Texte aus dem Messbüchlein „Auf Dein Wort“ März-April 2025
XX. Sonntag der Fastenzeit (C)
XX. Woche im Jahreskreis
ERSTE LESUNG
Aus dem Buch Genesis (Gen 1,1 – 2,2)
Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Die Erde war wüst und leer, Finsternis lag über der Urflut und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Gott sprach: „Es werde Licht!“ Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war, und Gott schied das Licht von der Finsternis. Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Es wurde Abend und es wurde Morgen: erster Tag. Gott sprach: „Es werde ein Firmament mitten im Wasser, und es scheide Wasser von Wasser.“ Gott machte das Firmament und schied das Wasser unterhalb des Firmaments von dem Wasser oberhalb des Firmaments. Und so geschah es. Gott nannte das Firmament Himmel. Es wurde Abend und es wurde Morgen: zweiter Tag. Gott sprach: „Das Wasser unterhalb des Himmels sammle sich an einem Ort, damit das Trockene sichtbar werde.“ Und so geschah es. Gott nannte das Trockene Erde und die Ansammlung des Wassers nannte er Meer. Gott sah, dass es gut war. Gott sprach: „Die Erde lasse frisches Grün sprießen, Pflanzen, die Samen hervorbringen, und Bäume, die Früchte tragen, in denen ihr Same ist, jeder nach seiner Art.“ Und so geschah es. Die Erde brachte frisches Grün hervor, Pflanzen, die Samen hervorbringen, jede nach ihrer Art, und Bäume, die Früchte tragen, in denen ihr Same ist, jeder nach seiner Art. Gott sah, dass es gut war. Es wurde Abend und es wurde Morgen: dritter Tag. Gott sprach: „Lichter sollen am Firmament des Himmels sein, um den Tag von der Nacht zu scheiden; sie sollen als Zeichen für die Festzeiten, für die Tage und Jahre dienen und als Lichter am Firmament des Himmels die Erde erleuchten.“ Und so geschah es. Gott machte die beiden großen Lichter: das größere Licht zur Herrschaft über den Tag und das kleinere Licht zur Herrschaft über die Nacht, dazu die Sterne. Gott setzte sie an das Firmament des Himmels, damit sie die Erde erleuchten, über den Tag und die Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis scheiden. Gott sah, dass es gut war. Es wurde Abend und es wurde Morgen: vierter Tag. Gott sprach: „Das Wasser wimmle von lebenden Wesen und Vögel sollen über der Erde am Firmament des Himmels fliegen.“ Gott schuf die großen Meerestiere und alle Lebewesen, die sich regen und im Wasser wimmeln, jeder nach seiner Art, und alle gefiederten Vögel, jeder nach seiner Art. Gott sah, dass es gut war. Gott segnete sie und sprach: „Seid fruchtbar, vermehrt euch und füllt das Wasser in den Meeren; und die Vögel sollen sich auf der Erde vermehren.“ Es wurde Abend und es wurde Morgen: fünfter Tag. Gott sprach: „Die Erde bringe lebende Wesen hervor nach ihren Arten: Vieh, Kriechtiere und wilde Tiere, jedes nach seiner Art.“ Und so geschah es. Gott machte die wilden Tiere nach ihrer Art, das Vieh nach seiner Art und alle Kriechtiere des Erdbodens nach ihrer Art. Gott sah, dass es gut war. Gott sprach: „Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich: Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über alle wilden Tiere und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen.“ Und Gott schuf den Menschen als sein Bild; als Bild Gottes schuf er ihn: männlich und weiblich schuf er sie. Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: „Seid fruchtbar, vermehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über jedes Lebewesen, das auf der Erde kriecht.“ Gott sprach: „Seht, ich gebe euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen hervorbringen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten; sie sollen euch zur Nahrung dienen. Allen wilden Tieren, allen Vögeln des Himmels und allen Lebewesen, die auf der Erde kriechen und in denen Lebensatem ist, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung.“ Und so geschah es. Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut. Es wurde Abend und es wurde Morgen: sechster Tag. So wurden der Himmel und die Erde vollendet und all ihre Scharen. Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er gemacht hatte, und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte.
