Texte aus dem Messbuch „Auf Dein Wort“ März-April 2023
Österliches Triduum – Osternacht in der heiligen Nacht
eigene
ERSTE LESUNG
Aus dem Buch Genesis (Gen 1,1 – 2,2)
Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde war wüst und leer, Finsternis lag über der Urflut, und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Da sprach Gott: »Es werde Licht!« Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war, und Gott schied das Licht von der Finsternis. Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: erster Tag. Da sprach Gott: »Es werde ein Firmament mitten im Wasser und scheide Wasser von Wasser.« Gott machte das Firmament und schied das Wasser unterhalb des Firmaments von dem Wasser oberhalb des Firmaments. Und so geschah es. Gott nannte das Firmament Himmel. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: zweiter Tag. Da sprach Gott: »Das Wasser unter dem Himmel soll sich an einem Ort sammeln, damit das Trockene sichtbar werde.« Und so geschah es. Gott nannte das Trockene Erde, und die Ansammlung des Wassers nannte er Meer. Gott sah, dass es gut war. Da sprach Gott: »Die Erde lasse junges Grün sprießen, Gewächse, die Samen hervorbringen, und Bäume, die Früchte tragen mit Samen darin, jeweils nach ihrer Art.« Und so geschah es. Die Erde brachte junges Grün hervor, Gewächse, die Samen hervorbringen, jeweils nach ihrer Art, und Bäume, die Früchte tragen mit Samen darin, jeweils nach ihrer Art. Gott sah, dass es gut war. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: dritter Tag. Da sprach Gott: »Es sollen Lichter am Firmament des Himmels sein, um den Tag von der Nacht zu scheiden; sie sollen als Zeichen für die Festzeiten, für die Tage und Jahre dienen, und sie sollen als Lichter am Firmament des Himmels leuchten, um die Erde zu erhellen.« Und so geschah es. Gott machte die beiden großen Lichter: das größere Licht zur Herrschaft über den Tag und das kleinere Licht zur Herrschaft über die Nacht, dazu die Sterne. Gott setzte sie an das Firmament des Himmels, damit sie über die Erde leuchten, über den Tag und die Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis scheiden. Gott sah, dass es gut war. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: vierter Tag. Da sprach Gott: »Das Wasser wimmle von lebendigen Wesen, und Vögel sollen über der Erde am Firmament des Himmels dahinfliegen.« Gott schuf die großen Meerestiere und alle Lebewesen, die sich regen und im Wasser wimmeln, jeweils nach ihrer Art, und alle geflügelten Vögel, jeweils nach ihrer Art. Gott sah, dass es gut war. Gott segnete sie und sprach: »Seid fruchtbar und vermehrt euch und füllt das Wasser in den Meeren; und die Vögel sollen sich auf der Erde vermehren.« Es wurde Abend, und es wurde Morgen: fünfter Tag. Da sprach Gott: »Die Erde bringe lebendige Wesen hervor, jeweils nach ihrer Art: Vieh, Kriechtiere und wilde Tiere, jeweils nach ihrer Art.« Und so geschah es. Gott machte die wilden Tiere, jeweils nach ihrer Art, das Vieh, jeweils nach seiner Art, und alle Kriechtiere auf dem Erdboden, jeweils nach ihrer Art. Gott sah, dass es gut war. Da sprach Gott: »Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich: Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über alle wilden Tiere und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen.« Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn: männlich und weiblich schuf er sie. Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: »Seid fruchtbar und vermehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Lebewesen, die auf der Erde kriechen.« Da sprach Gott: »Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen hervorbringen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen. Allen wilden Tieren, allen Vögeln des Himmels und allen Lebewesen, die auf der Erde kriechen und in denen Lebensatem ist, gebe ich alles grüne Kraut zur Nahrung.« Und so geschah es. Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: sechster Tag. So wurden Himmel und Erde vollendet und ihr ganzes Gefüge. Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er gemacht hatte, und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte. – Wort des Herrn.
