liturgia della domenica 2 aprile 2023

Editrice Shalom

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Autore: Editrice Shalom

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Liturgie vom Sonntag: 2. April 2023

Einzug in Jerusalem

Texte aus dem Messbuch „In deinem Wort“ März-April 2023

Palmsonntag: Passion des Herrn (A)
2. Woche, Stundengebet


ERSTE LESUNG

Aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes 50,4-7)
Gott, der Herr, hat mir eine Zunge eines Jüngers gegeben, damit ich den Erschöpften durch ein Wort aufzurichten weiß. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich höre wie die Jünger. Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet, und ich habe mich nicht widersetzt, bin nicht zurückgewichen. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mir den Bart ausrissen; mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel. Gott, der Herr, steht mir bei; darum werde ich nicht beschämt. Darum mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel, denn ich weiß, dass ich nicht beschämt werde. – Wort des Herrn.

Kommentar zur ersten Lesung

Die Treue zu Gott und zu den Menschen – zu der ihnen zugutekommenden Sendung, die ihm anvertraut wurde – macht den Diener Gottes standhaft in Leiden, Schmach und scheinbarem Scheitern. Als aufmerksamer Jünger des Wortes, als Prophet und Lehrer der Weisheit für das Volk nimmt er mit seinem Schicksal das Schicksal Christi vorweg, des Sanftmütigen, der sich dem Willen des Vaters nicht widersetzte und sich der Bosheit der Menschen nicht entzog, gewiss – selbst in der höchsten Stunde der Verlassenheit am Kreuz –, dass Gottes Plan ein allen angebotenes Heilsgeschenk ist. Zu Beginn dieser Karwoche bitten auch wir Gott, uns die Ohren des Herzens zu öffnen, damit wir sein Wort des Heils hören. Möge es sich in unser Leben eingraben und dorthin gelangen, wo wir vom Leben verletzt, gegeißelt und verspottet wurden. Wir bringen dem Herrn all unser Leiden dar, im selben Bewusstsein wie der Prophet: «Gott, der Herr, steht mir bei; darum werde ich nicht beschämt.» So werden diese Tage nicht nur eine Abfolge von Riten und Feiern sein, sondern eine Gelegenheit, die Liebe Gottes lebendig zu erfahren, im Wissen, nicht „verwirrt“ zurückzubleiben.


ZWEITE LESUNG

Aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper (Phil 2,6-11)
Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern entäußerte sich und nahm die Gestalt eines Knechtes an, indem er den Menschen gleich wurde. Sein Leben als Mensch zeigend, erniedrigte er sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit vor dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge im Himmel, auf der Erde und unter der Erde und jede Zunge bekenne: „Jesus Christus ist der Herr!“ zur Ehre Gottes, des Vaters. – Wort des Herrn.

Kommentar zur zweiten Lesung

Wir stehen vor einem großartigen vorpaulinischen Christushymnus. Die einzelnen Ausdrücke, aus denen er besteht, sind komplex; er kann ausgehend vom Substantiv „Privileg“ verstanden werden, der Übersetzung eines griechischen Wortes, das wörtlich „Raubobjekt“ bedeutet. Welche Bedeutung kann also die Aussage haben: Christus, der göttlicher Natur ist, betrachtete das Gottgleichsein nicht als Raub? Hier wird der Vergleich mit dem ersten Menschen, Adam, vorausgesetzt, der es rauben wollte, obwohl er nicht in dieser Stellung war. Paulus stellt der Gemeinde von Philippi den „neuen Adam“, das heißt Christus, den neuen Menschen, als Beispiel vor. Dieser nimmt auf sich, durch Demut und Gehorsam bis zum schmachvollsten Tod, den hochmütigen Ungehorsam des ersten Adam wiedergutzumachen, durch den die ganze Menschheit in die Sünde stürzte. Christus entäußerte sich selbst und nahm bis an die äußerste Grenze unsere Knechtsgestalt an. Seiner freiwilligen Erniedrigung entspricht das Handeln Gottes, der ihn erhöht hat. Nun ist jedoch das gesamte Universum aufgerufen zu verkünden, dass Jesus Christus „Kyrios“, der Herr, also Gott, ist, und dieses Bekenntnis geschieht zur Ehre des Vaters.


EVANGELIUM DES TAGES

Aus dem Evangelium nach Matthäus (Mt 26,14 – 27,66)
(Hinweise für die dialogische Lesung: ✠ = Jesus; C = Chronist; D = Jünger und Freunde; F = Menge; A = Andere Personen).

C Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Matthäus

Wie viel wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch ausliefere? 

C In jener Zeit ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot zu den Hohepriestern und sagte: D„Wie viel wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch ausliefere?“ C Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke. Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern.

Wo sollen wir etwas für dich vorbereiten, damit du Ostern feiern kannst?

Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesus und fragten: D «Wo sollen wir dir das Paschamahl bereiten?» C Er antwortete: ✠ «Geht in die Stadt zu einem bestimmten Mann und sagt zu ihm: „Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern.“» C Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.

Einer von euch wird mich ausliefern

Als es Abend geworden war, begab er sich mit den Zwölf zu Tisch. Während sie aßen, sagte er: ✠ «Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich ausliefern.» C Da wurden sie sehr traurig und fragten ihn, einer nach dem anderen: D «Bin ich es etwa, Herr?» C Er antwortete: ✠ «Derjenige, der mit mir die Hand in die Schüssel taucht, wird mich ausliefern. Der Menschensohn muss gehen, wie über ihn geschrieben steht. Doch wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn ausgeliefert wird! Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.» C Da sagte Judas, der ihn auslieferte: D«Bin ich es etwa, Rabbi?» C Jesus antwortete ihm: ✠ «Du sagst es.»

Das ist mein Leib; das ist mein Blut

C Während sie aßen, nahm Jesus das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es den Jüngern mit den Worten: ✠ «Nehmt und esst; das ist mein Leib.» C Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet und gab ihn den Jüngern mit den Worten: ✠ «Trinkt alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von dieser Frucht des Weinstocks trinken, bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von Neuem davon trinke im Reich meines Vaters.» C Nach dem Lobgesang gingen sie hinaus zum Ölberg.

Ich werde den Hirten erschlagen und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen

Da sagte Jesus zu ihnen: ✠ «In dieser Nacht werdet ihr alle an mir Anstoß nehmen. Denn es steht geschrieben: „Ich werde den Hirten erschlagen und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.“ Aber nach meiner Auferstehung werde ich euch nach Galiläa vorausgehen.» C Petrus sagte zu ihm: D «Wenn auch alle an dir Anstoß nehmen, ich werde niemals an dir Anstoß nehmen.» C Jesus sagte zu ihm: ✠ «Amen, ich sage dir: In dieser Nacht, noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.» C Petrus erwiderte ihm: D «Auch wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich niemals verleugnen.» C Das sagten auch alle Jünger.

Er begann, Traurigkeit und Angst zu empfinden

Dann ging Jesus mit ihnen zu einem Grundstück, das Getsemani heißt, und sagte zu den Jüngern: ✠ „Setzt euch hier, während ich dorthin gehe und bete.“ C Und er nahm Petrus und die beiden Söhne des Zebedäus mit sich und begann, traurig und von Angst erfüllt zu werden. Da sagte er zu ihnen: ✠ „Meine Seele ist zu Tode betrübt; bleibt hier und wacht mit mir!“ C Er ging ein wenig weiter, fiel zu Boden und betete: ✠ „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber! Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst!“ C Dann ging er zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend. Da sagte er zu Petrus: ✠ „Konntet ihr also nicht einmal eine Stunde mit mir wachen? Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ C Wieder ging er weg und betete zum zweiten Mal: ✠ „Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, geschehe dein Wille.“ C Als er zurückkam, fand er sie wieder schlafend, denn ihre Augen waren schwer geworden. Er ließ sie, ging wieder weg und betete zum dritten Mal mit denselben Worten. Dann ging er zu den Jüngern und sagte zu ihnen: ✠ „Schlaft nur weiter und ruht euch aus! Siehe, die Stunde ist nahe, und der Menschensohn wird in die Hände der Sünder ausgeliefert. Steht auf, wir wollen gehen! Siehe, der mich ausliefert, ist nahe.“

