le candele nella liturgia

Editrice Shalom

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Autore: Editrice Shalom

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Die Kerzen in der Liturgie

Kerzen

Warum werden in der Kirche Kerzen angezündet? Und welche Bedeutung hat diese Geste in der Liturgie und im persönlichen Gebet?

Die Antwort liegt in der Tradition und der Geschichte der Kirche. Die Verwendung von Kerzen ist Teil des reichen Erbes des katholischen Glaubens. Zwar hatten Kerzen in den Liturgien und Riten wahrscheinlich einen praktischen Zweck, bevor die Elektrizität eingeführt wurde und sich verbreitete, doch der Gebrauch von Kerzen hat eine weitaus tiefere biblische und theologische Bedeutung.

Christus, das Licht der Welt

Das Symbol des Lichts durchzieht die Bibel von der ersten bis zur letzten Seite. Gott ist das Licht, und alles hat in ihm seinen Anfang. Tatsächlich ist das Licht der Beginn der Schöpfung: „Gott sprach: ‚Es werde Licht!‘ Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war“ (Gen 1,3-4). Die Offenbarung, das letzte Buch der Bibel, versichert, dass die neue Schöpfung der Triumph des Lichts ist. Gott selbst ist das Licht: „Es wird keine Nacht mehr geben, und sie werden kein Licht von einer Lampe oder das Licht der Sonne brauchen, denn Gott, der Herr, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen in alle Ewigkeit“ (Offb 22,5). 
Die liturgischen Kerzen knüpfen an diese Vorstellung von Gott als Licht und vor allem von Jesus als dem Licht Gottes an. Im Johannesevangelium stellt sich Jesus so vor: „Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Joh 8,12). In dieser Stelle wird die Beziehung deutlich, die die Berufung des Christen bestimmt: Jesus zu folgen bedeutet, in eine Beziehung zum Geheimnis von Licht und Leben einzutreten.

In diese Richtung weist auch der Hymnus, der das Johannesevangelium eröffnet und in dem das Wort-Christus als „das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet“ (1,9) vorgestellt wird. Auch der Gläubige wird zu einer Quelle des Lichts, sobald er sich vom göttlichen Licht umhüllen lässt, wie Jesus in seiner berühmten „Bergpredigt“ sagt: „Ihr seid das Licht der Welt … So soll euer Licht vor den Menschen leuchten“ (Mt 5,14.16).
Es ist daher ganz normal, dass in den Kirchen Kerzen auf dem Altar oder beim Tabernakel aufgestellt werden und bei Riten und Feiern eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus verwendet die Liturgie Kerzen bei fast allen Sakramenten, von der Taufe bis zur Krankensalbung, als unersetzliche symbolische Elemente. Die Kerze ist ein Zeugnis des Glaubens und unserer Zugehörigkeit zu Gott. Sie bringt die Flamme unserer Liebe zum Herrn, zur Gottesmutter, zu den Engeln und zu den Heiligen zum Ausdruck.

Versuchen wir nun, die verschiedenen liturgischen Kerzen kennenzulernen und zu bestimmen sowie ihre Bedeutung und ihre Wichtigkeit im Leben des Glaubens zu entdecken.