- Wort des lebendigen Gottes.
ZWEITE LESUNG
Aus dem Buch Genesis (Gen 22,1-18)
In jenen Tagen stellte Gott Abraham auf die Probe und sagte zu ihm: „Abraham!“ Er antwortete: „Hier bin ich!“ Er fuhr fort: „Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, geh in das Land Morija und bring ihn dort als Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde.“ Abraham stand früh am Morgen auf, sattelte den Esel, nahm zwei Knechte und seinen Sohn Isaak mit, spaltete Holz für das Brandopfer und machte sich auf den Weg zu dem Ort, den Gott ihm genannt hatte. Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von Weitem. Da sagte Abraham zu seinen Knechten: „Bleibt ihr hier mit dem Esel! Ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen und uns niederwerfen; dann werden wir zu euch zurückkommen.“ Abraham nahm das Holz für das Brandopfer und lud es seinem Sohn Isaak auf. Er selbst nahm das Feuer und das Messer in die Hand. So gingen die beiden miteinander. Da sagte Isaak zu seinem Vater Abraham: „Mein Vater!“ Er antwortete: „Hier bin ich, mein Sohn!“ Und er sagte: „Hier ist Feuer und Holz. Wo aber ist das Lamm für das Brandopfer?“ Abraham antwortete: „Gott wird sich das Lamm für das Brandopfer ersehen, mein Sohn.“ So gingen die beiden miteinander weiter. Als sie an den Ort kamen, den Gott ihm genannt hatte, baute Abraham dort den Altar, schichtete das Holz auf, band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu: „Abraham, Abraham!“ Er antwortete: „Hier bin ich!“ Jener sprach: „Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus und tu ihm nichts! Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest und mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast.“ Abraham erhob seine Augen, sah hin und erblickte einen Widder, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hatte. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar. Abraham nannte jenen Ort „Der Herr sieht“; daher sagt man heute: „Auf dem Berg lässt sich der Herr sehen.“ Der Engel des Herrn rief Abraham vom Himmel her ein zweites Mal zu und sprach: „Ich schwöre bei mir selbst - Spruch des Herrn: Weil du das getan hast und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast, will ich dir Segen schenken in Fülle und deine Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Meeresstrand; deine Nachkommen sollen das Tor ihrer Feinde in Besitz nehmen. Gesegnet werden mit deinen Nachkommen alle Völker der Erde sein, weil du auf meine Stimme gehört hast.“ - Wort des lebendigen Gottes.
DRITTE LESUNG
Aus dem Buch Exodus (Ex 14,15 – 15,1)
In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose: „Warum schreist du zu mir? Befiehl den Israeliten, weiterzuziehen. Du aber heb deinen Stab hoch, streck deine Hand über das Meer aus und spalte es, damit die Israeliten auf trockenem Boden mitten in das Meer hineinziehen können. Ich will das Herz der Ägypter verhärten, sodass sie hinter ihnen herziehen; so will ich meine Herrlichkeit am Pharao, an seinem ganzen Heer, an seinen Wagen und Reitern erweisen. Die Ägypter sollen erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich meine Herrlichkeit am Pharao, an seinen Wagen und Reitern erweise.“ Der Engel Gottes, der dem Lager Israels voranging, wechselte seinen Platz und trat hinter sie. Auch die Wolkensäule bewegte sich und wechselte von vorn nach hinten. Sie stellte sich zwischen das Lager der Ägypter und das Lager Israels. Die Wolke war finster für die einen, während sie für die anderen die Nacht erhellte; so konnten die einen sich der anderen die ganze Nacht nicht nähern. Mose streckte seine Hand über das Meer aus. Der Herr trieb das Meer die ganze Nacht durch einen starken Ostwind zurück und legte es trocken; die Wasser teilten sich. Die Israeliten zogen auf trockenem Boden mitten in das Meer hinein, während die Wasser für sie eine Mauer zur Rechten und zur Linken waren. Die Ägypter setzten ihnen nach; alle Pferde des Pharao, seine Wagen und Reiter zogen hinter ihnen mitten ins Meer hinein. In der Morgenwache aber blickte der Herr aus der Feuer- und Wolkensäule auf das Heer der Ägypter und brachte es in Verwirrung. Er hemmte die Räder ihrer Wagen, sodass sie nur mühsam vorankamen. Da sagten die Ägypter: „Wir wollen vor Israel fliehen, denn der Herr kämpft für sie gegen die Ägypter!