Sie legten Hand an Jesus und nahmen ihn fest

C Während er noch sprach, siehe, da kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Knüppeln, gesandt von den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes. Der Verräter hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: D „Der, den ich küssen werde, der ist es; nehmt ihn fest!“ C Sogleich trat er auf Jesus zu und sagte: D „Sei gegrüßt, Rabbi!“ C Und er küsste ihn. Jesus sagte zu ihm: ✠ „Freund, dazu bist du gekommen?“ C Da gingen sie auf Jesus zu, legten Hand an ihn und nahmen ihn fest. Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand aus, zog sein Schwert, schlug auf den Diener des Hohepriesters ein und hieb ihm ein Ohr ab. Da sagte Jesus zu ihm: ✠ „Steck dein Schwert an seinen Platz zurück! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen. Oder glaubst du, mein Vater würde mir nicht sogleich mehr als zwölf Legionen Engel zur Seite stellen, wenn ich ihn darum bitte? Wie würde dann aber die Schrift erfüllt, nach der es so geschehen muss?“ C In jener Stunde sagte Jesus zu der Schar: ✠ „Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knüppeln ausgezogen, um mich festzunehmen. Tag für Tag saß ich im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht festgenommen. Das alles aber ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllt werden.“ C Da verließen ihn alle Jünger und flohen.

Ihr werdet den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen sehen

Diejenigen, die Jesus festgenommen hatten, führten ihn zum Hohepriester Kaïaphas, bei dem sich die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt hatten.
Da versammelten sich die Schriftgelehrten und die Ältesten. Petrus war ihm inzwischen von Weitem bis zum Palast des Hohepriesters gefolgt; er ging hinein und setzte sich zu den Dienern, um zu sehen, wie es ausgehen würde. Die Hohepriester und der gesamte Hohe Rat suchten eine falsche Aussage gegen Jesus, um ihn zu töten; doch sie fanden keine, obwohl viele falsche Zeugen auftraten. Schließlich traten zwei auf, die behaupteten: A „Dieser Mann hat gesagt: ‚Ich kann den Tempel Gottes niederreißen und ihn in drei Tagen wieder aufbauen.‘“ C Der Hohepriester stand auf und sagte zu ihm: A „Antwortest du nichts? Was bezeugen diese gegen dich?“ C Aber Jesus schwieg. Da sagte der Hohepriester zu ihm: A „Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott: Sag uns, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes.“ C Jesus antwortete ihm: ✠ „Du hast es gesagt. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen.“ C Da zerriss der Hohepriester seine Gewänder und sagte: A „Er hat Gott gelästert! Wozu brauchen wir noch Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Gotteslästerung gehört. Was ist eure Meinung?“ C Sie antworteten: F „Er ist des Todes schuldig!“ C Da spuckten sie ihm ins Gesicht und schlugen ihn; andere ohrfeigten ihn und sagten: F „Weissage uns, Christus! Wer hat dich geschlagen?“

Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen

CPetrus saß inzwischen draußen im Hof. Eine junge Magd trat zu ihm und sagte: A „Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer!“ C Er aber leugnete es vor allen und sagte: D „Ich weiß nicht, wovon du sprichst.“ CAls er zum Vorhof hinausging, sah ihn eine andere Magd und sagte zu den Anwesenden: A „Der war mit Jesus, dem Nazarener.“ CDoch er leugnete wieder und schwor: D „Ich kenne diesen Menschen nicht!“ C Nach einer Weile traten die Anwesenden zu Petrus und sagten: A „Du gehörst wirklich auch zu ihnen; deine Mundart verrät dich ja!“ CDa fing er an zu fluchen und zu schwören: D„Ich kenne diesen Menschen nicht!“ C Und sogleich krähte ein Hahn. Da erinnerte sich Petrus an das Wort Jesu, der gesagt hatte: „Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Und er ging hinaus und weinte bitterlich.

Sie lieferten Jesus dem Statthalter Pilatus aus

Als es Morgen geworden war, fassten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volkes gemeinsam den Beschluss gegen Jesus, ihn zu töten. Dann fesselten sie ihn, führten ihn ab und lieferten ihn dem Statthalter Pilatus aus. Als nun Judas - der ihn verraten hatte - sah, dass Jesus verurteilt worden war, bereute er es und brachte die dreißig Silberstücke den Hohenpriestern und den Ältesten zurück und sagte: D „Ich habe gesündigt, denn ich habe unschuldiges Blut verraten.“ C Sie aber sagten: A „Was geht uns das an? Das ist deine Sache!“ C Da warf er die Silberstücke in den Tempel, ging weg und erhängte sich. Die Hohenpriester nahmen die Silberstücke und sagten: A„Man darf sie nicht in den Tempelschatz legen, denn sie sind der Preis für Blut.“ C Nachdem sie gemeinsam beraten hatten, kauften sie dafür den „Töpferacker“ als Begräbnisstätte für die Fremden. Deshalb wird jener Acker bis zum heutigen Tag „Blutacker“ genannt. Damals erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist: „Und sie nahmen die dreißig Silberstücke, den Preis für den, der so hoch geschätzt worden war von den Söhnen Israels, und sie gaben sie für den Töpferacker, wie mir der Herr befohlen hatte.“

Bist du der König der Juden?