ZWEITE LESUNG
Aus dem Buch Genesis (Gen 22,1-18)
In jenen Tagen stellte Gott Abraham auf die Probe und sprach zu ihm: „Abraham!“ Er antwortete: „Hier bin ich!“ Er fuhr fort: „Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, geh in das Land Morija und bringe ihn dort als Brandopfer dar auf einem Berg, den ich dir zeigen werde.“ Abraham stand früh am Morgen auf, sattelte den Esel, nahm zwei seiner Knechte und seinen Sohn Isaak mit, spaltete das Holz für das Brandopfer und machte sich auf den Weg zu dem Ort, den Gott ihm genannt hatte. Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von Weitem. Da sagte Abraham zu seinen Knechten: „Bleibt hier mit dem Esel! Ich aber werde mit dem Jungen dorthin gehen; wir werden uns niederwerfen und dann zu euch zurückkehren.“ Abraham nahm das Holz für das Brandopfer und legte es seinem Sohn Isaak auf, nahm Feuer und Messer in die Hand; dann gingen die beiden miteinander weiter. Isaak wandte sich an seinen Vater Abraham und sagte: „Mein Vater!“ Er antwortete: „Hier bin ich, mein Sohn.“ Er fuhr fort: „Hier ist Feuer und Holz, aber wo ist das Lamm für das Brandopfer?“ Abraham antwortete: „Gott wird sich das Lamm für das Brandopfer ersehen, mein Sohn.“ Und beide gingen miteinander weiter. Als sie an den Ort kamen, den Gott ihm genannt hatte, baute Abraham dort den Altar, schichtete das Holz auf, band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Schon streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu: „Abraham, Abraham!“ Er antwortete: „Hier bin ich!“ Jener sagte: „Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest und mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten hast.“ Als Abraham sich umsah, erblickte er einen Widder, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hatte. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar. Abraham nannte jenen Ort „Der Herr sieht“; daher sagt man noch heute: „Auf dem Berg lässt sich der Herr sehen.“ Der Engel des Herrn rief Abraham vom Himmel her zum zweiten Mal zu und sprach: „Ich schwöre bei mir selbst - Spruch des Herrn: Weil du das getan hast und deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten hast, will ich dir Segen schenken in Fülle und deine Nachkommen überaus zahlreich machen wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Meeresstrand. Deine Nachkommen sollen das Tor ihrer Feinde in Besitz nehmen. Gesegnet werden mit deinen Nachkommen alle Völker der Erde sein, weil du auf meine Stimme gehört hast.“ -
Wort Gottes.
DRITTE LESUNG
Aus dem Buch Exodus (Ex 14,15 – 15,1)
In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose: »Warum schreist du zu mir? Befiehl den Israeliten, aufzubrechen. Du aber erhebe deinen Stab, strecke deine Hand über das Meer und spalte es, damit die Israeliten mitten ins Meer auf trockenem Boden gehen können. Siehe, ich werde das Herz der Ägypter verhärten, sodass sie hinter ihnen her ins Meer ziehen; so will ich meine Herrlichkeit am Pharao und an seinem ganzen Heer, an seinen Wagen und Reitern, erweisen. Die Ägypter sollen erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich meine Herrlichkeit am Pharao, an seinen Wagen und Reitern erweise.« Der Engel Gottes, der dem Lager Israels voranging, wechselte seinen Platz und trat hinter sie. Auch die Wolkensäule bewegte sich und wechselte von vorn nach hinten. Sie stellte sich zwischen das Lager der Ägypter und das Lager Israels. Die Wolke war für die einen finster, während sie für die anderen die Nacht erhellte; so konnten die einen sich den anderen die ganze Nacht nicht nähern. Dann streckte Mose seine Hand über das Meer aus. Der Herr aber trieb die ganze Nacht hindurch das Meer durch einen starken Ostwind zurück und legte es trocken; die Wasser teilten sich. Die Israeliten gingen auf trockenem Boden mitten ins Meer hinein, während die Wasser ihnen rechts und links wie eine Mauer standen. Die Ägypter setzten ihnen nach; alle Pferde des Pharao, seine Wagen und Reiter, zogen hinter ihnen her mitten ins Meer hinein. In der Morgenwache aber blickte der Herr aus der Feuer- und Wolkensäule auf das Heer der Ägypter und brachte es in Verwirrung. Er hemmte die Räder ihrer Wagen, sodass sie nur mühsam vorankamen. Da sagten die Ägypter: »Wir wollen vor Israel fliehen, denn der Herr kämpft für sie gegen die Ägypter!