: „Oh! Was für ein großes Fest der Liebe ist das doch!“, und versammelte sich im Gebet vor dem Allerheiligsten, oft in Ekstase entrückt.
Zur Vertiefung:
• Rosenkranz und Novene zum kostbarsten Blut Christi
• Gebete zum kostbarsten Blut Jesu Christi
„Die Angst lässt mich zurückweichen; mit der Liebe gehe ich nicht nur voran, sondern fliege.“ (Die heilige Therese von Lisieux).
Die Liebe Gottes kann uns zum Fliegen bringen: Gehen wir voller Freude weiter und seien wir bereit, uns von der Liebe Gottes herausfordern zu lassen!
Ich erwarte euch in den Kommentaren zum Beitrag! Einen guten Weg!
