Gebete vom 16. bis 22. August 2021
Die Zwölf hatte Jesus gefragt: «Wollt auch ihr weggehen?». Auch wir sind heute angesichts Jesu aufgerufen, Stellung zu beziehen und uns frei und persönlich zu entscheiden.
Nehmen wir uns die Heiligen, an die wir in dieser Woche denken, zum Beispiel und geben wir Jesus unsere überzeugte Antwort: «Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens».
Pater Ermes Ronchi betont: «Jesus legt keine Antworten nahe und erteilt keine Befehle oder Lektionen: „Das musst du tun oder darfst du nicht tun“, sondern er führt dich dazu, in dich hineinzuschauen und die Wahrheit des Herzens zu suchen: Was willst du wirklich? Welches Verlangen bewegt dich? Es sind die Fragen des Herzens, die allein wirklich heilen. Ein Aufruf an die letzte Freiheit jedes Jüngers: Ihr seid frei, geht oder bleibt; ich zwinge niemanden; jetzt aber ist der Moment, sich zu entscheiden».

DIENSTAG, 17. AUGUST
Heilige Klara von Montefalco
«Das Leben der Seele ist die Liebe Gottes. Durch die Liebe wird die Seele mit Gott vereint und eins mit ihm, und so groß ist die Freundschaft Gottes zur Seele und der Seele zu Gott, dass die Seele auch das will, was Gott will, und Gott selbst das will, was eine solche Seele will». Dies sind Worte der heiligen Klara von Montefalco, die für die Gesellschaft und die Kirche ihrer Zeit ein Bezugspunkt war. Sie empfing große mystische Gaben, etwa die Fähigkeit, in die Herzen der Menschen zu schauen.
Klara (1268-1308) wird in eine wohlhabende Familie hineingeboren. Schon früh gewöhnt sie sich an Fasten und Buße und zeigt eine große Verehrung für das Leiden Christi. Mit sechs Jahren tritt sie in die Einsiedelei ein, in der ihre Schwester Johanna lebt, und wird 1291 zur Oberin gewählt – ein Amt, das sie ihr ganzes Leben lang innehaben wird. Sie verbringt ihr Leben in vorbildlicher Weise. Ihren Mitschwestern empfiehlt sie eindringlich Opferbereitschaft und persönliches Engagement beim Aufbau eines gefestigten geistlichen Lebens. Der Herr begünstigt sie mit der Gabe der eingegossenen Wissenschaft: Obwohl sie keine Schulbildung besitzt, konsultieren sie angesehene Theologen und Kardinäle in Glaubensfragen. In ihren letzten Jahren behauptet sie immer wieder, das Kreuz des Herrn sei ihrem Herzen eingeprägt. Nach ihrem Tod wollen die Mitschwestern den Sinn ihrer Worte überprüfen und entnehmen ihr das Herz: Darin finden sie die eingeprägten Zeichen des Leidens.
Im geistlichen Testament der heiligen Klara an ihre Augustinerinnen lesen wir: «Im Tod unseres Herrn Jesus Christus opfere ich meine Seele dar und euch alle. Seid von Gott und von mir gesegnet. Und ich bitte euch, meine Töchter, euch gut zu verhalten und all das Werk, das Gott mich für euch tun ließ, in Ehren zu bewahren. Seid demütig, seid geduldig, seid gehorsam, seid in Frieden und in der Liebe Gottes vereint, seid solche Frauen, dass Gott durch euch immer gepriesen werde».
Ahmen wir ihr leuchtendes Beispiel nach und rufen wir vertrauensvoll ihre Fürsprache an.
Zur Vertiefung:
• Mit dem Kreuz im Herzen

FREITAG, 20. AUGUST
Die heilige Maria De Mattias
Maria De Mattias, geboren am 4. Februar 1805 in der Nähe von Frosinone, ist lebensfroh, temperamentvoll, äußerst lebhaft … und ein wenig eitel. Eines Tages gefällt sie sich jedoch plötzlich nicht mehr und bleibt vor dem Bild der Madonna stehen, das sie in ihrem Zimmer hat, und betet: „Allerseligste Maria, schenke mir Licht.“ Sie beginnt einen Weg der Umkehr, an dessen Ende sie versteht, dass sie sich dafür einsetzen muss, Jesus zu allen Menschen zu bringen. Sie wird Missionarin unter den Hirten ihrer Heimat, denen sie das Lesen und Schreiben beibringt, vor allem aber, Jesus zu lieben. Sie reist auf dem Rücken eines Maultiers von einem Dorf zum anderen und schickt Briefe dorthin, wo sie nicht hinkommen kann. Sie gründet die Kongregation der Anbeterinnen des Blutes Christi und träumt davon, Jesus allen bekannt zu machen, „damit er von allen geliebt werde“.
Maria De Mattias ist die Gründerin der Kongregation der Anbeterinnen des Blutes Christi.
Zur Vertiefung:
• In Christi Blut unsere Freiheit. Das Ostergeheimnis betrachten und vergegenwärtigen

SONNTAG, 22. AUGUST
Selige Jungfrau Maria, Königin
Das heutige Gedenken an die selige Jungfrau Maria, die Königin, ursprünglich eine Frömmigkeitsfeier, wurde 1955 von Pius XII. eingeführt. Es wird wenige Tage nach dem Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel gefeiert. Maria, die an der glorreichen universalen Königsherrschaft Christi teilhat, wird den Christen als Vorbild und Zeichen der Hoffnung vorgestellt; sie sind durch die Taufe bereits mit der königlichen Würde des Herrn bekleidet und berufen, ewig mit ihm zu herrschen.
Papst Franziskus hat uns daran erinnert, dass „Maria keine ferne Königin ist, die auf einem Thron sitzt, sondern die Mutter, die ihren Sohn und mit ihm uns alle, ihre Kinder, umarmt. Sie ist eine wirkliche Mutter, deren Gesicht gezeichnet ist, eine Mutter, die leidet, weil sie sich die Probleme unseres Lebens wirklich zu Herzen nimmt.“
Rufen wir ihre mütterliche Fürsprache an und vertrauen wir ihr an, was wir in unserem Herzen tragen: Wünsche, Hoffnungen, Sorgen und unsere tiefsten Sehnsüchte. Ihre Fürsorge wird uns Trost und Licht nicht fehlen lassen.
Zur Vertiefung:
• Betet, betet, betet
• Messbuch „Auf dein Wort hin“ Juli-August 2021
„Die Jungfrau Maria möge uns helfen, immer zu Jesus zu ‚gehen‘, um die Freiheit zu erfahren, die er uns schenkt und die es uns ermöglicht, unsere Entscheidungen von weltlichen Verkrustungen und Ängsten zu reinigen“ (Papst Franziskus). Sie möge uns helfen, Jesus bewusst zu antworten: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“
Gute Reise!
