Wir sind seit jeher daran gewöhnt, die Krippe mit Weihnachten zu verbinden und darunter eine Darstellung der Geburt Jesu zu verstehen, eine Szene des Friedens und der Freude. Die Osterkrippe hingegen ist nicht allen bekannt. Sie stellt die Zeit zwischen Palmsonntag und Ostermontag dar und erzählt anhand von Figuren die Ereignisse der Karwoche.
Die Tradition der Osterkrippe geht auf das 18. und 19. Jahrhundert zurück; später geriet sie fast vollständig in Vergessenheit. Erst allmählich begannen Bildhauer wieder, Passionskrippen zu schaffen, vor allem für Kirchen. Die Tradition der Osterkrippe ist insbesondere in Südeuropa verbreitet.
Osterkrippen beginnen gewöhnlich mit dem Einzug in Jerusalem am Palmsonntag. Es folgt der Gründonnerstag mit dem Letzten Abendmahl, dem Moment, in dem Jesus im Garten Getsemani betet und Judas mit den römischen Soldaten eintrifft, um ihn zu verraten. Danach folgen der Prozess und der Aufstieg zum Kalvarienberg. Die Kreuzigung am Karfreitag nimmt einen großen Teil der Krippe ein. Die wichtigste Szene ist die der Frauen vor dem offenen Grab, die am Ostersonntag das Wunder der Auferstehung miterleben.
Warum also zu Hause eine Osterkrippe aufstellen? Um sich besser auf Ostern vorzubereiten, ohne den Tod Jesu zu fürchten, der nur der Auftakt zu seiner glorreichen Auferstehung ist. Die Osterkrippe kann auch dabei helfen, mit Kindern auf einfache und anschauliche Weise die wichtigste liturgische Woche des Jahres nachzuerleben.



