In dieser Juliwoche steht „das Gedenken an die selige Jungfrau Maria vom Berge Karmel im Mittelpunkt, die der Frömmigkeit des christlichen Volkes auf der ganzen Welt so teuer ist und in besonderer Weise mit dem Leben der großen Karmelitenfamilie verbunden ist. Die großen Mystiker des Karmel haben die Erfahrung Gottes in ihrem eigenen Leben als einen ‚Weg der Vollkommenheit‘ (Hl. Teresa von Jesus), als einen ‚Aufstieg auf den Berg Karmel‘ (Hl. Johannes vom Kreuz) verstanden. Auf diesem Weg ist Maria gegenwärtig. Deshalb erblüht im Karmel und in jeder zutiefst vom Karmel geprägten Seele ein Leben intensiver Gemeinschaft und Vertrautheit mit der heiligen Jungfrau, als eine ‚neue Weise‘, für Gott zu leben und hier auf Erden die Liebe des Sohnes Jesus zu seiner Mutter Maria fortzusetzen“ (Papst Johannes Paul II., Angelus, 24. Juli 1988).

MITTWOCH, 14. JULI
Der heilige Camillo de Lellis
Die Heiligen sind immer aktuell und haben unserem Herzen und unserer Zeit stets etwas zu sagen. Das gilt besonders für den heiligen Camillo de Lellis, den Schutzpatron der Kranken, Leidenden und Beschäftigten im Gesundheitswesen – eine Gestalt, die unsere noch immer von der Pandemie erschütterte Gegenwart erhellen kann.
Camillo, 1550 in der Provinz Chieti in eine adlige Familie geboren und später Söldner geworden, verspielt sein gesamtes Vermögen. Doch der Herr führt ihn durch eine nicht heilende Wunde auf seinen Weg zurück: Um seinen kranken Fuß behandeln zu lassen, bleibt er lange im Krankenhaus. Dort entdeckt er, dass er den Kranken helfen kann, und lernt, sie zu pflegen. Daraufhin beschließt er, dass sein Leben für immer dort sein soll, und sucht gute Männer, die sich gemeinsam mit ihm aus reiner Gottesliebe den Kranken weihen. Er nimmt sein Studium wieder auf, wird zum Priester geweiht und erlebt 1586 die Anerkennung des Ordens der von ihm gegründeten „Gemeinschaft der Diener der Kranken“. Camillo nimmt die Entwicklungen der Krankenhauspflege vorweg: Wir müssen „Mütter“ der Kranken sein, sagt er, mehr noch als Brüder, und ihnen alles Notwendige geben, auch „mit Freundlichkeit“: Wir müssen lächeln. Um zu zeigen, wie es geht, gibt er die Leitung des Ordens ab und arbeitet auf der Krankenstation. Heute sind die Kamillianer in 27 Ländern auf 5 Kontinenten tätig.
Zur Vertiefung:
• Der heilige Kamillus von Lellis

DONNERSTAG, 15. JULI
Beginn der Novene zum heiligen Charbel Makhluf
Heute beginnt die Novene zum heiligen Charbel Makhluf: «Er ist ein Heiliger, der im Libanon, aber nicht nur dort, außerordentlich bekannt, hoch verehrt, angerufen und zu dem gebetet wird. Und doch war der heilige Charbel zu Lebzeiten wenig bekannt, da er als Mönch und Einsiedler sehr zurückgezogen lebte. Er hat keine Schrift hinterlassen, keine sozialen Werke oder geistlichen Bewegungen ins Leben gerufen und keine Ordensgemeinschaften gegründet. Ein sehr diskreter, sehr demütiger, zurückhaltender Mönch mit sehr wenigen Worten, fern von jedem Rampenlicht. Die wenigen, die ihn zu Lebzeiten kannten, bezeugten eine heroische Heiligkeit und eine beeindruckende Radikalität des evangelischen und religiösen Lebens. Ein Mann, der das monastische Leben mit einer unvergleichlichen Ganzheit, Reinheit und Strenge gelebt hat. Doch den meisten Menschen und der Welt grundsätzlich unbekannt. Seine Bekanntheit, der Glanz seiner Heiligkeit, brachen buchstäblich im Augenblick seines Todes und rund um sein Grab hervor. Von diesem Moment an begann der heilige Charbel, in der ganzen Welt von sich reden zu machen, indem er an seiner Grabstätte Gnaden der Heilung, des Trostes und der Bekehrung schenkte» (Don Filippo Belli, Einführung in das Buch „San Charbel. Gott allein genügt für das Leben“, Cod. 8850).
Zur Vertiefung:
• Gebete zum heiligen Charbel

FREITAG, 16. JULI
Selige Jungfrau Maria vom Berge Karmel
Der Karmelitenorden hat eine große Liebe: die Verehrung Mariens. Einige Mönche hatten auf dem Berg Karmel in Palästina eine Kapelle errichtet und gründeten ab 1226, nachdem sie von den Sarazenen vertrieben worden waren, im Westen viele Klöster. Dabei entwickelten sie eine besondere Verehrung für die Gottesmutter, die einem von ihnen, dem heiligen Simon Stock, erschien und ihm das Skapulier des Ordens mit den Worten übergab: «Siehe, das ist das Privileg, das ich dir und allen Söhnen des Karmel schenke: Wer immer mit diesem Gewand bekleidet sein wird, wird gerettet werden.» Johannes Paul II., der eine besondere Liebe zur Jungfrau vom Karmel hegte, sagte: «Auch ich trage seit langer Zeit das Skapulier vom Karmel auf meinem Herzen» und weiter: «Durch das Skapulier bringen die Verehrer der Gottesmutter vom Karmel den Willen zum Ausdruck, ihr Leben nach dem Vorbild Marias zu gestalten - der Mutter, der Schutzpatronin, der Schwester, der reinsten Jungfrau -, indem sie das Wort Gottes annehmen und sich dem Dienst an den Brüdern widmen.»
Wenn wir in Gemeinschaft und Vertrautheit mit der Jungfrau leben, werden auch wir für Gott leben können, indem wir ihre Worte und ihre Lehren in unserem Herzen bewahren.
Zur Vertiefung:
• Das Skapulier vom Karmel

SAMSTAG, 17. JULI
Beginn der Novene zu den heiligen Joachim und Anna
Die Kirche gedenkt am 26. Juli der heiligen Joachim und Anna, der Großeltern Jesu. Marias Eltern lebten mit ihr in einer einzigartigen Gemeinschaft und Vertrautheit, die auch vom Alltag geprägt war. Beten wir zu ihnen um die Gnade, stets im Herzen mit der seligen Jungfrau Maria vereint leben zu können. Außerdem hat Papst Franziskus ab diesem Jahr am vierten Sonntag im Juli (also in zeitlicher Nähe zu diesem Gedenktag) den Welttag der Großeltern und älteren Menschen eingeführt, der in diesem Jahr am 25. Juli gefeiert wird.
Zur Vertiefung:
• Gebete zu den heiligen Anna und Joachim
Diese Woche hinterlässt in unseren Herzen eine süße Gewissheit: Auf unserem Lebensweg ist Maria gegenwärtig, und mit ihr erblüht das Leben!
Ich erwarte euch in den Kommentaren zum Beitrag! Einen guten Weg!
