Niemand hatte es erwartet. Niemand hatte es organisiert. Niemand hatte es geplant. Und doch kam die Königin des Friedens ab dem 25. Juni 1981 tausende und abertausende Male auf die gesegnete Erde von Medjugorje herab. Und diese karge Ebene im steinigen Herzen der Herzegowina ist seit vierzig Jahren zu einem Wallfahrtsziel für Millionen Gläubige geworden.
Medjugorje war bis zum Sommer 1981 eine der ärmsten und vergessenen Regionen eines Landes (des ehemaligen Jugoslawiens), das sich jahrzehntelang zum Atheismus bekannt hatte, das jedoch trotz allem, vor allem unter der kroatischen Bevölkerung, einen einfachen und tiefen Glauben bewahrt hatte und so zum Schauplatz einer der außergewöhnlichsten Erfahrungen der letzten Zeit wurde …

Die erste Erscheinung
Die Jungfrau Maria hat sich einer Gruppe von sechs Jugendlichen auf spürbare Weise gezeigt, um durch sie der Menschheit eine Botschaft zu übermitteln: eine sanfte, aber entschiedene Einladung zur Bekehrung durch Gebet und Fasten. Die erste Erscheinung ereignete sich am 24. Juni 1981 um 16 Uhr, als zwei 15- und 16-jährige Mädchen, Ivanka Ivankovic und Mirjana Dragicevic, beim Spaziergang am Fuß eines steinigen Hügels namens Podbrdo eine weibliche Gestalt auf einer kleinen Wolke sahen. Gegen 18:30 Uhr begaben sie sich in Begleitung von Vicka Ivankovic, Ivankas Cousine, erneut zum Hügel. Die drei Mädchen erklärten, sie hätten die geheimnisvolle Gestalt erneut gesehen, diesmal mit einem Kind auf dem Arm, und identifizierten sie sofort als die Jungfrau Maria.
Sind die Erscheinungen wahr?
Von diesem Ereignis an begann eine Geschichte, die mehrere Millionen Menschen erreicht, Zustimmung, Akzeptanz und Bekehrungen, aber auch Ablehnung und Zweifel hervorgerufen hat. Vom Heiligen Stuhl ist noch kein endgültiges Urteil ergangen. Die Schlussfolgerungen der von Kardinal Ruini geleiteten Kommission, die Benedikt XVI. eingesetzt hatte, um die Echtheit der Erscheinungen zu untersuchen, und die von 2010 bis 2014 tätig war, tendieren hinsichtlich der Erscheinungen in den ersten sieben Tagen zu einer Beurteilung ihrer Glaubwürdigkeit und zu einer Aussetzung des Urteils über alles, was in den folgenden Jahren geschehen ist. Diese Schlussfolgerungen wurden von Papst Franziskus nicht offiziell übernommen.
Er hat jedoch seine pastorale Sorge durch die Ernennung des polnischen Erzbischofs Henryk Hoser zum apostolischen Visitator für die Pfarrei Medjugorje zum Ausdruck gebracht, indem er mit der anlässlich des traditionellen Jugendfestivals im vergangenen August übermittelten Botschaft den Weg für die Organisation von Pilgerreisen durch Diözesen und Pfarreien freimachte und im vergangenen Mai die Kirche von Medjugorje in den Gebetsmarathon unter den Heiligtümern aufnahm, den Papst Franziskus selbst ins Leben gerufen hatte, um das Ende der Pandemie zu erbitten.