Taufkerze

Die Taufe ist das erste der Sakramente und markiert den Beginn eines Glaubensweges. Durch die Taufe werden wir von der Sünde befreit und als Kinder Gottes wiedergeboren; sie ist der offizielle Eintritt in die große Familie der Kirche und unser erstes „Ja“ zur Freundschaft mit Jesus.
Die geistlichen Wirkungen dieses Sakraments, die für die Augen unsichtbar, aber im Herzen dessen wirksam sind, der eine neue Schöpfung geworden ist, werden während des Ritus durch einige Symbole verdeutlicht, die sichtbar ausdrücken, was im Sakrament geschieht. Da ist natürlich das Wasser, das die Erbsünde abwäscht, um ein neues Leben mit Jesus zu beginnen; die Salbung mit dem Katechumenenöl auf der Brust des Kindes ist ein Zeichen für die Kraft, die Christus schenkt, für einen starken und mutigen Glauben; die Überreichung des Taufhemdchens ist ein zutiefst symbolischer Moment. Es ist ein Zeichen für eine neue Würde und ein neu begonnenes Leben.
Der Priester sagt während der Liturgie: „Du bist eine neue Schöpfung geworden und hast Christus angezogen. Dieses weiße Gewand sei ein Zeichen deiner neuen Würde […] bewahre es ohne Makel für das ewige Leben.“ Und schließlich erinnert die rituelle Übergabe der Flamme, die an der Osterkerze entzündet wurde, an die Wirkung der Taufe. Papst Franziskus erklärt die Symbolik der brennenden Kerze so: „Empfangt das Licht Christi. Diese Worte erinnern daran, dass nicht wir das Licht sind, sondern Jesus Christus, der von den Toten auferstanden ist und die Finsternis des Bösen besiegt hat.

Wir sind dazu berufen, seinen Glanz zu empfangen! Wie die Flamme der Osterkerze einzelnen Kerzen Licht schenkt, so entzündet die Liebe des auferstandenen Herrn die Herzen der Getauften und erfüllt sie mit Licht und Wärme. Die lebendige Gegenwart Christi, die wir in uns bewahren, verteidigen und ausweiten sollen, ist eine Lampe, die unsere Schritte erhellt, ein Licht, das unsere Entscheidungen lenkt, und eine Flamme, die die Herzen erwärmt, während wir dem Herrn entgegengehen. Sie befähigt uns, denen zu helfen, die mit uns unterwegs sind, bis hin zur untrennbaren Gemeinschaft mit ihm.“
Das Licht ist ein Zeichen der Gegenwart Christi. Der Vater zündet eine Kerze an der Osterkerze an - ein Zeichen für das Licht Christi, das man bei der Taufe als Geschenk empfängt, um auch selbst Licht für die Welt zu sein.
Der Glaube ist wie eine brennende Flamme, und die Eltern, der Pate und die Patin sind aufgerufen, diese Flamme zu bewahren und zu nähren und dafür zu sorgen, dass sie niemals erlischt.

Osterkerze

Besonders eindrucksvoll ist die Lichtliturgie während der Osternacht. Die Nacht wird vom Licht der Osterkerze erhellt, die das Licht Christi symbolisiert, der durch seine Auferstehung den Menschen aus der Finsternis des Bösen und des Todes reißt.
Der Ritus sieht vor, dass sich die Gläubigen zu Beginn der Osternacht an einem dunklen Ort versammeln, der nur durch das Feuer erhellt wird, an dem die Osterkerze entzündet wird, ein Symbol für Christus. Nachdem der Priester das Feuer gesegnet hat, ritzt er ein Kreuz, das Symbol Christi, in die Osterkerze; anschließend ritzt er Alpha und Omega, den ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets, ein, um anzuzeigen, dass Christus der Anfang und das Ende aller Dinge ist; schließlich ritzt er die Jahreszahlen ein, um auszudrücken, dass Jesus, der Herr über Zeit und Geschichte, heute für uns lebt.
Hinter dieser brennenden Kerze zieht die Gemeinde in Prozession einher und singt dreimal den Jubelruf: „Christus, Licht der Welt“, worauf alle antworten: „Dank sei Gott“.

Nach und nach werden die Kerzen entzündet: Die Christen werden vom Licht Christi erleuchtet, das sich immer weiter ausbreitet, bis es alle Gläubigen umhüllt und ihnen durch seine Ausdruckskraft die Begeisterung für das gefeierte Geheimnis vermittelt: „Diese Nacht, Quelle des Lichts, besiegt das Böse, wäscht die Schuld ab und gibt den Bedrängten die Freude zurück.“
Während der fünfzig Tage der Osterzeit wird bei allen Feiern die Osterkerze entzündet. Danach wird sie im Taufbecken aufgestellt und schließlich beim Ritus der Beerdigung neben dem Sarg, um den Glauben an die Auferstehung auszudrücken, der auf Jesus Christus, den Auferstandenen, gegründet ist.
Die Osterkerze sollte, um die Wahrheit des Zeichens zum Ausdruck zu bringen, tatsächlich aus Bienenwachs bestehen und jedes Jahr neu angefertigt werden. Am Schaft können verschiedene Verzierungen angebracht werden, doch die wesentliche liturgische Symbolik - Kreuz, A und O, die Zahlen des laufenden Jahres und Weihrauchkörner - darf niemals in den Hintergrund treten.

