Die Kirche möchte das ganze Jahr durch die Feier der Heiligen des jeweiligen Tages sowie der Feste und Hochfeste heiligen. Jedem Monat des Jahres widmet sie außerdem eine besondere Verehrung. Die Auswahl dieser Verehrungen beruht auf einem historischen Ereignis oder einer besonderen liturgischen Feier, auch wenn sich Ursprung und Entstehungsort dieser Verehrungen nicht immer genau bestimmen lassen.
Tauchen wir also in die Verehrungen jedes einzelnen Monats ein, die der leichteren Lektüre halber in zwei Artikel aufgeteilt sind. In diesem Artikel betrachten wir die Verehrungen von Januar bis Juni, in einem späteren Artikel von Juli bis Dezember.
Januar
Mit dem Monat Januar sind die Verehrungen des Jesuskindes und des heiligsten Namens des Jesuskindes verbunden.

Jesuskind
Die Verehrung des Jesuskindes findet ihren Mittelpunkt in der Betrachtung der Menschheit Christi in den Geheimnissen seiner Kindheit. Daher hat die Zärtlichkeit gegenüber dem Kind nichts Süßlich-Kitschiges: Sie ist vielmehr die Hinwendung zu Ihm, den die Himmel nicht fassen können, der aber schwach, arm und auf liebevolle Fürsorge angewiesen geworden ist … Und das alles aus Liebe zu uns!
Im Angesicht des Jesuskindes spüren wir, dass die wahre menschliche Größe darin besteht, „klein zu werden“. Wir entdecken, dass nicht derjenige groß ist, der mächtig ist, sondern derjenige, der „klein“ wird und sich eine kindliche Seele bewahrt, erfüllt von Liebe und Dankbarkeit.
Heiligster Name Jesu
Der Januar ist auch der Monat des Heiligsten Namens Jesu und die günstige Gelegenheit, unsere Verbundenheit mit dem herrlichen Namen unseres Herrn zu stärken: Den Namen Jesu sollten wir unaufhörlich wiederholen; er sollte jeden unserer Atemzüge bestimmen, und an Jesus sollten wir uns unablässig wenden. Nur sein Name rettet uns, nur sein Name schenkt uns Frieden.

Februar
Der Februar ist der Monat, der dem Heiligen Geist und der Heiligen Familie gewidmet ist.
Heiliger Geist
Es ist notwendig, den Heiligen Geist immer tiefer kennenzulernen und zu lieben, ihn häufiger mit Vertrauen und Liebe anzurufen und ihn machtvoll in unser Leben eintreten zu lassen, um die Fülle der Liebe und die Gleichgestaltung mit Christus Jesus zu erreichen.
«Wenn du die Dunkelheit der Einsamkeit spürst – erinnert uns Papst Franziskus –, wenn du einen Stein in dir trägst, der die Hoffnung erstickt, wenn du eine brennende Wunde im Herzen hast, wenn du keinen Ausweg findest, öffne dich dem Geist.»

Heilige Familie
Josef und Maria erinnern uns an den Plan, den Gott für die Ehe hat. Sie zeigen uns, dass es möglich ist, einander zu lieben; treu zu bleiben ist möglich; in einem gemeinsamen Vorhaben zu wachsen ist möglich.
Josef und Maria sagen uns in ihrer von Zärtlichkeit und Mühen erfüllten Liebe, dass Gott beschlossen hat, in einer Familie geboren zu werden, die familiären Beziehungen zu leben und die Mühen der Partnerschaft zu erfahren. Die Heilige Familie erinnert uns daran, wie unerlässlich es ist, Gottes Plan in den Mittelpunkt zu stellen.
März
Der Monat März ist der Verehrung des heiligen Josef geweiht, dessen Fest am 19. März gefeiert wird.
Wer ist der heilige Josef? Er ist ein zutiefst verantwortungsbewusster und tatkräftiger Mann, der denjenigen, die ihm geschenkt und anvertraut wurden, mit Liebe begegnet: Maria und Jesus. Indem er Maria in sein Haus aufnimmt, nimmt er das Geheimnis an, das in ihr ist, das Geheimnis, das sie selbst ist, und liebt sie mit jenem großen Respekt, der das Siegel echter Liebe ist.
Gott möchte, dass gerade Josef, der Vater und Hüter der Heiligen Familie, dem Sohn den Namen gibt – den er selbst offenbart hat –, indem er ihn Jesus nennt: Der Allerhöchste möchte, dass Josef dies tut, weil er wünscht, dass dieser wie Maria eng an der Erlösung mitwirkt.
April
Der Monat April ist der Anbetung des Allerheiligsten Sakraments und der göttlichen Barmherzigkeit gewidmet.
Anbetung des Allerheiligsten Sakraments
Die Eucharistie birgt die ganze Liebe Jesu in sich, und die Praxis der Anbetung ist unsere liebevolle Antwort auf ein unermessliches Geschenk. Der heilige Johannes Paul II. schrieb: «Die Eucharistie ist ein unschätzbarer Schatz: Nicht nur ihre Feier, sondern auch das Verweilen vor ihr außerhalb der Messe ermöglicht es, aus der Quelle der Gnade selbst zu schöpfen. Eine christliche Gemeinschaft, die fähiger sein möchte, das Antlitz Christi zu betrachten […], muss auch diesen Aspekt der eucharistischen Verehrung entwickeln, in dem die Früchte der Gemeinschaft mit dem Leib und Blut des Herrn verlängert und vervielfacht werden.»