[C Inzwischen trat Jesus vor den Statthalter, und der Statthalter fragte ihn: A«Bist du der König der Juden?» C Jesus antwortete: ✠ «Du sagst es.» C Als aber die Hohepriester und die Ältesten ihn anklagten, gab er keine Antwort. Da sagte Pilatus zu ihm: A «Hörst du nicht, was sie alles gegen dich vorbringen?» C Er aber antwortete ihm auf keine einzige Frage, sodass der Statthalter sehr verwundert war. Jeweils zum Fest pflegte der Statthalter einen Gefangenen freizulassen, den die Menge auswählen durfte. Damals war gerade ein berüchtigter Gefangener namens Barabbas in Haft. Als nun die Menge versammelt war, sagte Pilatus zu ihnen: A «Wen soll ich euch freilassen: Barabbas oder Jesus, den man Christus nennt?» C Er wusste nämlich, dass man Jesus nur aus Neid ausgeliefert hatte. Während Pilatus auf dem Richterstuhl saß, ließ ihm seine Frau sagen: A «Lass die Hände von diesem Gerechten! Ich hatte seinetwegen heute Nacht im Traum viel zu leiden.» C Inzwischen überredeten die Hohepriester und die Ältesten die Menge, die Freilassung des Barabbas und die Hinrichtung Jesu zu fordern. Der Statthalter fragte sie: A «Wen von beiden soll ich euch freilassen?» C Sie antworteten: F «Barabbas!» C Pilatus sagte zu ihnen: A«Was soll ich dann mit Jesus tun, den man Christus nennt?» C Da schrien sie alle: F «Ans Kreuz mit ihm!» C Er erwiderte: A«Was für ein Verbrechen hat er denn begangen?» C Sie aber schrien noch lauter: F «Ans Kreuz mit ihm!» C Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er Wasser bringen, wusch sich vor der Menge die Hände und sagte: A «Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache!» C Da rief das ganze Volk: F«Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!» C Darauf ließ er Barabbas frei und gab den Befehl, Jesus zu geißeln und zu kreuzigen.

Sei gegrüßt, König der Juden!

Da führten die Soldaten des Statthalters Jesus in das Prätorium und versammelten die ganze Kohorte um ihn. Sie zogen ihn aus, legten ihm einen scharlachroten Mantel um, flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie ihm auf den Kopf; in seine rechte Hand gaben sie ihm einen Stock. Dann knieten sie vor ihm nieder und verhöhnten ihn: F «Sei gegrüßt, König der Juden!» C Sie spuckten ihn an, nahmen ihm den Stock aus der Hand und schlugen ihm damit auf den Kopf. Nachdem sie ihn verspottet hatten, nahmen sie ihm den Mantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an. Dann führten sie ihn ab, um ihn zu kreuzigen.

Zusammen mit ihm wurden zwei Verbrecher gekreuzigt.

Als sie hinausgingen, trafen sie einen Mann aus Kyrene namens Simon; ihn zwangen sie, sein Kreuz zu tragen. Sie kamen an den Ort, der Golgota genannt wird, das heißt „Schädelhöhe“, und gaben ihm Wein zu trinken, der mit Galle vermischt war. Er kostete davon, wollte aber nicht trinken. Nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider und warfen das Los darum. Dann setzten sie sich nieder und bewachten ihn. Über seinem Kopf brachten sie eine Aufschrift an, die den Grund für seine Verurteilung angab: „Das ist Jesus, der König der Juden.“ Zusammen mit ihm wurden zwei Räuber gekreuzigt, der eine rechts, der andere links.

Wenn du Gottes Sohn bist, steig herab vom Kreuz!

Die aber, die dort vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf und sagten: F „Du, der du den Tempel niederreißt und in drei Tagen wieder aufbaust, rette dich selbst, wenn du Gottes Sohn bist, und steig herab vom Kreuz!“ C Ebenso verhöhnten ihn die Hohepriester mit den Schriftgelehrten und den Ältesten und sagten: F „Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten! Er ist doch der König von Israel; er soll jetzt vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir an ihn glauben. Er hat auf Gott vertraut; der soll ihn jetzt retten, wenn er Gefallen an ihm hat. Er hat doch gesagt: ‚Ich bin Gottes Sohn.‘“ C Ebenso beschimpften ihn die beiden Räuber, die mit ihm gekreuzigt worden waren.

