Texte aus dem Messbuch „Auf dein Wort“ Juli-August 2023
Aufnahme der seligen Jungfrau Maria in den Himmel (H)
eigene Texte
Abendmesse am Vorabend
ERSTE LESUNG
Aus dem ersten Buch der Chronik (1 Chr 15,3-4.15-16;16,1-2)
In jenen Tagen versammelte David ganz Israel in Jerusalem, um die Lade des Herrn an den Ort hinaufzubringen, den er für sie vorbereitet hatte. David versammelte die Söhne Aarons und die Leviten. Die Söhne der Leviten trugen die Lade Gottes auf ihren Schultern mithilfe von Stangen, wie Mose es auf das Wort des Herrn hin angeordnet hatte. David sagte den Anführern der Leviten, sie sollten ihre Brüder bereitmachen, die Sänger mit den Musikinstrumenten, Harfen, Leiern und Zimbeln, damit sie mit erhobener Stimme freudige Klänge erschallen ließen. So brachten sie die Lade Gottes hinein und stellten sie in die Mitte des Zeltes, das David für sie aufgeschlagen hatte; sie brachten vor Gott Brandopfer und Heilsopfer dar. Als David mit der Darbringung der Brandopfer und Heilsopfer fertig war, segnete er das Volk im Namen des Herrn. – Wort des Herrn.
ZWEITE LESUNG
Aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther (1 Kor 15,54b-57)
Brüder, wenn dieses Sterbliche sich mit Unsterblichkeit bekleidet hat, dann erfüllt sich das Wort der Schrift: „Der Tod ist vom Sieg verschlungen. Wo ist, o Tod, dein Sieg? Wo ist, o Tod, dein Stachel?“ Der Stachel des Todes ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber das Gesetz. Gott sei Dank, der uns den Sieg schenkt durch unseren Herrn Jesus Christus! – Wort des Herrn.
EVANGELIUM DES TAGES
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas (Lk 11,27-28)
In jener Zeit, als Jesus zu den Menschenmengen sprach, erhob eine Frau aus der Menge ihre Stimme und sagte zu ihm: „Selig der Schoß, der dich getragen, und die Brust, die dich gestillt hat!“ Er aber erwiderte: „Selig sind vielmehr diejenigen, die das Wort Gottes hören und es befolgen!“ – Wort des Herrn.
Messe am Tag
ERSTE LESUNG
Aus der Offenbarung des heiligen Apostels Johannes (Offb 11,19a;12,1-6a.10ab)
Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar. Ein großes Zeichen erschien am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in den Wehen und bei der Geburt. Dann erschien ein anderes Zeichen am Himmel: ein großer, feuerroter Drache mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und auf seinen Köpfen sieben Diademe. Sein Schweif fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte, um ihr Kind zu verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort bereitet hatte. Da hörte ich eine mächtige Stimme im Himmel sagen: „Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Königsherrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Christus.“ – Wort des Herrn.
Kommentar zur ersten Lesung
Die Vision der Offenbarung, die die Kirche uns an diesem Fest vorlegt, zeigt uns zwei Zeichen. Das erste ist das große Zeichen einer schwangeren Frau, die vor Schmerzen in den Wehen und bei der Geburt schreit, mit der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen und einer Krone aus Sternen. Das zweite ist ein feuerroter Drache mit sieben Köpfen und zehn Hörnern, der, nachdem er ein Drittel der Sterne vom Himmel gerissen und auf die Erde geschleudert hat, das neugeborene Kind verschlingen will. Diese beiden Bilder verdeutlichen den Gegensatz zwischen Gut und Böse, doch die Stimme vom Himmel versichert, dass der endgültige Sieg nicht dem Drachen, sondern dem Sohn der Frau gehören wird. Diesen selben Kampf erleben wir jeden Tag in unserem Leben, aber Gott erinnert uns aufs Neue an seinen Bund und sendet uns eine Botschaft der Hoffnung: Er schenkt uns den Sohn, bereitet uns einen Zufluchtsort des Heils und lässt nicht zu, dass das Böse über das Gute siegt. Daher bezeugt die Kirche, deren Symbol Maria nicht nur ist, sondern die zugleich Mutter und bevorzugte Tochter ist, immer den Sieg Christi und die Hoffnung, die all unser Tun durchdringen muss.