Altarkerzen

Zuallererst ist der Altar ein Symbol des auferstandenen Herrn, und die Kerzen, die vom Anfang bis zum Ende der Feier brennen, bedeuten, dass Christus inmitten seines Volkes gegenwärtig ist (Mt 18,20). Sie können sowohl auf als auch neben dem Altar aufgestellt werden, der den Mittelpunkt der gesamten Kirche bildet; die einfachen Kerzen oder die auf mehr oder weniger prächtigen Leuchtern aufgestellten Kerzen dienen unter anderem dazu, dies tatsächlich sichtbar zu machen.

In der heutigen Praxis haben die Altarkerzen (zwei bis sechs) die Aufgabe zu betonen, dass es sich um den Tisch des österlichen Mahles handelt, auf dem der Leib und das Blut des Herrn niedergelegt werden und von dem sein erlösendes Opfer emporsteigt. Die Altarkerzen müssen daher die lebendige Gegenwart Christi und seines Geistes verkünden und die Herzen der Anwesenden zum Gebet bewegen können. Die gesamte liturgische Ausstattung muss das unsichtbare Geheimnis offenbaren und die Seele der Gläubigen zu ihm führen. Kerzen von einer gewissen Höhe (nicht riesig, aber auch keine Friedhofslichter) unterstreichen außerdem die „vertikale“ Dimension des Opfers, das wir vom Altar zu Gott emporheben. 
Man kann zwei einfache Kerzen verwenden (zusammen gruppiert oder eine auf jeder Seite; es gibt dafür keine Vorschriften: Ein wenig ästhetisches Gespür genügt) oder bei wichtigeren Feiern feierlichere Leuchter.

Mariä-Lichtmesskerzen

Vierzig Tage nach Weihnachten wird die Darstellung Jesu im Tempel gefeiert. Dieses Fest ist allen als Mariä Lichtmess bekannt und verdankt seinen Namen den Kerzen, die während der Feier gesegnet und entzündet werden. Auch dieser Ritus nimmt Bezug auf Jesus, das Licht der Welt. Im Lukasevangelium wird Jesus von seinen Eltern in den Tempel gebracht, und Simeon sagt bewegt: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht in Frieden scheiden, wie du gesagt hast. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast: ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel“ (Lk 2,25-35). Das Entzünden der Mariä-Lichtmesskerzen ist daher eine Huldigung an Jesus, den Träger des Lichts, und diese Geste bringt den Willen zum Ausdruck, die Finsternis zu vertreiben und Kinder des Lichts zu sein. Unser Leben als Christen orientiert sich zuerst an dem Heil, das Christus in die Welt gebracht hat und das uns wie ein Licht zugänglich wird.

Die tropffreien Kerzen für Feiern eignen sich perfekt für Feiern in der Kirche: Sie können in der Hand gehalten, bewegt und geneigt werden und lassen weder Wachs auf die Haut noch auf den Boden tropfen. 
Am Ende des Ritus nehmen die Gläubigen die gesegneten Kerzen mit nach Hause, um sie bei besonderen Gelegenheiten anzuzünden. Es ist eine ebenso einfache wie bedeutungsvolle Geste. Ihre Bedeutung liegt ganz in den Worten des Segens: „Segne diese Kerzen und erhöre die Gebete deines Volkes. Es kommt dir mit diesen leuchtenden Zeichen entgegen. Führe es auf dem Weg des Guten, damit es zum Licht gelangt, das kein Ende kennt.“
Wenn jeder von uns die Kerze mit nach Hause nimmt, wird er sich vom Licht Christi begleitet fühlen. 

