Andachten vom 10. bis 16. Mai
„Lass dich nicht entmutigen“, sagt die Jungfrau zu Lucia von Fatima. „Lass dich nicht entmutigen“, sagt die Jungfrau auch zu jedem von uns. In dieser Woche, die so reich an dem Licht ist, das vom Antlitz der Jungfrau von Fatima und von der glorreichen Himmelfahrt Jesu ausgeht, sind wir eingeladen, uns angesichts der Schwierigkeiten nicht entmutigen zu lassen und uns an die Worte zu erinnern, die Jesus vor seiner Himmelfahrt an die Apostel gerichtet hat: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20).

DONNERSTAG, 13. MAI
Selige Jungfrau Maria von Fatima
Am 13. Mai 1917 erscheint die Jungfrau zum ersten Mal in einem abgelegenen Dorf auf den Hochebenen der Extremadura drei kleinen Hirten: Lucia Dos Santos, Franziskus und Jacinta Marto. „Habt keine Angst. Ich tue euch nichts“, sind ihre ersten Worte, und auf Lucias Frage, woher sie komme, antwortet sie: „Ich komme aus dem Himmel.“
Es ist die erste Erscheinung des 20. Jahrhunderts, nach drei bedeutenden Marienerscheinungen im 19. Jahrhundert (La Salette, 1846; Lourdes, 1858; Castelpetroso, 1888). Maria wendet sich wie eine zärtliche Mutter an drei Kinder, um die Menschen zur Umkehr, zum Gebet und zur Buße aufzurufen; ihnen vertraut sie ihre Botschaften an die Menschheit an.
Acht Tage zuvor hatte Papst Benedikt XV. angesichts des andauernden blutigen Ersten Weltkriegs die Katholiken in aller Welt dazu eingeladen, sich zu einem Gebetskreuzzug zu vereinen, um durch die Fürsprache der Gottesmutter den Frieden zu erlangen.
Wie von der Jungfrau versprochen, wiederholen sich die Erscheinungen in den folgenden Monaten im Beisein einer immer größer werdenden Zahl von Menschen.
Papst Franziskus war 2017 anlässlich des hundertsten Jahrestags der Erscheinungen in Fatima. In der Predigt der heiligen Messe am 13. Mai, während der er Franziskus und Jacinta heiliggesprochen hat, sagte er, dass die Jungfrau, „indem sie uns das Risiko der Hölle vorausahnte und uns davor warnte, in die ein Leben – oft angeboten und aufgezwungen – ohne Gott führt und das Gott in seinen Geschöpfen entweiht, gekommen ist, um uns an das Licht Gottes zu erinnern, das in uns wohnt und uns bedeckt, denn […] das „Kind wurde zu Gott entrückt“ (Offb 12,5). Und nach den Worten Lucias befanden sich die drei Auserwählten im Licht Gottes, das von der Gottesmutter ausstrahlte. Sie hüllte sie in den Mantel des Lichts, den Gott ihr gegeben hatte.“ Von Licht hat Papst Franziskus gesprochen, und eben Licht und Hoffnung strahlen aus den Worten, die die Jungfrau während der zweiten Erscheinung zu Lucia sagte: „Lass dich nicht entmutigen. Ich werde dich niemals verlassen. Mein unbeflecktes Herz wird deine Zuflucht und der Weg sein, der dich bis zu Gott führen wird.“
Vertrauensvoll rufen wir die mütterliche Fürsprache der Jungfrau Maria an.
Zur Vertiefung:
• Die Erscheinungen von Fatima
• Die Erscheinungen von Fatima zwischen Geschichte und Staunen
• Die Madonna erscheint in Fatima

DONNERSTAG, 13. MAI
Beginn der Novene zur heiligen Rita
„Sie hätte eine mittelmäßige oder sogar eine schlechte Christin werden können, verbittert durch das Leid und zur Rebellion getrieben. Stattdessen wurde sie eine Heilige“ (Agostino Trapé).
So hat ein großer Kenner des Lebens Ritas von Cascia über sie gesagt. Sie wird in aussichtslosen Fällen angerufen und ist eine der bekanntesten Heiligen in Italien und weltweit; sie machte ihr Leben zu einem Meisterwerk, ausgehend von einer grundlegenden Erkenntnis: das eigene Leiden mit dem Leiden Jesu zu verbinden, um daraus außergewöhnliche Früchte hervorzubringen. Die Annahme des Kreuzes und die Fähigkeit zu vergeben, trotz allem und trotz aller: Rita hat auch der heutigen Welt viel zu sagen.
Während der Novene rufen wir die Fürsprache der „Heiligen der aussichtslosen Fälle“ an und vertiefen uns in ihr Leben.
Zur Vertiefung:
• Gebete zur heiligen Rita von Cascia