ZWEITE LESUNG
Aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther (1 Kor 15,20-27a)
Brüder, Christus ist von den Toten auferstanden als der Erste der Entschlafenen. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden. Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören. Danach kommt das Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft vernichtet und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod. Denn alles hat er unter seine Füße gelegt. – Wort des Herrn.
Kommentar zur zweiten Lesung
Maria wurde mit Leib und Seele, also mit ihrem ganzen Wesen, in den Himmel aufgenommen, ohne die Verwesung des menschlichen Leibes erfahren zu haben; sie hat bereits Anteil an der Auferstehung der Toten, die uns allen bevorsteht. Aus diesem Grund hat die Kirche den Abschnitt aus dem Brief an die Korinther ausgewählt, in dem Paulus erklärt, wie die Auferstehung der Toten geschehen wird. Die Christen in Korinth meinten aufgrund ihres Glaubensbekenntnisses, bereits geistlich am christlichen Heil teilzuhaben. Der Tod wurde als endgültiger Übergang in diese Fülle verstanden. Damit schlossen sie die künftige Auferstehung aus, die das Evangelium jedoch verheißt. Paulus stellt durch seine Verkündigung die Situation klar: Christus ist wahrhaft auferstanden und war der Erste. Danach werden alle auferstehen, die zu ihm gehören, die an ihn glauben, und er wird sein Reich Gott, dem Vater, zurückgeben. Wenn Christus der Erste unter denen ist, die von den Toten auferstehen, dann ist Maria die Zweite. Mit ihrer Aufnahme in den Himmel erinnert sie uns an das Schicksal der Herrlichkeit und des Glücks, das uns allen nach der Prüfung des Todes erwartet. Das ist unser Glaube.
EVANGELIUM DES TAGES
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas (Lk 1,39-56)
In jenen Tagen machte sich Maria auf und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Und es geschah: Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: „Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“ Da sagte Maria: „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“ Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück. – Wort des Herrn.
Kommentar zum Evangelium des Tages
Im Evangelium steht das „Magnificat“ im Mittelpunkt. Dieser Lobgesang, der jeden Tag bei der Feier der Vesper gebetet wird, ist wie ein „Foto“ der Mutter Gottes. Marias Gesang enthält ewige Worte, die die Zeit überschreiten. Alle Generationen nennen die Jungfrau selig, weil sie demütig und offen für den Willen Gottes ist. Maria schreibt sich selbst nämlich keinen anderen Titel als den der Magd zu. Gott erhöht, wer sich erniedrigt, wer dient. Darin liegt das Rezept, niemals zu sterben: Je mehr man in Demut und Verborgenheit lebt, desto mehr freut sich Gott über uns und bereitet uns einen Platz im Himmel. Maria hat das Verdienst zu glauben, dass Gott groß ist und gerade im Herzen derer Wunder wirken kann, die völlig auf ihn vertrauen und seine Größe anerkennen. Deshalb kann sich jeder von uns in seinem Herzen fragen: Wie steht es um meine Demut? Versuche ich, von anderen anerkannt zu werden, mich durchzusetzen und gelobt zu werden, oder denke ich daran, wie Maria zu dienen? Machen wir uns dieses Gebet zu eigen und beten wir es, damit es uns auf dem Weg begleitet, der von der Erde zum Himmel führt. Es soll uns daran erinnern, dass das Geheimnis im Wort Demut verborgen liegt und dass Kleinsein und Dienen die Schritte sind, die wir gehen müssen, um das Ziel, den Himmel, zu erreichen.