“ Der Herr sprach zu Mose: „Streck deine Hand über das Meer aus, damit die Wasser über die Ägypter, über ihre Wagen und Reiter zurückfluten.“ Mose streckte seine Hand über das Meer aus, und gegen Morgen kehrte das Meer an seinen gewöhnlichen Ort zurück, während die Ägypter ihm auf ihrer Flucht entgegenliefen. Der Herr ließ sie mitten ins Meer stürzen. Die Wasser kehrten zurück und bedeckten die Wagen und Reiter des ganzen Heeres des Pharao, die hinter Israel ins Meer hineingezogen waren; nicht einer von ihnen blieb übrig. Die Israeliten aber waren auf trockenem Boden mitten durch das Meer gezogen, während die Wasser für sie eine Mauer zur Rechten und zur Linken waren. An jenem Tag rettete der Herr Israel aus der Hand der Ägypter, und Israel sah die Ägypter tot am Ufer des Meeres liegen. Israel sah die mächtige Hand, mit der der Herr gegen Ägypten gehandelt hatte, und das Volk fürchtete den Herrn und glaubte an ihn und an Mose, seinen Knecht. Damals sangen Mose und die Israeliten dem Herrn dieses Lied und sagten:
ANTWORTPSALM
Aus dem Buch Exodus (Ex 15,1-18)
»Singen will ich dem Herrn,
denn wunderbar hat er gesiegt:
Ross und Reiter
hat ins Meer geworfen.
Meine Stärke und mein Lied ist der Herr,
er ist mein Retter geworden.
Er ist mein Gott: ihn will ich rühmen,
der Gott meines Vaters: ihn will ich preisen! ℞.
Der Herr ist ein Krieger,
Herr ist sein Name.
Die Wagen des Pharao und sein Heer
hat er ins Meer geschleudert;
seine auserwählten Kämpfer
sie versanken im Roten Meer. ℞.
Die Tiefen bedeckten sie,
versanken wie ein Stein.
Deine Rechte, Herr,
ist herrlich an Macht,
deine Rechte, Herr,
vernichtet den Feind. ℞.
Du lässt ihn eintreten und pflanzt ihn
auf dem Berg deines Erbes,
den Ort, den du zu deiner Wohnstätte,
Herr, bereitet hast,
das Heiligtum, das deine Hände,
Herr, haben gegründet.
Der Herr soll herrschen
in Ewigkeit und für immer!« ℞.
VIERTE LESUNG
Aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes 54,5-14)
Dein Gemahl ist dein Schöpfer, Herr der Heerscharen ist sein Name; dein Erlöser ist der Heilige Israels, Gott der ganzen Erde wird er genannt. Wie eine verlassene und im Herzen betrübte Frau hat der Herr dich zurückgerufen. Wird etwa die Frau verstoßen, die in ihrer Jugend geheiratet wurde?, spricht dein Gott. Für einen kurzen Augenblick habe ich dich verlassen, doch mit großer Liebe werde ich dich wieder sammeln. In einem Anflug von Zorn habe ich mein Angesicht kurze Zeit vor dir verborgen; doch mit ewiger Güte habe ich mich deiner erbarmt, spricht dein Erlöser, der Herr. Nun ist es für mich wie in den Tagen Noachs, als ich schwor, dass die Wasser Noachs die Erde nicht mehr überfluten würden; so schwöre ich jetzt, dass ich dir nicht mehr zürnen und dich nicht mehr bedrohen werde. Sollten auch die Berge weichen und die Hügel wanken, meine Liebe zu dir wird nicht weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht der Herr, der Erbarmen mit dir hat. Du Elende, vom Sturm Gepeitschte, Trostlose, siehe, ich lege deine Steine in Antimon und gründe dich auf Saphiren. Ich mache deine Zinnen aus Rubinen, deine Tore aus Beryll und deine ganze Umfassung aus kostbaren Steinen. Alle deine Kinder werden Jünger des Herrn sein, groß wird das Wohlergehen deiner Kinder sein; auf Gerechtigkeit wirst du gegründet sein. Halte dich fern von Unterdrückung, denn du brauchst dich nicht zu fürchten, und vom Schrecken, denn er wird nicht an dich herankommen. - Wort des lebendigen Gottes.
