Texte aus dem Messbuch „Auf dein Wort“ Januar-Februar 2025
Taufe des Herrn (F) (C)
eigene Texte
ERSTE LESUNG
Aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes 40,1-5.9-11)
„Tröstet, tröstet mein Volk“, spricht euer Gott. „Redet Jerusalem zu Herzen und ruft ihr zu, dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist; denn sie hat von der Hand des Herrn das Doppelte empfangen für all ihre Sünden.“ Eine Stimme ruft: „In der Wüste bahnt dem Herrn einen Weg, ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hügelig ist, werde eben. Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, und alle Menschen werden sie sehen; denn der Mund des Herrn hat gesprochen.“ Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! Sag den Städten in Juda: „Seht, da ist euer Gott. Seht, Gott, der Herr, kommt mit Macht, er herrscht mit starkem Arm. Seht, er bringt seinen Siegespreis mit: Alle, die er gewonnen hat, gehen vor ihm her. Wie ein Hirt führt er seine Herde zur Weide, auf seinem Arm trägt er die Lämmer, an seiner Brust sammelt er sie, die Mutterschafe führt er behutsam.“ – Wort des Herrn.
Auslegung zur ersten Lesung
„Tröstet, tröstet mein Volk.“ Gott lädt durch den Propheten Jesaja dazu ein, sein Volk zu trösten und ihm Mut zu machen, denn der Herr ist nicht gekommen, um zu verurteilen, sondern um zu retten. Es ist Zeit, uns auf die Begegnung mit ihm vorzubereiten, die Hügel des Stolzes und der Überheblichkeit abzutragen und die Gräben der Angst und der Scham aufzufüllen. Es ist Zeit, den Weg für die Begegnung mit dem Herrn zu bereiten, der kommt, um uns auf seinen Armen zu tragen, wie ein Hirte seine Herde trägt. Es ist die Zeit der Güte und Zärtlichkeit, der Ermutigung und des Vertrauens.
ZWEITE LESUNG
Aus dem Brief des Apostels Paulus an Titus (Tit 2,11-14;3,4-7)
Mein Sohn, die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den weltlichen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben, während wir auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung warten: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Christus Jesus. Er hat sich für uns hingegeben, damit er uns von aller Ungerechtigkeit erlöse und sich ein auserwähltes Volk schaffe, das voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun. Als aber die Güte und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien, hat er uns gerettet - nicht aufgrund von Werken, die wir vollbracht hätten, sondern aufgrund seines Erbarmens durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist. Ihn hat er in reichem Maß über uns ausgegossen durch Jesus Christus, unseren Retter, damit wir durch seine Gnade gerecht gemacht, zu Erben des ewigen Lebens würden, das wir erhoffen. – Wort des Herrn.
Auslegung zur zweiten Lesung
Wenn wir in der ersten Lesung dazu ermutigt wurden, mit Vertrauen und Hoffnung auf das Leben zu blicken, erinnert uns der heilige Paulus daran, dass die Zärtlichkeit Gottes ein Gesicht und einen Namen hat: Jesus Christus. In Jesus entspringt jenes „Bad der Wiedergeburt“, die Taufe. Eine Gabe, die uns nicht aufgrund unseres Verdienstes erreicht, sondern allein durch Gottes Erbarmen, durch Wasser, das im Heiligen Geist wiedergebärt und erneuert. Das ist die Gabe, die der Vater uns durch seinen Sohn Jesus gemacht hat: uns an der Erlösung teilhaben zu lassen. Nun liegt es an uns, unseren Blick fest auf Jesus zu richten, um von ihm zu lernen, nach dem Evangelium zu leben und als Kinder Gottes zu leben.
EVANGELIUM DES TAGES
Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 3,15-16.21-22)
In jener Zeit wartete das Volk gespannt, und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht der Christus sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: „Ich taufe euch mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ Es geschah aber, dass sich zusammen mit dem ganzen Volk auch Jesus taufen ließ. Und während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.“ – Evangelium des Herrn.
Auslegung zum Evangelium des Tages
Johannes der Täufer spendete am Fluss Jordan eine Bußtaufe, eine Geste der Demut vor Gott. Als Jesus kommt, besteht er darauf, auch von ihm getauft zu werden, und zeigt damit einmal mehr, dass er sich „erniedrigen“ will, um jeden Mann und jede Frau zu erreichen, angefangen bei den Letzten und den Sündern. In dieser weiteren Erniedrigung empfängt Jesus die Gabe des Geistes, während eine Stimme vom Himmel spricht: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.“ Wenn Johannes der Täufer mit Wasser taufte, so tauft Jesus nun im Heiligen Geist und macht uns an derselben Sendung teilhaben, die er vom Vater im Himmel empfangen hat. Durch die Taufe sind wir alle zur Wohnung des Heiligen Geistes geworden; in Jesus sagt Gott nun zu jedem Einzelnen: „Du bist mein Sohn, mein geliebter Sohn.“ Jeder kann diese Worte auf sich selbst beziehen und so in der Liebe Gottes Bestätigung finden. Jeder Gedanke, der dem widerspricht, kommt nicht von Gott! Der Herr helfe uns, die Schönheit dieser Freude zu genießen: zu spüren, dass wir von ihm geliebt und mit aller Zärtlichkeit erfüllt sind.


