Sechste Betrachtung der vierten Fastenwoche
«In den Wunden, die das Grabtuch uns dokumentiert, haben wir unsere Heilung gesehen, die Erlösung von der Sünde; wir konnten die Liebe ermessen, mit der wir geliebt wurden; wir haben demütig erkannt, dass dieser Jesus wegen unserer Vergehen durchbohrt wurde. Das Grabtuch hat uns daran erinnert, dass keiner von uns ihm gegenüber Zuschauer sein kann, weil wir alle im Blut des gekreuzigten Jesus getauft wurden. Auch für uns gilt also, dass das Wasser der Taufe die Reinigung durch das Blut und die göttliche Gabe des Geistes mit sich gebracht hat. Dieses Bild hat uns nicht nur daran erinnert, wer Jesus Christus für uns war, sondern auch, wer wir für Jesus Christus sind. Deshalb lädt uns das Grabtuch als Zeugnis dessen, was Jesus für uns getan hat, ein, unsererseits Zeugen zu sein: Gott hat uns in Jesus Christus, seinem Sohn, das ewige Leben gegeben, und wer den Sohn hat, hat das Leben.

Sei gepriesen, Herr,
weil du uns auf dem Grabtuch geschenkt hast
das Zeichen deiner Liebe.
Sei gepriesen, denn
du hast uns berufen, sie zu verehren.
Wir verpflichten uns
deine Liebe zu erwidern
in der Treue zum Vater
und unseren Brüdern,
und deshalb vertrauen wir uns Maria an
deine Mutter
die dich gekreuzigt sah
während ein Schwert ihre Seele durchbohrte
und nun betrachtet er dich im Reich
leuchtend vom Glanz
zu dem auch wir zu gelangen hoffen.
Amen».
Kardinal Giovanni Saldarini
Gelingt es mir, Zeuge der Liebe Gottes zu sein?
Nächste Woche erwarte ich dich zu weiteren Betrachtungen mit der Hilfe eines neuen Buches!