FÜNFTE LESUNG
Aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes 55,1-11)
So spricht der Herr: »Ihr alle, die ihr durstig seid, kommt zum Wasser; und die ihr kein Geld habt, kommt! Kauft und esst! Kommt und kauft ohne Geld, ohne Bezahlung, Wein und Milch! Warum gebt ihr Geld aus für das, was kein Brot ist, und euren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich und esst Gutes, dann werdet ihr euch an Köstlichem erfreuen. Neigt euer Ohr mir zu und kommt zu mir, hört, dann werdet ihr leben! Ich schließe mit euch einen ewigen Bund: die David zugesagten Gnadengaben. Seht her: Ich habe ihn zum Zeugen für die Völker gemacht, zum Fürsten und Gebieter der Nationen. Siehe, du wirst Völker rufen, die du nicht kennst; und Nationen, die dich nicht kannten, werden zu dir eilen, um des Herrn, deines Gottes, willen, des Heiligen Israels, weil er dich verherrlicht hat. Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt, ruft ihn an, solange er nahe ist! Der Frevler soll seinen Weg verlassen, der Übeltäter seine Gedanken. Er kehre um zum Herrn, damit er Erbarmen mit ihm hat, und zu unserem Gott; denn er ist reich an Vergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege - Spruch des Herrn. So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken. Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fallen und nicht dorthin zurückkehren, ohne die Erde zu tränken und sie fruchtbar zu machen und zum Sprießen zu bringen, sodass sie dem Sämann Samen gibt und dem, der isst, Brot, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will, und ohne das zu vollbringen, wozu ich es ausgesandt habe.« - Wort des Herrn.
SECHSTE LESUNG
Aus dem Buch des Propheten Baruch (Bar 3,9-15.32 – 4,4)
Höre, Israel, die Gebote des Lebens, und neige dein Ohr, um Klugheit zu erkennen. Warum, Israel? Warum befindest du dich in einem feindlichen Land und bist in einem fremden Land alt geworden? Warum hast du dich mit den Toten befleckt und gehörst zur Zahl derer, die in die Unterwelt hinabsteigen? Du hast die Quelle der Weisheit verlassen! Wenn du auf dem Weg Gottes gegangen wärst, würdest du für immer in Frieden wohnen. Lerne, wo Klugheit ist, wo Kraft ist, wo Einsicht ist, um auch zu verstehen, wo Langlebigkeit und Leben sind, wo das Licht der Augen und der Friede sind. Doch wer hat ihre Wohnstätte entdeckt, wer ist in ihre Schätze eingedrungen? Der aber, der alles weiß, kennt sie und hat sie mit seiner Einsicht erforscht, er, der die Erde für immer gegründet und sie mit Vierfüßlern erfüllt hat, der das Licht aussendet, und es läuft; er hat es gerufen, und es hat ihm zitternd gehorcht. Die Sterne haben an ihren Wachtposten geleuchtet und sich gefreut; er hat sie gerufen, und sie haben geantwortet: »Hier sind wir!«, und haben vor Freude über den geleuchtet, der sie erschaffen hat. Er ist unser Gott, und kein anderer kann mit ihm verglichen werden. Er hat jeden Weg der Weisheit entdeckt und sie Jakob, seinem Knecht, Israel, seinem Geliebten, gegeben. Deshalb ist sie auf der Erde erschienen und hat unter den Menschen gelebt. Sie ist das Buch der Gebote Gottes und das Gesetz, das ewig besteht; alle, die sich daran halten, werden das Leben haben, alle, die es verlassen, werden sterben. Kehre zurück, Jakob, und nimm sie an; wandle im Glanz ihres Lichtes. Überlass deine Herrlichkeit nicht einem anderen und deine Vorrechte keiner fremden Nation. Selig sind wir, o Israel, denn was Gott gefällt, ist uns bekannt. – Wort des Herrn.