« Der Herr sprach zu Mose: »Strecke deine Hand über das Meer aus, damit die Wasser über die Ägypter, über ihre Wagen und Reiter, zurückfluten.« Mose streckte seine Hand über das Meer aus, und gegen Morgen kehrte das Meer an seinen gewohnten Platz zurück, während die Ägypter ihm entgegenflohen. Der Herr stürzte sie mitten ins Meer. Die Wasser kehrten zurück und bedeckten die Wagen und Reiter des ganzen Heeres des Pharao, die hinter Israel ins Meer hineingezogen waren; nicht einer von ihnen blieb übrig. Die Israeliten aber waren auf trockenem Boden mitten durch das Meer gegangen, während die Wasser ihnen rechts und links wie eine Mauer standen. An jenem Tag rettete der Herr Israel aus der Hand der Ägypter, und Israel sah die Ägypter tot am Ufer des Meeres liegen. Israel sah die mächtige Hand, mit der der Herr gegen Ägypten gehandelt hatte, und das Volk fürchtete den Herrn und glaubte an ihn und an Mose, seinen Knecht. Damals sangen Mose und die Israeliten dem Herrn dieses Lied und sagten:
ANTWORTPSALM (Aus Ex 15,1-18)
℞. Singen wir dem Herrn: Herrlich ist sein Sieg.
«Singen will ich dem Herrn,
denn er hat herrlich gesiegt:
Ross und Reiter
er hat ins Meer geworfen.
Meine Stärke und mein Lied ist der Herr,
er ist mein Heil geworden.
Er ist mein Gott: Ihn will ich loben,
der Gott meines Vaters: Ihn will ich preisen! ℞.
Der Herr ist ein Krieger,
Der Herr ist sein Name.
Die Wagen des Pharao und sein Heer
hat er ins Meer geschleudert;
seine auserwählten Kämpfer
sie versanken im Roten Meer. ℞.
Die Fluten bedeckten sie,
sanken wie ein Stein.
Deine Rechte, Herr,
ist herrlich an Kraft,
deine Rechte, Herr,
vernichtet den Feind. ℞.
Dorthin lässt du es kommen und pflanzt es ein,
auf dem Berg deines Erbes,
den Ort, den du zu deiner Wohnstätte,
Herr, bereitet hast,
das Heiligtum, das deine Hände,
Herr, haben sie gegründet.
Der Herr soll herrschen
in Ewigkeit und immerdar!». ℞.
VIERTE LESUNG
Aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes 54,5-14)
Dein Gemahl ist dein Schöpfer, Herr der Heere ist sein Name; dein Erlöser ist der Heilige Israels, er wird Gott der ganzen Erde genannt. Wie eine verlassene und im Herzen bedrängte Frau hat der Herr dich zurückgerufen. Wird etwa die Frau verstoßen, die in ihrer Jugend geheiratet wurde? – spricht dein Gott. Für einen kurzen Augenblick habe ich dich verlassen, aber mit großer Liebe werde ich dich wieder sammeln. In einem Anflug von Zorn habe ich mein Angesicht für kurze Zeit vor dir verborgen; aber mit ewiger Zuneigung habe ich mich deiner erbarmt, spricht dein Erlöser, der Herr. Für mich ist es jetzt wie in den Tagen Noachs, als ich schwor, dass ich die Wasser Noachs nicht mehr über die Erde ergießen würde; so schwöre ich jetzt, dich nicht mehr zu zürnen und dich nicht mehr zu bedrohen. Selbst wenn die Berge wichen und die Hügel schwankten, würde meine Zuneigung zu dir nicht weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht der Herr, der sich deiner erbarmt. Du Bedrängte, vom Sturm Gepeitschte, Trostlose, siehe, ich lege deine Steine in Antimon und gründe dich auf Saphiren. Aus Rubinen mache ich deine Zinnen, deine Tore werden aus Beryll sein, und deine ganze Umfassung wird aus Edelsteinen bestehen. Alle deine Kinder werden Jünger des Herrn sein, groß wird das Wohlergehen deiner Kinder sein; du wirst auf Gerechtigkeit gegründet sein. Halte dich fern von Unterdrückung, denn du brauchst dich nicht zu fürchten, und vom Schrecken, denn er wird nicht an dich herantreten. – Wort des lebendigen Gottes.