FREITAG, 14. MAI
Der heilige Apostel Matthias
Matthias nahm in den Tagen unmittelbar nach der Himmelfahrt des Herrn den Platz des Judas ein. Die Apostelgeschichte berichtet uns, dass Petrus sich mit den Aposteln, Maria und weiteren Gläubigen im Abendmahlssaal befand; es waren etwa 120 Personen. Er schlug vor, die Zahl der Apostel wieder auf zwölf zu bringen, wie es dem Willen Jesu entsprochen hatte, und aus den Anwesenden einen auszuwählen, der von Anfang an beim Meister gewesen war. Petrus sagte nämlich, man müsse „aus den Männern, die die ganze Zeit über mit uns zusammen waren, als der Herr Jesus bei uns ein- und ausging, angefangen von der Taufe durch Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns weg in den Himmel aufgenommen wurde“, einen auswählen. Von der Gemeinde wurden zwei Kandidaten vorgeschlagen: Josef, genannt Justus, und Matthias. Nach diesem Gebet losten sie: „Du, Herr, der du die Herzen aller kennst, zeige, wen von diesen beiden du erwählt hast, diesen Dienst und dieses Apostelamt zu übernehmen, das Judas verlassen hat, um an den ihm bestimmten Ort zu gehen“; das Los fiel auf Matthias. Er ist somit der einzige der zwölf Apostel, der nicht unmittelbar von Jesus berufen wurde. Dennoch war er von Anfang bis zum Ende seines öffentlichen Wirkens bei ihm; später wurde er Zeuge seines Todes und seiner Auferstehung.
Zur Vertiefung:
• Auf dein Wort hin

FREITAG, 14. MAI
Beginn der Pfingstnovene
Machen wir uns in diesen neun Tagen, in denen wir den Heiligen Geist anrufen, das wunderschöne Gebet zu eigen, mit dem Papst Franziskus im vergangenen Jahr seine Predigt am Pfingsttag beendet hat: «Heiliger Geist, Gedächtnis Gottes, entfache in uns die Erinnerung an die empfangene Gabe neu. Befreie uns von der Lähmung des Egoismus und entzünde in uns den Wunsch zu dienen und Gutes zu tun. Denn schlimmer als diese Krise ist nur das Drama, sie zu vergeuden, indem wir uns in uns selbst verschließen. Komm, Heiliger Geist: Du, der du Harmonie bist, mach uns zu Baumeistern der Einheit; Du, der du dich immer schenkst, gib uns den Mut, aus uns selbst herauszugehen, einander zu lieben und zu helfen, um eine einzige Familie zu werden. Amen».
Zur Vertiefung:
• Novenen zu Ehren des Heiligen Geistes
• Gebete zum Heiligen Geist

SAMSTAG, 15. MAI
Beginn der Novene zu Unserer Lieben Frau von Laus
«Geh nach Laus, dort wirst du eine kleine Kapelle finden, aus der Düfte strömen; an diesem Ort wirst du oft mit mir sprechen können, und oft wirst du mich sehen», sagt die Jungfrau zu einem einfachen Hirtenmädchen, Benoîte Rencurel. Sie tritt ihr als eine von Zärtlichkeit und Feinfühligkeit erfüllte Mutter und Erzieherin entgegen: Sie lehrt sie beten und führt sie auf einem beispiellosen geistlichen Weg.
Die Novene bietet uns die Gelegenheit, die Erscheinungen von Laus zu vertiefen und gläubig zu beten, indem wir die eilige Fürsprache der allerseligsten Maria erbitten.
Zur Vertiefung:
• Novene zu Unserer Lieben Frau von Laus
• Unsere Liebe Frau von Laus. Die Hoffnung im Herzen der Alpen

SONNTAG, 16. MAI
Christi Himmelfahrt
An diesem Hochfest Christi Himmelfahrt wollen wir uns bei der Betrachtung von einem Giganten des Glaubens helfen lassen, dem heiligen Augustinus: «Heute ist unser Herr Jesus Christus in den Himmel aufgefahren. Mit ihm möge auch unser Herz aufsteigen. Wie er aufgefahren und doch nicht von uns fortgegangen ist, so sind auch wir schon dort oben bei ihm, obwohl sich an unserem Leib noch nicht erfüllt hat, was uns verheißen ist. Christus wird nun über die Himmel erhoben, doch er leidet hier auf Erden alle Bedrängnisse, die wir als seine Glieder ertragen. Warum mühen auch wir uns dann nicht auf dieser Erde ab, um schon mit Christus im Himmel zu ruhen, wir, die wir durch den Glauben, die Hoffnung und die Liebe mit unserem Erlöser vereint sind? Christus bleibt nämlich, obwohl er dort oben ist, noch bei uns. Und wir sind ebenso, obwohl wir hier unten wohnen, schon bei ihm».
Zur Vertiefung:
• Mit lebendigem Wasser Mai-Juni 2021
• Auf dein Wort hin – (Mai-Juni 2021)
«Die Jungfrau Maria, die den Glauben der ersten Gemeinschaft der Jünger beseelt hat, möge auch uns helfen, „unsere Herzen emporzuheben“. Zugleich möge sie uns helfen, „mit beiden Füßen auf dem Boden zu bleiben“ und das Evangelium mutig in den konkreten Situationen des Lebens und der Geschichte auszusäen» (vgl. Papst Franziskus). Gehen wir zuversichtlich unseren Lebensweg weiter und lassen wir ihre mütterliche Einladung in unserem Herzen widerhallen: «Lass dich nicht entmutigen».
Guten Weg!
