liturgia della domenica 10 luglio 2022

Editrice Shalom

Tempo di lettura: 5 min
Autore: Editrice Shalom

Cosa troverai in questo articolo?

Sonntagsliturgie: 10. Juli 2022

Samariter

Texte aus dem Messbuch „Auf dein Wort“ Juli-August 2022

15. Sonntag im Jahreskreis (C)
3. Woche im Psalter


ERSTE LESUNG

Aus dem Buch Deuteronomium (Dtn 30,10-14)

Mose sprach zum Volk: «Du wirst auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hören und seine Gebote und Satzungen befolgen, die in diesem Buch der Weisung aufgezeichnet sind, und du wirst zum Herrn, deinem Gott, umkehren mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele. Dieses Gebot, das ich dir heute gebe, ist für dich nicht zu schwer und nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, sodass du sagen müsstest: “Wer steigt für uns in den Himmel hinauf, holt es herab und lässt es uns hören, damit wir es halten können?” Es ist nicht jenseits des Meeres, sodass du sagen müsstest: “Wer fährt für uns über das Meer, holt es herbei und lässt es uns hören, damit wir es halten können?” Nein, das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten». – Wort des lebendigen Gottes.

Kommentar zur ersten Lesung

Im Buch Deuteronomium sagt Mose uns etwas Wunderschönes und sehr Tröstliches: Das Wort des Herrn ist nicht fremd, nicht fern und nicht unerreichbar. Das Schöne ist, dass es ganz nah ist, ja sogar in uns, im Herzen. Gott schenkt uns dies: Sein Wort erklingt in unserem Innersten und lässt uns vor allem erkennen, wie sehr er uns liebt. Doch das Wort stellt auch eine Forderung: Es will verwirklicht werden, es will in uns Fleisch werden. Eine der häufigsten Versuchungen unseres Herzens besteht darin zu denken, Gott verlange von jedem von uns irgendwelche heldenhaften Taten oder besonders schwierige Verhaltensweisen. In Wirklichkeit verlangt er von uns keine besonders schwierigen Dinge, sondern dass wir auf sein Wort hören als Ausdruck des Vertrauens und der Liebe zu ihm und es in die Tat umsetzen, bis es in uns Früchte des ewigen Lebens trägt. Sein Wort in die Tat umzusetzen und es in Lebensentscheidungen zu übertragen bedeutet nicht, auf unsere Autonomie zu verzichten, sondern nach Wahrheit und Weisheit zu handeln, um wahrhaft frei zu werden. Die wahre Freiheit besteht darin, als Kinder Gottes zu leben.


ZWEITE LESUNG

Aus dem Brief des Apostels Paulus an die Kolosser (Kol 1,15-20)
Christus Jesus ist das Abbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten. Alles ist durch ihn und auf ihn hin erschaffen. Er ist vor aller Schöpfung, in ihm hat alles Bestand. Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; so hat er in allem den Vorrang. Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles zu versöhnen. Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen, der Frieden gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut. – Wort des lebendigen Gottes.

Kommentar zur zweiten Lesung

Die zweite Lesung ist ein großartiger Hymnus auf die Person Christi, der für die Menschheit ein Zeichen der Erlösung und des Heils ist. Der heilige Paulus beantwortet die drängendsten Fragen, die jeder von uns im Herzen trägt und die für unser Wachstum wirklich grundlegend sind: Wer ist Gott? Wo ist er? Wie kann man sein Antlitz sehen? Der Apostel sagt uns, dass diese Fragen in der Person Jesu ihre Antwort finden: Alles ist durch ihn und auf ihn hin erschaffen. Er ist das Abbild des unsichtbaren Gottes. Das bedeutet, dass alles, was an Gott verborgen und unbegreiflich war, durch Christus offenbart worden ist. Denn er ist es, der uns das Antlitz des Vaters offenbart. Und was er uns sagt, ist im Wesentlichen dies: Der Vater ist nicht fern oder unerreichbar, sondern er ist jedem von uns nahegekommen, gerade in Jesus Christus. Nur mit ihm und durch ihn kann unser Leben einen Sinn haben; wir alle sind einzigartig und unwiederholbar und dazu bestimmt, für immer mit ihm zu leben. Gott ist unserem Leben nicht fern: Er ist uns nahe und sorgt sich um uns. Sind wir von dieser Wirklichkeit überzeugt? Wie handeln wir im Alltag, damit sie Wirklichkeit wird?


EVANGELIUM DES TAGES

Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 10,25-37)
In jener Zeit stand ein Gesetzeslehrer auf, um Jesus auf die Probe zu stellen, und fragte ihn: «Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?» Jesus sagte zu ihm: «Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du?» Er antwortete: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst». Jesus sagte zu ihm: «Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben». Doch der Gesetzeslehrer wollte sich rechtfertigen und sagte zu Jesus: «Und wer ist mein Nächster?» Jesus erwiderte: «Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel Räubern in die Hände. Sie plünderten ihn aus, schlugen ihn nieder und gingen weg, sodass er halb tot liegen blieb. Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging vorüber. Ebenso kam ein Levit zu dieser Stelle; er sah ihn und ging vorüber. Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid. Er ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn in eine Herberge und sorgte für ihn. Am nächsten Tag holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: “Sorge für ihn, und wenn du mehr ausgibst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme”. Was meinst du: Wer von diesen dreien ist dem der Nächste geworden, der von den Räubern überfallen wurde?» Der Gesetzeslehrer antwortete: «Derjenige, der ihm Barmherzigkeit erwiesen hat». Da sagte Jesus zu ihm: «Dann geh und handle du genauso». – Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

Kommentar zum Evangelium des Tages

Im Gleichnis Jesu begegnen uns drei Menschen, die an einem von Räubern halb totgeschlagenen Mann vorbeikommen: Der Priester und der Levit sehen den Mann am Boden liegen und gehen vorüber, weil sie nichts riskieren wollen. Ist es bei uns nicht genauso? Kommt es nicht vor, dass wir die Straßenseite wechseln, um dem Bettler oder dem lästigen Straßenverkäufer nicht zu begegnen? Kommt es nicht vor, dass wir den Besuch alter und kranker Menschen vermeiden und uns mit Aussagen rechtfertigen wie “Es tut mir so weh, ihn so zu sehen” oder “Ich weiß nicht, was ich sagen soll”? Der Samariter, der als Häretiker und definitionsgemäß Verachteter gilt, geht auf ihn zu und hilft ihm. Damit zeigt er eine große, leider sehr seltene Eigenschaft: Mitgefühl. Mitgefühl zu empfinden bedeutet, dem anderen zuzuhören und sein Erleben zu teilen, sich in den Schmerz des anderen hineinzuversetzen, die Probleme des anderen auf sich zu nehmen, um sie zu lösen oder zumindest zu lindern. Es bedeutet, etwas von dem, was uns gehört, abzugeben, um es einem anderen zu schenken. Daher sollen wir nicht nur Barmherzigkeit empfinden, sondern den Menschen, denen wir auf den Straßen des Lebens begegnen, Barmherzigkeit erweisen und uns von ihrer Not berühren lassen. In unserem Alltag sollten wir uns nicht fragen: «Wer ist mein Nächster?», sondern: «Wem werde ich zum Nächsten, wem komme ich nahe?».


Abonnement für das Messbuch
Abonnement für das Messbuch
Sonntagsliturgie: 10. Juli 2022

Cosa troverai in questo articolo?