Texte aus dem Messbuch „Auf dein Wort“ Juli-August 2021
Aufnahme der seligen Jungfrau Maria in den Himmel (H)
Eigene Texte
ABENDMESSE
ERSTE LESUNG
Aus dem ersten Buch der Chronik (1 Chr 15,3-4.15-16;16,1-2)
In jenen Tagen versammelte David ganz Israel in Jerusalem, um die Lade des Herrn an den Ort hinaufzubringen, den er für sie vorbereitet hatte. David versammelte die Söhne Aarons und die Leviten. Die Leviten trugen die Lade Gottes auf ihren Schultern an den Stangen, wie Mose es auf das Wort des Herrn hin angeordnet hatte. David sagte den Anführern der Leviten, sie sollten ihre Brüder, die Sänger mit Musikinstrumenten, Harfen, Leiern und Zimbeln, bereithalten, damit sie mit erhobener Stimme freudige Klänge ertönen ließen. Sie brachten also die Lade Gottes hinein und stellten sie in die Mitte des Zeltes, das David für sie aufgeschlagen hatte; sie brachten vor Gott Brandopfer und Heilsopfer dar. Als David die Brandopfer und Heilsopfer dargebracht hatte, segnete er das Volk im Namen des Herrn. Wort des lebendigen Gottes.
ZWEITE LESUNG
Aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther (1 Kor 15,54b-57)
Brüder und Schwestern, wenn sich dieser vergängliche Leib mit Unvergänglichkeit bekleidet, dann erfüllt sich das Wort der Schrift: „Der Tod ist verschlungen vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“ Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch Jesus Christus, unseren Herrn! Wort des lebendigen Gottes.
EVANGELIUM DES TAGES
Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 11,27-28)
In jener Zeit, als Jesus zu den Menschenmengen redete, erhob eine Frau aus der Menge ihre Stimme und sagte zu ihm: „Selig der Schoß, der dich getragen, und die Brust, die dich gestillt hat!“ Er aber erwiderte: „Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen!“ Wort des Herrn.
MESSE AM TAG
ERSTE LESUNG
Aus der Offenbarung des heiligen Apostels Johannes (Offb 11,19a;12,1-6a.10ab)
Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar. Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein großer, feuerroter Drache mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der alle Völker mit eisernem Zepter weiden wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort bereitet hatte. Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: „Jetzt ist sie da, die Rettung, die Macht und die Königsherrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Christus.“ Wort des lebendigen Gottes.
Gedanken zur ersten Lesung
Das Buch der Offenbarung des heiligen Johannes stellt uns zwei Zeichen vor: Das erste ist eine schwangere Frau in den Wehen, mit der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen und eine Krone aus Sternen auf dem Haupt. Das zweite ist ein roter Drache mit sieben Köpfen und zehn Hörnern, der mit seinem Schwanz die Sterne mitreißt und auf die Erde stürzt. Die Darstellung der Sonne, des Mondes und der Sterne sowie die Geburtswehen führen uns zum Gedanken an die Schönheit Gottes, an einen schönen Gedanken von Schöpfung und Erschaffung, von Staunen, Verwunderung, Ewigkeit und Hoffnung, die sich immer mit dem Drachen auseinandersetzen müssen, also mit Satan, den Widrigkeiten, Feindseligkeiten, Wechselfällen und Zwiespältigkeiten der Welt. Diese beiden Bilder machen den Gegensatz zwischen Gut und Böse deutlich; diesen Kampf erleben wir jeden Tag in unserem Leben. Doch Gott erinnert uns erneut an seinen Bund und sendet uns mit mächtiger Stimme eine Botschaft der Hoffnung. Er schenkt uns den Sohn, er bereitet uns eine Zuflucht der Rettung, ein Reich und die Macht seines Christus, in dem das Böse nicht über das Gute siegen darf.
ZWEITE LESUNG
Aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther (1 Kor 15,20-27a)
Brüder und Schwestern, Christus ist von den Toten auferstanden als der Erste der Entschlafenen. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden. Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören. Danach kommt das Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft vernichtet und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod. Denn alles hat er unter seine Füße gelegt. Wort des lebendigen Gottes.
Gedanken zur zweiten Lesung
Heute feiern wir die Aufnahme Marias in den Himmel mit Leib und Seele, und der heilige Paulus spricht zu uns von der Auferstehung Christi, der als Erster von den Toten auferstanden ist. Das ist ein grundlegender Abschnitt im Leben eines Christen: Wenn wir das Geheimnis der Auferstehung zu unserem eigenen machen, öffnet sich unser Leben wahrhaftig für die Freude der Rettung. Wenn wir unser Leben an den Gedanken des Todes als letztem Ende unserer Pläne, Beziehungen und Zuneigungen ausrichten, versäumen wir die Gelegenheit, Hoffnung zu erfahren, unser Leben besser zu machen und frei und vertrauensvoll zu sein - mit dem Antrieb, der es uns ermöglicht, Ängste zu besiegen. Wenn wir die Angst vor dem Tod besiegen, die große und eigentliche Angst des Menschen, öffnen wir uns weit für den Glauben an das von Jesus verheißene ewige Leben. Welchen Sinn hätte unser heutiges Leben ohne dieses Leben? Der heilige Paulus bekräftigt, dass alle Feinde Gottes Christus unterworfen werden: Der letzte wird der Tod sein, denn bei seinem Kommen wird er alle seine Getreuen aus den Gräbern rufen. Und es wird eine von Liebe, Gemeinschaft und Rettung erfüllte Freude sein.
EVANGELIUM DES TAGES
Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 1,39-56)
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Und es geschah: In dem Augenblick, als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: „Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“ Da sagte Maria: „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“ Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabet; dann kehrte sie nach Hause zurück. Wort des Herrn.
Gedanken zum Evangelium des Tages
Eine schwangere Frau empfindet eine unbeschreibliche Freude, wenn sie spürt, wie sich ihr Kind in ihrem Leib bewegt: In ihr geschieht ein Wunder, ein Geschöpf nimmt Gestalt an, wächst und entwickelt sich, und wenn die Mutter geglaubt hatte, unfruchtbar zu sein, wird diese Freude ins Unermessliche gesteigert. Sicherlich nehmen auch die Kinder im Mutterleib das große Glück ihrer Mütter wahr und bringen ihre Freude durch Hüpfen zum Ausdruck. In Elisabet bringt das Hüpfen die Worte hervor, aus denen wir das Gebet des Ave Maria entnommen haben. Der Heilige Geist lässt Maria nicht nur die Gnade der Mutterschaft erfahren, sondern lässt sie auch das Gebet des Magnificat empfangen, den schönsten Gesang und das schönste Lob, das jeden Tag bei der Feier der Vesper gebetet wird. Wenn wir dieses Gebet zu unserem eigenen machen, gelingt es uns Christen wahrhaftig, die unbeschreibliche Freude, Gott bei uns zu haben, in Worte zu fassen: jenes Aufjauchzen der Seele, wenn wir erkennen, dass er auf unsere Niedrigkeit schaut, dass wir von ihm berührt werden und die Gabe seines Erbarmens für alle erhalten, die ihn fürchten. Seine Gerechtigkeit wird sich in der Macht seines Armes zeigen, der die Niedrigen beschenkt und erhöht und die Reichen zerstreut, stürzt und mit leeren Händen fortschickt. Verstehen wir es, dieses Wunder in unserem Leben zu leben?

