„Die Liturgie in der Pfarrei leben“: So lautet der Titel des achten Bandes der Reihe Jubiläum 2025 - Quaderni del Concilio, die uns die Schönheit und Aktualität der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) näherbringt.
Erste Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils
Im Band „Die Liturgie in der Pfarrei leben“ stellt uns Samuele Riva einige Nummern der Konstitution Sacrosanctum concilium vor, der ersten Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Ziel dieser Konstitution ist es, die Liturgie dem Volk zurückzugeben und das Volk der Liturgie - in der Gewissheit, dass gerade aus der liturgischen Feier jeder Gläubige und die gesamte Kirche alles schöpfen können, was nötig ist, damit ihr Glaube genährt wird, wächst und sich durch die Verkündigung ausbreitet.
Die Liturgie als Geschenk und Verpflichtung
Samuele Riva schreibt: „Die Liturgie in der Pfarrei ist der erste und wichtigste Glaubensweg des Gläubigen und der Kirche, sie ist ‚ein Durchgang des Heiligen Geistes in seiner Kirche‘.“
Das Sacrosanctum concilium sagt nämlich: „Die Liturgie ist der Höhepunkt, dem das Wirken der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt“ (Nr. 10).
Daher ist die Liturgie eine wesentliche Dimension des christlichen Lebens; durch sie werden wir in den Leib Christi, die Kirche, verwandelt und dem Herrn gleichgestaltet.
Die Liturgie ist ein Geschenk, das wir von oben empfangen; ein Geschenk, das unser Engagement und unsere aktive Teilnahme erfordert.
Wenn wir an der Liturgie teilnehmen, machen wir die Erfahrung Jesu, begegnen dem auferstandenen Gekreuzigten und betrachten ihn durch das unsichtbare, aber wirkliche Wirken des Heiligen Geistes.

Die gemeinsame Feier der Sonntagsmesse
Die Liturgie ist also eine Wirklichkeit, die im gemeinschaftlichen Kontext der Pfarrei gelebt werden will. Sie ist keine Dienstleistungsagentur, sondern der Ort, an dem sich alle, die durch den Glauben und die Taufe Kinder Gottes geworden sind, zur Versammlung zusammenfinden, Gott loben und am Opfer und an der eucharistischen Tafel des Tages des Herrn teilnehmen.
Heute ist die Teilnahme an der Sonntagsversammlung zurückgegangen. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass der Sonntag wieder zum Tag des Herrn wird, um Kraft und Frieden aus ihm zu schöpfen.
Das Sonntagsgebot ist keine Pflicht oder Last, die uns auferlegt wird. Im Gegenteil: An der Sonntagsfeier teilzunehmen, sich vom eucharistischen Brot zu nähren und die Gemeinschaft mit den Brüdern und Schwestern in Christus zu erfahren, ist ein Bedürfnis, eine Freude, ein Fest. Nur so können wir die nötige Kraft für den Weg finden, den wir jede Woche gehen müssen.
Die Liturgie ist unsere Lebenslehrerin und die Pfarrei ist unser vorläufiges Zuhause, der bevorzugte Ort, an dem wir zum Zeichen Christi werden.
Also lasst uns anpacken, „damit der Sinn für die Pfarrgemeinschaft vor allem in der gemeinsamen Feier der Sonntagsmesse aufblüht“ (SC 42).