Eli, Eli, lema sabachtani?

Von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Um die neunte Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: ✠ „Eli, Eli, lema sabachtani?“, C das heißt: ✠ „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ C Als einige von den Umstehenden das hörten, sagten sie: A„Er ruft nach Elija.“ C Sogleich lief einer von ihnen hin, nahm einen Schwamm, tränkte ihn mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. Die anderen aber sagten: A„Lass nur! Wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihn rettet.“ C Jesus aber schrie noch einmal mit lauter Stimme auf und gab den Geist auf.

(Hier kniet man nieder und macht eine kurze Pause)

Und siehe, der Vorhang des Tempels riss von oben bis unten entzwei, die Erde bebte, die Felsen spalteten sich, die Gräber öffneten sich und viele Leiber der Heiligen, die entschlafen waren, wurden auferweckt. Nach seiner Auferstehung kamen sie aus den Gräbern, gingen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Der Hauptmann und die Männer, die mit ihm Jesus bewachten, erschraken angesichts des Erdbebens und dessen, was geschah, sehr und sagten: A „Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn!“] C Dort waren auch viele Frauen, die von weitem zusahen; sie waren Jesus von Galiläa aus gefolgt, um ihm zu dienen. Unter ihnen waren Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus und Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.

Giuseppe nahm den Leichnam Jesu und legte ihn in sein neues Grab

Als es Abend geworden war, kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef; auch er war ein Jünger Jesu geworden. Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Daraufhin befahl Pilatus, ihn ihm zu übergeben. Josef nahm den Leichnam, wickelte ihn in ein reines Leinentuch und legte ihn in sein neues Grab, das er in den Felsen hatte hauen lassen. Dann wälzte er einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging fort. Dort saßen Maria aus Magdala und die andere Maria dem Grab gegenüber.

Ihr habt eine Wache: Geht und sichert das Grab, so gut ihr könnt

Am folgenden Tag, dem Tag nach dem Rüsttag, versammelten sich die Hohepriester und die Pharisäer bei Pilatus und sagten: A„Herr, wir erinnern uns daran, dass jener Betrüger, als er noch lebte, gesagt hat: ‚Nach drei Tagen werde ich auferstehen.‘ Befiehl also, dass das Grab bis zum dritten Tag bewacht wird, damit nicht seine Jünger kommen, ihn stehlen und dann dem Volk sagen: ‚Er ist von den Toten auferstanden.‘ So wäre dieser letzte Betrug schlimmer als der erste!“ C Pilatus sagte zu ihnen: A „Ihr habt eine Wache: Geht und sichert das Grab, so gut ihr könnt.“ C Sie gingen und versiegelten, um das Grab zu sichern, den Stein und stellten die Wache auf. – Wort des Herrn.

Kommentar zum Evangelium des Tages

Der Weg durch die Fastenzeit führt uns zum Palmsonntag, an dem wir des feierlichen Einzugs Jesu in Jerusalem gedenken. Da ist die freudige Menge, die „Hosanna“ ruft, und doch wird das Fest schon bald zur Tragödie, weil sich das Hosanna in „Kreuzige ihn!“ verwandeln wird und jener Jesus, der zuvor bejubelt wurde, zum Tod verurteilt wird. Doch nicht nur die Menge ändert ihre Haltung: Im Evangelium erleben wir ein Auf und Ab. Die von Jesus erwählten und geliebten Apostel sinken durch ihren Verrat, ihre Verleugnung und ihre Flucht nach unten. Jesus hingegen verändert durch seinen Tod am Kreuz das Verhältnis zwischen Gott und dem Menschen radikal: Nicht mehr der Mensch bringt Gott ein Opfer dar, sondern Gott opfert sich für den Menschen. Dieses Auf und Ab werden wir in der ganzen Karwoche wiederfinden: Zuerst wird Jesus sich erniedrigen, um den Aposteln die Füße zu waschen, anschließend wird er am Kreuz erhöht, von dem er dann herabgenommen und ins Grab gelegt wird, und schließlich wird er auferstehen. Es ist schön, daran zu denken, dass sich dieses Auf und Ab Jesu mit dem unseres Lebens kreuzt. Möge Gott unsere Geschichte umkehren: Er möge uns dort erniedrigen, wo wir uns aus Hochmut erhoben haben, und uns aus der Tiefe wiederaufrichten, in die wir aufgrund unserer Schwächen gefallen sind.


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