Göttliche Barmherzigkeit
«Die Menschheit wird keinen Frieden finden, solange sie sich nicht vertrauensvoll meiner Barmherzigkeit zuwendet», sagte Jesus zur heiligen Faustina. Und die Göttliche Barmherzigkeit ist das österliche Geschenk, das die Kirche vom auferstandenen Christus empfängt und der gesamten Menschheit anbietet, die bisweilen verloren zu sein und von der Macht des Bösen, des Egoismus und der Angst beherrscht zu werden scheint. In diesem Zusammenhang ist die von der Vorsehung durch Schwester Faustina angeregte Anrufung eine große Hilfe und ein großer Trost: «Jesus, ich vertraue auf dich».
Mai
Selige Jungfrau Maria, Mutter Jesu und unsere Mutter
Der Monat Mai ist der Allerheiligsten Jungfrau Maria gewidmet. Die ersten Andachtsübungen, die in irgendeiner Weise mit diesem Monat verbunden sind, gehen auf das 16. Jahrhundert zurück. Besonders in Rom lehrte der heilige Philipp Neri seine Jugendlichen, das Bild der Jungfrau mit Blumen zu umgeben und ihr Lob zu singen.Im Monat, in dem die Natur mit ihren Blumen betörende Düfte in der Luft verbreitet, ist es schön, unsere Verehrung der himmlischen Mutter jeden einzelnen Tag zu erneuern. In diesem Monat gibt es viele Gebetsinitiativen, an denen sich die Gläubigen mit Begeisterung und von Liebe erfülltem Herzen beteiligen.
Juni
Der Monat Juni ist dem Heiligsten Herzen Jesu und dem Unbefleckten Herzen Mariens gewidmet.

Heiligstes Herz Jesu
Am Freitag nach dem zweiten Sonntag nach Pfingsten feiert die Kirche das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu. Neben der liturgischen Feier haben viele andere Ausdrucksformen der Frömmigkeit das Herz Christi zum Gegenstand. Die Verehrung des Herzens des Erlösers war und ist tatsächlich eine der verbreitetsten und beliebtesten Ausdrucksformen kirchlicher Frömmigkeit und findet eine solide Grundlage in der Heiligen Schrift. Das Herz Jesu neu zu entdecken und heute zu ehren bedeutet, lieben zu lernen, indem wir auf ihn schauen und in ihm die Kraft zu finden, ein sanftmütiges und demütiges Herz zu haben wie er.
Unbeflecktes Herz Mariens
Die Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens ermöglicht es uns, uns dem Chor der Generationen anzuschließen, die sich darüber freuen, was die Gnade im Herzen Mariens vollbracht hat. Der heilige Ephräm sagt: «Maria wurde zu unseren Gunsten zum Himmel gemacht, indem sie die Gottheit trug, die Christus, ohne die Herrlichkeit des Vaters aufzugeben, in die engen Grenzen eines Schoßes einschloss, um die Menschen zu größerer Würde zu führen.»
Die Andacht ist ein Ausdruck kindlicher, vertrauensvoller, unmittelbarer und einfacher Liebe. Deshalb sind die Andachten ein Schatz für die Kirche und aus der Kirche ... Bewahren und verbreiten wir sie!

