Am 13. April wird der heiligen Margareta von Città di Castello gedacht: Lassen wir uns von einer Frau inspirieren, die sich von dem, was wie ein schwieriges Schicksal erschien, nicht aufhalten ließ.
Die Heilige wird in Metola (PU) blind geboren, mit Problemen an der Wirbelsäule und einem kürzeren rechten Bein. Ihre Eltern bringen sie nach Città di Castello zum Grab eines Ordensbruders, der im Ruf der Heiligkeit gestorben war, um ein Wunder zu erbitten; doch da das Mädchen nicht geheilt wird, lassen sie es dort zurück … Dies wird nur die erste von vielen Zurückweisungen und Aussetzungen sein, die ihr bevorstehen.
Und doch ist Margareta eine Heilige. Ein Vorbild christlichen Lebens für das gesamte Volk Gottes.

Wie ist es möglich, dass ein „Ausschuss“ der Gesellschaft zu einem Beispiel werden konnte, an dem man sich orientiert?
Margaretas Leben ist reich an Wendungen und unerwarteten Ereignissen, doch der rote Faden, der sie alle verbindet, besteht aus Liebe, Aufnahme und Dienst.
Dazu bestimmt, am Rand der Gesellschaft und der Geschichte zu leben, entwickelt Margareta dank ihres Glaubens eine Weisheit, die es ihr ermöglicht, Gott zutiefst zu erkennen.
Das Mittelalter, in dem Margareta lebt, unterscheidet sich von dem, an das wir gewöhnlich denken; es ist ein Mittelalter, das eine behinderte Frau in eine repräsentative Gestalt einer kirchlichen und bürgerlichen Gemeinschaft verwandeln und sie unter den berühmten Bürgern in Erinnerung behalten konnte.
Margareta fand ihre Erfüllung, weil sie Gott von ganzem Herzen liebte; sie ertrug ihre Beeinträchtigungen nicht aus Resignation, sondern aus Liebe; sie folgte Jesus, indem sie täglich ihr überaus schweres Kreuz trug und ihm immer ähnlicher wurde.
Margareta liebte den Gekreuzigten und folglich auch die Gekreuzigten wie sie. Sie war fähig, die Schläge des Lebens aufzufangen, und indem sie sich vom Vater lieben ließ und Jesus, den Gekreuzigten, umarmte, liebte, tröstete und half sie allen Menschen, die, an Leib oder Herz wie sie verwundet, sie brauchten - so gut sie es wusste und konnte.

Margareta lehrt, dass Behinderung und Krankheit keine Bedingungen sind, die der Liebe, dem Lieben und dem Geliebtwerden im Wege stehen; sie schließen weder die Möglichkeit aus, Gutes zu tun, noch ein erfülltes Leben zu führen.
In der Behinderung, auch in Behinderung und Krankheit, ist ein Ruf verborgen, den es zu entdecken gilt, um das Leben zu einem Meisterwerk zu machen.
An Margareta können wir erkennen, dass die einzige wirkliche Behinderung, die die Möglichkeit beeinträchtigen kann, die Schönheit des Lebens zu entdecken, in einem verschlossenen und auf sich selbst zurückgezogenen Herzen liegt: „In einem historischen Kontext wie dem heutigen, in dem ‚siegreiche‘ Modelle vorherrschen, die mit Schönheit, Gesundheit, Reichtum und Macht verbunden sind, sprengt das Bild Margaretas, einer in den Augen der Welt ‚Verliererin‘, die gängigen Maßstäbe und ruft ein umgekehrtes Wertesystem in Erinnerung, in dem die Würde des Menschen, jedes Menschen, an erster Stelle steht, sei er arm, krank oder behindert“ (Papst Franziskus).


