Texte aus dem Messalino „Auf dein Wort“ Januar-Februar 2025
Erscheinung des Herrn (H)
eigene Texte
ERSTE LESUNG
Aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes 60,1-6)
Steh auf, werde licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht strahlend auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir. Völker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Aufgang. Hebe deine Augen ringsum und schau: Sie alle versammeln sich, kommen zu dir. Deine Söhne kommen von fern, deine Töchter werden auf der Hüfte sicher getragen. Da wirst du schauen und strahlen, dein Herz wird beben und sich weiten, denn der Reichtum des Meeres wendet sich dir zu, die Schätze der Völker kommen zu dir. Eine Menge von Kamelen bedeckt dich, Dromedare aus Midian und Efa. Sie kommen aus Saba, alle, sie bringen Weihrauch und Gold und verkünden die Ruhmestaten des Herrn. – Wort des lebendigen Gottes.
Kommentar zur ersten Lesung
„Steh auf, werde licht, denn dein Licht kommt.“ Mit diesen Worten lädt der Prophet Jesaja die heilige Stadt Jerusalem ein, sich auf ein Fest vorzubereiten. Alle Völker werden zum Licht der heiligen Stadt wandern: die Söhne Israels, die aus dem Exil zurückkehren, und die fremden Völker, die von einer solchen Schönheit angezogen werden. Die Zeit der Trauer und des Leidens, der Klage und der Müdigkeit ist vorbei: Dies ist die Zeit der Freude, des Tanzes und des Festes. Dieses Licht ist Jesus, der alle Völker ohne Ausnahme zu sich zieht. Die Erscheinung des Herrn ist gerade die Offenbarung Jesu an alle Völker. Auch an mich: Auch ich gehöre zu diesem Volk, auch an mich richtet der Herr Jesus die Einladung, aufzustehen und mich auf den Weg zu machen. Nichts kann meinen Weg zum Herrn hindern, denn vor allem ist er es, der auf mich zugekommen ist. Es ist das Fest der Begegnung zwischen meiner Armut und der Größe Gottes, und in dieser Umarmung kommt alles wieder in die rechte Ordnung. Es ist ein Tag des Festes, der Freude und des Lichts.
ZWEITE LESUNG
Aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser (Eph 3,2-3a.5-6)
Brüder und Schwestern, ihr habt doch gehört, welches Amt mir durch Gottes Gnade für euch übertragen wurde: Durch eine Offenbarung wurde mir das Geheimnis kundgetan. Den Menschen früherer Generationen wurde es nicht bekannt gemacht, jetzt aber ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden: dass nämlich die Heiden Miterben sind, dem gleichen Leib angehören und mit teilhaben an der Verheißung in Christus Jesus durch das Evangelium. – Wort des lebendigen Gottes.
Kommentar zur zweiten Lesung
Paulus wendet sich an die Heiden, also an jene, die nicht zum auserwählten Volk gehören. Seine Sendung besteht darin, verständlich zu machen, dass alle, ohne Ausnahme, zu diesem Moment der Freude eingeladen sind; alle sind zum Heil in Christus Jesus, unserem Herrn, berufen. Er ist gekommen, die trennende Mauer niederzureißen und uns zu einem einzigen neuen Volk zu machen. Es gibt keine Mauern oder Festungen, die uns trennen könnten, denn in Christus sind wir alle ein einziges Volk. Denken wir an den Weihnachtstag zurück: Zur Grotte kommen die Hirten, Menschen, die nicht gern gesehen wurden, weil sie als unrein galten, und die Sterndeuter, weise Männer, die von weit her kommen. Sie, die Ausgestoßenen, sind die Ersten, die zur Grotte kommen, um das Kind anzubeten. Das ist ein Zeichen für die Haltung, die Jesus immer zeigen wird: die Demütigen erhöhen und die Mächtigen stürzen.
EVANGELIUM DES TAGES
Aus dem Evangelium nach Matthäus (Mt 2,1-12)
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, siehe, da kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: „Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohepriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden solle. Sie antworteten ihm: „In Betlehem in Judäa; denn so steht es geschrieben bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.“ Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: „Geht und forscht sorgfältig nach dem Kind! Und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.“ Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land. – Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.
Kommentar zum Evangelium des Tages
Die Sterndeuter, die sich mit den Dingen des Himmels auskennen, beginnen eine Reise, angetrieben von dem Wunsch, dem Stern zu folgen: Wenn wir uns auf den Weg machen wollen, müssen wir lernen, zum Himmel und nicht auf die Erde zu schauen; wir müssen lernen, uns von großen Träumen und großen Idealen inspirieren und führen zu lassen. Es reicht jedoch nicht zu träumen, es reicht nicht zu wünschen, wenn wir nicht wie die Sterndeuter lernen, den Traum mit Nachdenken zu verbinden und zu versuchen, die Dinge zu verstehen, ohne uns jedoch von bloßen Überlegungen gefangen nehmen zu lassen; denn es bleibt immer wahr, dass das Herz Gründe hat, die der Verstand nicht versteht. Ein weiterer Aspekt, der Aufmerksamkeit verdient, ist die Tatsache, dass die Sterndeuter den falschen Weg eingeschlagen haben und statt direkt nach Betlehem zu gelangen, nach Jerusalem zum Palast des Königs abwichen. Dieser Fehler zeigt, dass die Sterndeuter eine Zeit lang den Stern aus den Augen verloren, aufgehört hatten, nach oben zu schauen, und wieder nach menschlichen Maßstäben dachten und handelten: Ein König wohnt im Palast, also gingen sie nach Jerusalem! Der Weg des Glaubens verläuft auch für uns nie geradlinig, sondern ist oft mit Mühen und Schwierigkeiten verbunden. Wenn wir den falschen Weg einschlagen, kehren wir auf den richtigen Weg zurück; entscheidend ist, Jesus zu begegnen.