FÜNFTE LESUNG
Aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes 54,5-14)
So spricht der Herr: „Ihr Durstigen, kommt zum Wasser! Und ihr, die ihr kein Geld habt, kommt! Kauft und esst! Kommt, kauft ohne Geld, ohne Bezahlung Wein und Milch! Warum gebt ihr Geld aus für das, was kein Brot ist, und euren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, und ihr werdet Gutes essen und euch an Köstlichem erfreuen. Neigt euer Ohr und kommt zu mir, hört, und ihr werdet leben! Ich schließe mit euch einen ewigen Bund: die David zugesagten Gnaden. Seht her: Ich habe ihn zum Zeugen für die Völker gemacht, zum Fürsten und Herrscher über die Nationen. Seht her: Du wirst Völker rufen, die du nicht kennst, und Nationen, die dich nicht kannten, werden zu dir eilen, um des Herrn, deines Gottes, willen, des Heiligen Israels, weil er dich verherrlicht hat. Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt, ruft ihn an, solange er nahe ist. Der Frevler soll seinen Weg verlassen und der Übeltäter seine Pläne; er kehre um zum Herrn, damit dieser Erbarmen mit ihm hat, und zu unserem Gott; denn er ist groß im Verzeihen. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege - Spruch des Herrn. So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken. Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fallen und nicht dorthin zurückkehren, ohne die Erde zu tränken, sie fruchtbar zu machen und zum Sprießen zu bringen, damit sie dem Sämann Samen gibt und dem, der isst, Brot, so ist es auch mit dem Wort, das aus meinem Mund hervorgeht: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will, und das auszuführen, wozu ich es ausgesandt habe.“ - Wort des Herrn.
SECHSTE LESUNG
Aus dem Buch des Propheten Baruch (Bar 3,9-15.32 – 4,4)
Höre, Israel, die Gebote des Lebens, und neige dein Ohr, um Einsicht zu lernen. Warum, Israel? Warum befindest du dich in einem feindlichen Land und bist in einem fremden Land alt geworden? Warum hast du dich mit den Toten verunreinigt und gehörst zur Zahl derer, die in die Unterwelt hinabsteigen? Du hast die Quelle der Weisheit verlassen! Wenn du auf dem Weg Gottes gegangen wärst, würdest du für immer in Frieden wohnen. Lerne, wo Einsicht, wo Stärke, wo Verstand zu finden sind, damit du auch erkennst, wo Langlebigkeit und Leben, wo das Licht der Augen und der Friede zu finden sind. Doch wer hat ihre Wohnstätte entdeckt, wer ist in ihre Schätze eingedrungen? Doch der, der alles weiß, kennt sie und hat sie mit seinem Verstand erforscht; der die Erde für immer gestaltet und sie mit Vierfüßlern erfüllt hat; der das Licht aussendet, und es eilt dahin. Er hat es gerufen, und es hat ihm zitternd gehorcht. Die Sterne haben an ihren Wachposten geleuchtet und sich gefreut; er hat sie gerufen, und sie haben geantwortet: »Hier sind wir!«, und haben voller Freude für den aufgeleuchtet, der sie geschaffen hat. Er ist unser Gott, und kein anderer kann mit ihm verglichen werden. Er hat jeden Weg der Weisheit entdeckt und sie Jakob, seinem Knecht, und Israel, seinem Geliebten, gegeben. Deshalb ist sie auf der Erde erschienen und hat unter den Menschen gelebt. Sie ist das Buch der Gebote Gottes und das Gesetz, das ewig besteht; alle, die sich daran halten, werden leben, die es verlassen, werden sterben. Kehre um, Jakob, und nimm sie auf; wandle im Glanz ihres Lichtes. Überlasse keinem anderen deine Herrlichkeit und keiner fremden Nation deine Vorrechte. Glücklich sind wir, o Israel, denn was Gott gefällt, ist uns bekannt. – Wort des Herrn.