Votivkerzen

Kerzen begleiten das Leben der Gläubigen jedoch auch außerhalb der Liturgie. Eine Kerze anzuzünden bedeutet, dem Herrn, der Gottesmutter und den Heiligen sein Gebetsanliegen anzuvertrauen. Wir alle tun es: Es ist eine einfache Geste, die unseren Wunsch zum Ausdruck bringt, dass unsere Gebete für uns selbst und für andere vor Gott bleiben, während die Kerze brennt, auch nachdem wir aufgehört haben zu beten und fortgegangen sind. Eine Spende zu hinterlassen bedeutet dann symbolisch, unsere Worte mit „Taten“ zu begleiten, mit einem kleinen persönlichen Opfer, das unser Glaubensanliegen greifbar macht.
Eine Kerze anzuzünden und sie zu opfern ist eine Möglichkeit, den eigenen Willen zu bekräftigen, dem Beispiel Jesu zu folgen und „Licht der Welt“ zu sein. Es bringt auch den Wunsch zum Ausdruck, dem Herrn, der Gottesmutter und den Heiligen die eigenen Worte und Gedanken anzuvertrauen. Es ist eine Bitte um Hilfe, um ein Licht, das unser Leben von oben erhellt, vielleicht in einem Moment, in dem wir in der Finsternis kämpfen. 

Tabernakelkerze

Das Allerheiligste Sakrament wird an einem wirklich wichtigen Ort der Kirche aufbewahrt, der für die Anbetung und das Gebet, vor allem das persönliche Gebet, geeignet sowie würdig geschmückt und angemessen beleuchtet ist. Die im Tabernakel aufbewahrte Eucharistie ist die „Sichtbarkeit“ der Herrlichkeit Gottes, der sich uns im Zeichen des Leibes des Herrn Jesus weiterhin schenkt. 
Neben dem Tabernakel befindet sich der Platz für die ewige Lampe, als Zeichen der dem Herrn erwiesenen Ehre und als Zeichen der Gegenwart des Allerheiligsten Sakraments. Diese Lampen sind gewöhnlich rot und werden fast immer mit Öl betrieben oder enthalten eine Kerze. Diese stets brennende Kerze ist ein „Wachlicht“, das zusammen mit anderen Zeichen die Gegenwart des Allerheiligsten Sakraments im Tabernakel und den brennenden Glauben der Christen vor ihm bekundet.
Die Lampe kann aus einer einfachen Kerze bestehen, doch die edlere Tradition sieht ein hohes und schmales Gefäß aus transparentem Glas (oft rot) vor, das Öl für eine lange Brenndauer enthält. Das Gefäß ist von einem Lampenträger aus frei wählbarer Form und frei wählbarem Material umschlossen oder wird von ihm getragen.

Prozessionskerzen (Flambeaux)

Religiöse Prozessionen werden durch den Einsatz von Kerzen, die weiterbrennen und so das Gebet der Gläubigen zu Gott lebendig halten, noch eindrucksvoller. Religiöse Prozessionskerzen aus weißem Wachs können mit Flambeaux aus Papier oder aus feuerfestem PVC versehen werden, die verhindern, dass Wachs auf die Hände der Gläubigen tropft, und zugleich als Windschutz für Kerzen dienen.
Die Osterkerze, die Kerzen, die Lampen, die Lichter … sind also allesamt Zeichen jenes Lichts, das das Böse besiegt, die Schuld abwäscht und den Bedrängten die Freude zurückgibt …“. In der Osternacht, im Sakrament der Taufe, bei Beerdigungen, während der Eucharistiefeier, bei der Inthronisierung des Evangelienbuchs, vor dem Tabernakel, während der Prozessionen … Das Licht weist immer auf die Gegenwart Christi hin, des wahren Lichts des Lebens, und darauf, dass wir Kinder des Lichts, Kinder Gottes, sind.

Einen guten Weg!

Die Kerzen in der Liturgie

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