Das Gebet
Ein Ort, an dem man vom Anbau von Tabak und Weinreben sowie teilweise von Viehzucht lebte, ist zu einem Ort geworden, der die schlummernden Herzen aufweckt, zu einem weltweiten Ort des Gebets. Medjugorje ist für viele zu einer Schule des fast täglichen Gebets geworden. Tausende Menschen haben begonnen zu beten und sich verpflichtet, die Botschaften der Madonna in die Tat umzusetzen.
Der Frieden
Das Hauptziel der Erscheinungen ist der Frieden, und wie ein roter Faden zieht er sich durch alles, was Maria sagt und tut. Deshalb spricht sie oft über die Voraussetzungen des Friedens: sich bekehren, beten, fasten, glauben, sich ganz Gott anvertrauen und mit ihr auf dem Weg der Heiligkeit bleiben. Sie hat auch klar die Mittel aufgezeigt, um ihn zu erreichen: den Rosenkranz beten, zur Beichte gehen, die Heilige Schrift lesen, die Heilige Messe feiern und Gutes tun.
Die Eucharistie
Doch das Zentrum, das pochende Herz von Medjugorje, ist die Eucharistie. Ja, die Eucharistie, die in der heiligen Messe jeden Tag gefeiert wird. Die Eucharistie, die bei der feierlichen Abendanbetung am Dienstag, Donnerstag und Samstag betrachtet wird. Ja, in Medjugorje mündet alles in das Geheimnis der eucharistischen Gegenwart Jesu: Der eucharistische Jesus ist die Sonne von Medjugorje, der eucharistische Jesus ist das Ziel jedes inneren Weges, jedes Weges der Bekehrung in der Schule Mariens: der Schule des Hörens, der Schule des persönlichen Gebets, der Schule der inneren Stille, der Schule des Fastens und des Aufstiegs zum Erscheinungsberg und zum Kreuzberg.
Aus der Eucharistie strahlt Jesus seine Gegenwart aus, wie die Sonne Licht und Wärme ausstrahlt …

Die heilige Messe
Die Königin des Friedens, fürsorgliche Mutter und Lehrerin, spricht seit Beginn des geistlichen Weges von Medjugorje über diese notwendige Begegnung der Herzen mit Jesus: «Meine Kinder, wenn ihr zwischen der Erscheinung und der heiligen Messe wählen müsst, wählt immer die heilige Messe, denn während der heiligen Messe ist mein Sohn bei euch» (Botschaft, übermittelt von Mirjana). Und am 18. November 1984 sagt die Gospa zur Gebetsgruppe: «Wenn möglich, nehmt jeden Tag an der Messe teil. Aber nicht als bloße Zuschauer, sondern als Menschen, die im Augenblick des Opfers Jesu auf dem Altar bereit sind, sich mit ihm zu vereinen, um mit ihm ein und dasselbe Opfer für die Erlösung der Welt zu werden. Bereitet euch vor der Messe mit dem Gebet vor und dankt Jesus nach der Messe, indem ihr noch eine Weile in Stille bei ihm bleibt». Und weiter: «Liebe Kinder, Gott möchte euch heilig machen, deshalb lädt er euch durch mich zur völligen Hingabe ein. Die heilige Messe sei für euch das Leben!» (Botschaft vom 25. April 1988); «Die heilige Messe, der erhabenste und kraftvollste Akt eures Gebets, sei das Zentrum eures geistlichen Lebens» (Botschaft vom 2. August 2008).
Der Beichtstuhl der Welt
Das Zentrum ist also Jesus, und der Weg zu ihm führt über die Bekehrung, die Reue über die begangenen Sünden und die sakramentale Beichte. So ist Medjugorje seit vierzig Jahren der Wallfahrtsort der Beichten, der Beichtstühle, der Priester, die überall, im Regen und in der Sonne, die Beichte hören, denn das einzig Wichtige ist, den Priester die einzigen Worte sprechen zu hören, die befreien, heilen und erneuern können: «Ich spreche dich von deinen Sünden los».
In diesem 40. Jahrestag der Erscheinungen von Medjugorje sagt Maria uns, dass sie uns, jedem einzelnen ihrer Kinder, zur Seite steht, um uns auf unserem Weg zu helfen, dass ihre mütterliche Gegenwart unser Leben verändert, die Traurigkeit in Freude und die Sorgen in Pläne und Lösungen verwandelt. Maria sagt uns, dass die kleine Welt jedes Einzelnen von uns und die ganze Welt besser werden können, wenn wir ihr erlauben, aus uns ein neues Geschöpf zu machen.
Alles Gute zum Jubiläum!