SIEBTE LESUNG
Aus dem Buch des Propheten Ezechiel (Ez 36,16-17a.18-28)
Das Wort des Herrn erging an mich: „Menschensohn, als das Haus Israel in seinem Land wohnte, machte es dieses durch seinen Wandel und seine Taten unrein. Darum ließ ich meinen Zorn über sie kommen wegen des Blutes, das sie im Land vergossen hatten, und wegen der Götzen, durch die sie es verunreinigt hatten. Ich zerstreute sie unter die Völker, und sie wurden in andere Länder zerstreut: Ich richtete sie nach ihrem Wandel und ihren Taten. Sie kamen zu den Völkern, zu denen sie verschleppt worden waren, und entweihten dort meinen heiligen Namen, denn man sagte von ihnen: ‚Diese sind das Volk des Herrn, und dennoch mussten sie sein Land verlassen.‘ Doch ich nahm Rücksicht auf meinen heiligen Namen, den das Haus Israel unter den Völkern entweiht hatte, zu denen es gekommen war. Darum verkünde dem Haus Israel: ‚So spricht Gott, der Herr: Nicht euretwegen handle ich, Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr unter den Völkern entweiht habt, zu denen ihr gekommen seid. Ich werde meinen großen Namen heiligen, der unter den Völkern entweiht wurde, den ihr in ihrer Mitte entweiht habt. Dann werden die Völker erkennen, dass ich der Herr bin - Spruch des Gottes, des Herrn -, wenn ich mich an euch vor ihren Augen als heilig erweise. Ich hole euch heraus aus den Völkern, sammle euch aus allen Ländern und bringe euch in euer Land. Ich sprenge reines Wasser über euch, dann werdet ihr rein sein. Ich reinige euch von all eurer Unreinheit und von all euren Götzen. Ich gebe euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr nach meinen Gesetzen lebt, meine Rechtsvorschriften beachtet und sie befolgt. Ihr werdet in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gegeben habe. Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein.‘“ - Wort des Herrn.
BRIEFLESUNG
Aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer (Röm 6,3-11)
Brüder und Schwestern, wisst ihr nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln. Wenn wir nämlich mit ihm zusammengewachsen sind, sodass wir ihm in seinem Tod ähnlich sind, werden wir ihm auch in seiner Auferstehung ähnlich sein. Wir wissen: Unser alter Mensch wurde mit ihm gekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib zerstört werde und wir nicht mehr Sklaven der Sünde seien. Denn wer gestorben ist, ist frei geworden von der Sünde. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, da wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Denn durch seinen Tod ist er ein für alle Mal für die Sünde gestorben; sein Leben aber lebt er für Gott. So sollt auch ihr euch als Menschen betrachten, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus. – Wort Gottes.
EVANGELIUM DES TAGES
Aus dem Evangelium nach Matthäus (Mt 28,1-10)
Nach dem Sabbat, im Morgengrauen des ersten Tages der Woche, gingen Maria aus Magdala und die andere Maria, um das Grab zu besuchen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und wurden wie tot. Der Engel sagte zu den Frauen: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht den Ort, an dem er lag. Geht schnell und sagt seinen Jüngern: ‚Er ist von den Toten auferstanden, und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen.‘ Siehe, ich habe es euch gesagt.“ Eilig verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkünden. Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sagte: „Seid gegrüßt!“ Sie gingen auf ihn zu, umfassten seine Füße und huldigten ihm. Da sagte Jesus zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.“ – Wort des Herrn.

