Die Nachricht von Papst Franziskus’ Krankenhausaufenthalt beunruhigte die Welt, und unzählige Menschen ließen ihn durch ihr Gebet ihre Nähe spüren. Allgemein war dann das Aufatmen, als bekannt wurde, dass sich der Gesundheitszustand des Heiligen Vaters bis zu seiner Entlassung am vergangenen Samstag verbessert hatte.
Kollektive Freude herrschte dann, als man ihn auf dem von etwa 60.000 Gläubigen gefüllten Petersplatz wiedersah, wo er der feierlichen Palmsonntagsmesse, mit der die Karwoche beginnt, und dem Angelus vorstand.
Der Papst der Nähe und Zärtlichkeit
In seiner Predigt am Palmsonntag sagte Papst Franziskus: «Der Stil Gottes ist dies: Nähe, Mitgefühl und Zärtlichkeit, so ist Gott. Der verlassene Christus bewegt uns dazu, ihn in den Verlassenen zu suchen und zu lieben. Viele brauchen unsere Nähe». Diese Worte gewinnen besondere Kraft, wenn man an die Tage seines Krankenhausaufenthalts denkt, in denen der Heilige Vater erneut seine ganze Nähe und Zärtlichkeit gezeigt hat, die kennzeichnend für sein Pontifikat sind. Am Freitag, als er noch im Krankenhaus lag, besuchte er die Kinder auf der Onkologiestation und schenkte ihnen Rosenkränze, Schokoladeneier und ein Buch über die Geburt Jesu. Anschließend taufte er ein Neugeborenes.

Die Umarmung der von größtem Schmerz geprüften Eltern Angelicas
Am Samstag, als er das Krankenhaus verließ, umringt von einer Menschenmenge, die ihm applaudierte und ihn begrüßte, sowie von Journalisten, ließ er es sich nicht nehmen, ein Ehepaar, das am Vortag aufgrund einer genetischen Krankheit seine Tochter verloren hatte, zärtlich zu umarmen. Die Mutter sagte zu ihm: «Heiliger Vater, ich kann nicht mehr. Beten Sie für uns …». Der Papst nahm den Schmerz dieses Ehepaares mit großer Anteilnahme auf. Die Frau wiederholte immer wieder: «Danke, danke …». Daraufhin umarmte der Papst sie und anschließend ihren Mann, der zu ihm sagte: «Sie haben sie kennengelernt, weil Sie 2019 nach Casal Bertone gekommen sind und sie auf dem Arm gehalten haben». Während er die Hände der beiden Eheleute hielt, sagte der Papst: «Beten wir für Angelica». Er segnete sie und schenkte ihnen Rosenkränze.

Der Papst wird den Feiern der Karwoche vorstehen
Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, ließ der Papst durch seinen Sprecher mitteilen, dass er den Vorsitz bei den österlichen Riten führen wird. Matteo Bruni erklärte, dass die Gestaltung der Liturgien der Karwoche «unverändert bleibt»: Der Papst wird den Feiern vorstehen, während ein Kardinal am Altar zelebriert, auch am Ostertag. Eine Regelung, die im Übrigen bereits seit Längerem gilt.
Erneut zeigt uns der Heilige Vater seine Stärke und seinen Mut, indem er seinen petrinischen Dienst fortführt. Und erneut erweist er sich als leuchtender Wegweiser für die Menschheit.