SIEBTE LESUNG
Aus dem Buch des Propheten Ezechiel (Ez 36,16-17a.18-28)
Das Wort des Herrn erging an mich: „Menschensohn, als das Haus Israel in seinem Land wohnte, machte es dieses durch sein Verhalten und seine Taten unrein. Darum ließ ich meinen Zorn über sie ergehen wegen des Blutes, das sie im Land vergossen hatten, und wegen der Götzen, mit denen sie es entweiht hatten. Ich zerstreute sie unter die Völker und sie wurden in andere Länder zerstreut: Nach ihrem Verhalten und ihren Taten richtete ich über sie. Sie kamen zu den Völkern, zu denen sie vertrieben worden waren, und entweihten dort meinen heiligen Namen, denn man sagte von ihnen: ‚Diese sind das Volk des Herrn, und dennoch mussten sie sein Land verlassen.‘ Doch ich nahm Rücksicht auf meinen heiligen Namen, den das Haus Israel unter den Völkern entweiht hatte, zu denen es gekommen war. Darum verkünde dem Haus Israel: ‚So spricht GOTT, der Herr: Nicht euretwegen handle ich, Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr unter den Völkern entweiht habt, zu denen ihr gekommen seid. Ich werde meinen großen Namen heiligen, der unter den Völkern entweiht wurde, den ihr in ihrer Mitte entweiht habt. Dann werden die Völker erkennen, dass ich der Herr bin - Spruch des Herrn, GOTTES -, wenn ich mich an euch vor ihren Augen als heilig erweise. Ich hole euch aus den Völkern heraus, sammle euch aus allen Ländern und bringe euch in euer Land. Ich gieße reines Wasser über euch aus und ihr werdet rein sein; ich reinige euch von all eurer Unreinheit und von all euren Götzen. Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr nach meinen Gesetzen lebt, meine Rechtsvorschriften beachtet und befolgt. Ihr werdet in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gegeben habe. Ihr werdet mein Volk sein und ich werde euer Gott sein.‘“ - Wort des Herrn.
EPISTEL
Aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Römer (Röm 6,3-11)
Brüder und Schwestern, wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit eines neuen Lebens wandeln. Wenn wir nämlich mit ihm durch die Ähnlichkeit seines Todes verbunden wurden, dann werden wir es auch durch die Ähnlichkeit seiner Auferstehung sein. Wir wissen: Unser alter Mensch wurde mit ihm gekreuzigt, damit der Leib der Sünde entmachtet werde und wir nicht mehr Sklaven der Sünde seien. Denn wer gestorben ist, ist frei geworden von der Sünde. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Denn durch seinen Tod ist er ein für alle Mal der Sünde gestorben; jetzt aber lebt er, und er lebt für Gott. So sollt auch ihr euch als Menschen begreifen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben, in Christus Jesus. – Wort Gottes.
EVANGELIUM
Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 24,1-12)
Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen am frühen Morgen zum Grab und nahmen die wohlriechenden Öle mit, die sie vorbereitet hatten. Sie fanden, dass der Stein vom Grab weggewälzt war, und als sie hineingingen, fanden sie den Leichnam des Herrn Jesus nicht. Während sie sich fragten, was das alles zu bedeuten habe, standen plötzlich zwei Männer in strahlenden Gewändern vor ihnen. Die Frauen erschraken und senkten ihr Gesicht zur Erde. Doch die Männer sagten zu ihnen: „Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: ‚Der Menschensohn muss den Sündern ausgeliefert, gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen.‘“ Da erinnerten sie sich an seine Worte. Und als sie vom Grab zurückkehrten, verkündeten sie dies alles den Elf und allen anderen. Es waren Maria Magdalena, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus. Auch die anderen Frauen, die bei ihnen waren, erzählten dies den Aposteln. Doch ihnen erschienen diese Worte wie leeres Gerede, und sie glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich hinein und sah nur die Leinentücher. Dann kehrte er voller Verwunderung über das Geschehene zurück. – Wort des Herrn.
